"Konsument"-Analyse: Magnesiumpräparate

Nur für Risikogruppen sinnvoll, weil ausgewogene Ernährung den Magnesium-Bedarf deckt. Kombipräparate nicht besser, nur teurer.

Wien (OTS) - Sie sind als Tabletten, Dragees, Kapseln, Kautaler
oder Brausedrinks erhältlich: Magnesiumpräparate gibt es schon längst nicht mehr nur in Apotheken, sondern auch in Drogerie- und Supermärkten zu kaufen. Damit das verwirrend große Produkt-Angebot von Verbrauchern besser beurteilt werden kann, bietet die neue Ausgabe von "Konsument" eine ernährungswissenschaftliche Diagnose mit Marktübersicht. Dabei kommen 38 Produkte auf den Prüfstand. Fazit:
Kombipräparate mit weiteren Nährstoffen sind meist nicht besser, nur teurer als die reinen Magnesiumpräparate. In der Regel genügt eine ausgewogene Ernährung. Schwangerschaft, Sport oder extremer Stress kann den Bedarf an Magnesium erhöhen. "Konsument" empfiehlt jedoch vorher eine ausführliche Beratung durch Arzt oder Ernährungswissenschafter. Bei Bedarf lohnt ein Preisvergleich, denn die Unterschiede sind exorbitant.

Die Magnesiumversorgung der Österreicher ist ausreichend, das bestätigen Studien. Nur in bestimmten Situationen kann es zu einer Magnesium-Unterversorgung kommen. Neben einseitiger Ernährung zählt dazu die Einnahme von abführenden oder harntreibenden Mitteln, übermäßiger Alkoholgenuss, leistungsorientierte Sportaktivitäten und außergewöhnliche Stressbelastungen. Prof. Dr. Wolfgang Marktl vom Institut für Physiologie der Universität Wien hält in diesen Fällen eine Ergänzung durch Magnesiumpräparate für sinnvoll, weil "der tägliche alimentäre Magnesiumbedarf nicht zu 100 Prozent, sondern nur zu 75 Prozent gedeckt wird." In einem eindeutigen Beschwerdebild drückt sich ein Magnesium-Mangel leider nicht aus. Deshalb ist bei Magnesiumpräparaten Vorsicht geboten. Schon leichte Überdosierungen können zu Durchfall oder Magen-Darm-Krämpfen führen, im Extremfall auch zu Lähmungserscheinungen. Bei eingeschränkter Funktion der Niere wurden sogar schon Todesfälle verzeichnet.

Neben einem schwer erkennbaren Krankheitsbild gibt es noch ein weiteres Problem: Praktikable Routinetests zum Nachweis eines eventuell vorliegenden Magnesium-Mangels gibt es bis heute noch keine! Ebenso fehlt der eindeutige Wirkungsnachweis. Deshalb sind sich auch die Ärzte uneinig, wie Prof. Marktl aufzeigt: "Die einen Kardiologen schätzen Magnesiumpräparate als Mittel gegen Herzrhythmus-Störungen, andere wiederum halten überhaupt nichts davon." Eindeutig ist vor allem das wirtschaftliche Interesse, denn der Markt für Nahrungsergänzungsmittel boomt, und Magnesium wird trotz geringer wissenschaftlicher Erkenntnisse gerne als Wundermittel beworben. Verwunderlich sind in erster Linie die gewaltigen Preisunterschiede, denn "Konsument" errechnete Differenzen von mehr als dem Dreißigfachen! So kosten 100 mg Magnesium bei den Brausetabletten von "Das Gesunde Plus" und "St. Rodegan" nur drei Cent während man bei "Hafesan Magnesium und Calcium"-Kapseln schon fast einen Euro (0,95 Cent) aufwenden muss!

Wer also glaubt, ein Magnesiumpräparat nötig zu haben, muss nicht gleich zum teuersten greifen. "Konsument" rät, sich bei der Auswahl auf reine Magnesiumpräparate zu konzentrieren und auf den jeweiligen Magnesiumgehalt zu achten. Bei eindeutigen medizinischen Mangelzuständen eignen sich Magnesium-Mengen mit rund 300 mg pro Einheit. Präparate mit geringeren Mengen können bei leichter Unterversorgung helfen. Bei den Kombi-Präparaten warnt "Konsument" vor den kontraproduktiven Auswirkungen. So können Magnesium-Mittel, die zusätzlich hohe Mengen an Calcium enthalten, die Aufnahme von Magnesium beeinträchtigen. Wenig vorteilhaft sind auch die Kombinationspräparate Magnesium plus Vitamine. Prof. Marktl sieht im Fall von "Magnesium Tonil Vitamin E Kapseln" aufgrund der hohen Vitamin-Mengen sogar die "Gefahr der Entwicklung einer chronischen Vitamin-E-Vergiftung".

"Konsument"-Tipp: Wer magnesiumreiche Kost bevorzugt, wird den empfohlenen Tagesbedarf von 350 mg für Männer bzw. 300 mg für Frauen sehr leicht erreichen. Figurbewusste können zu frischem Gemüse und Getreideprodukten greifen, Naschkatzen werden sich lieber an Schokolade oder Nüssen delektieren. Ein guter Magnesiumlieferant ist auch Mineralwasser. Nachdem der Magnesiumgehalt je nach Marke stark schwankt, listet "Konsument" in der Jänner-Ausgabe sowohl magnesiumreiche Mineralwässer als auch Lebensmittel auf.

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