Kulturpreis des Landes Kärnten 2002 an die vier W aus dem "Süden"

Kulturpreisverleihung in neuem Rahmen - Preisgeld von insgesamt rund 57.000 Euro wurde gestern an Würdigungs- und Förderungspreisträger vergeben

Klagenfurt (LPD) - Erstmalig wurde heuer die Kulturpreisverleihung in Kärnten im großem Rahmen gefeiert - und das große Interesse und die vielen positiven Rückmeldungen geben den Organisatoren der Veranstaltung recht: Mehr als 300 Kunst- und Kulturinteressierte fanden sich gestern, Dienstag Abend, in der Hypo-Alpe-Adria-Arena ein, um den Künstlern und Kulturschaffenden des Landes ein Fest zu bereiten. Als Moderator konnte ORF-Kulturinformationschef Martin Traxl gewonnen werden, der souverän durch das vielfältige Programm führte.

Landeshauptmann Jörg Haider, der die Preise übergab, legte als Kärntens Kulturreferent in seiner Ansprache bei der Kulturpreisverleihung ein deutliches Bekenntnis zum lebendigen Kulturschaffen in Kärnten ab - zur Freiheit der Kunst in einer offenen Gesellschaft. "Die Kärntner Kultur hängt nicht am Gängelband der Politik", sie sollte aber auch "nicht Reservat intellektuellen Hochadels" und nur für wenige sein, so Haider. Zur Veranschaulichung führte er eine Reihe von Veränderungen, Verbesserungen und Neuerungen seit Beginn seiner Amtszeit an. Ein Beispiel dafür seien die Kulturpreise, die jeweils von einer unabhängigen Jury, dem Kärntner Kulturgremium, vorgeschlagen und dann von der Kärntner Landesregierung beschlossen werden.

Der Kulturpreis des Landes Kärnten wurde heuer in der Sparte Musik vergeben. Das Projekt "Der Süden lebt - Kulturelle Bürgerinitiative/Klagenfurt Mai-Juni 2001" erhielt die höchste Auszeichnung. Dabei wurde hingewiesen, dass der Titel einen IST-Zustand darstellen bzw. einen "lebendigen" Beweis dafür abliefern soll. Die sehr umfangreiche Veranstaltungsserie beruhte "auf einem originellen, neuen und synergetischen Konzept mit bemerkenswerten Akzenten". Insgesamt wirkten rund 400 bis 500 Personen an den musikalischen Ereignissen mit. Den Landeskulturpreis in der Höhe von 14.500 Euro nahmen Wolfgang Wulz und Winfried Winkler entgegen, die vier W wie Prof. Nikolaus Fheodoroff in seiner Festrede
festhielt. Ihre acht interdisziplinär aufgeführten Konzerte seien "griffig, plakativ und wohl auch mutig" gewesen.

Mit dem Würdigungspreis des Landes wurde der 1951 in Völkermarkt geborene Maler Franz Motschnig ausgezeichnet. Nach einer Tischlerlehre übersiedelte Motschnig nach Graz, wo er mit einer Ausbildung an der Kunstgewerbeschule begann. Der freischaffende Maler kann bereits auf einige Preise und Auslandsaufenthalte zurückblicken (u.a. Würdigungspreis des Bundes 1985, Förderungspreis des Landes Kärnten 1991; Ateliers in Paris oder Rom). Hervorzuheben sind ebenfalls seine Arbeiten im öffentlichen Raum. Robert Wlattnig machte als Laudator noch weitere Vorzüge namhaft, so zählt er den "in Graz lebenden Kärntner Maler Franz Motschnig innerhalb der österreichischen Kollegenschaft hinsichtlich seiner Qualität und künstlerischen Reife zu den wichtigsten Exponenten seiner Zeit. Beachtenswert ist vor allem sein bisheriges Gesamtwerk, dem es auch nicht an internationaler Präsenz mangelt".

Ein weiterer Würdigungspreis in der Höhe von 5.800 Euro ging an Prof. Herbert Wochinz (89). Der ehemalige Schauspieler und Regisseur war langjähriger Intendant am Klagenfurter Stadttheater (1968 bis 1992). Zu seinen Leistungen zählt etwa die Gründung der "Komödienspiele Porcia" (1961), wo heute noch seiner Grundintention folgend, klassische Komödien der Weltliteratur mit großem Erfolg gezeigt werden. Am Beginn seiner Karriere knüpfte er im Paris der 50er Jahre Kontakt mit Marcel Marceau, Eugene Ionesco, Jean Cocteau oder Jean Genet. "Die Liste der Schauspieler, mit denen er zu tun hatte, liest sich wie ein ‚Who is Who‘ der deutschen Schauspielkunst", würdigte Adi Peichl.

Mit dem Förderungspreis 2002 wurden folgende Künstler ausgezeichnet:

Helmut Machhammer (Bildende Kunst),40, "Bildhauerdiplom" bei Joannis Avramidis an der Akademie der bildenden Künste in Wien. Hat sich um die Weiterführung des traditionsreichen Steinbildhauersymposiums im Krastal verdient gemacht.

Karl-Bernhardin Kropf (Musik), Jg. 1966, aus Krumpendorf, lebt nach Ausbildung am Landeskonservatorium und Wiener Musikhochschule als freischaffender Komponist, Interpret, Chorleiter und Tontechniker
in Hamburg, Preisträger von Orgelwettbewerben.

Karl Altmann (Volkskultur), Jg. 1968, ist freier Mitarbeiter im ORF und kann auf umfangreiche Publikationen im Bereich "Volkslied und Chorgesang in Kärnten" verweisen.

Heimo Dolenz (Geisteswissenschaften), Villacher,1966, studierte in Wien und München Archäologie. Er leitet die Ausgrabungen am Magdalensberg und in Virunum.

Gabriele Wieser (Naturwissenschaften),(40), Studien in Salzburg, Graz, Leipzig; Erfolge in der Umweltschutzabteilung bei der biologischen Fließgewässerbewertung.

Anna Hein (Darstellende Kunst), 1980 in Graz geboren, setzte nach der klassischen Ballettschule der Wiener Staatsoper in Cannes, Brasilien, St. Petersburg und New York ihre Ausbildung fort. Auf Hauptrollen am Tiroler Landestheater sowie an der Wiener Volksoper und Staatsoper folgten zahlreiche Erfolge im In- und Ausland.

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