- 15.12.2002, 09:00:00
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"trend": Verzögerung für österreichische Stromlösung?
Der Kärntner Energieversorger Kelag droht mit einer Klage gegen die Energie Allianz.
Wien (OTS) - Der Vorstand des Kärntner Energieversorgers Kelag,
Hermann Egger, droht in der am Dienstag erscheinenden Ausgabe des
Wirtschaftsmagazins "trend" mit einer Klage vor dem europäischen
Kartellgericht, sollte Brüssel das neue österreichische Strombündnis
"Energie Allianz" (zwischen den Energieversorgern von Wien,
Niederösterreich, Oberösterreich, Burgenland, Linz und der
Verbundgesellschaft) wie eingereicht genehmigen: "Das wäre der Tod
der Liberalisierung in Österreich. Die Zeche zahlen die Kunden."
Der Hauptkritikpunkt von Egger: Durch die Konstruktion der Energie
Allianz sei es ihm nicht mehr möglich, billigen Strom aus Wasserkraft
einzukaufen, zumal der Bezug von Strom außerhalb des Gebietes der
Energie Allianz mit Transportzuschlägen verteuert wird.
Der Querschuss aus Kärnten ist umso bemerkenswerter, da die so
kritisierte Verbundgesellschaft eigentlich mit 35 Prozent
Teileigentümer der Kelag ist. Verbundchef Hans Haider weist die
Darstellung zurück: "Jeder der den Marktpreis zahlt, kann bei uns
Strom einkaufen."
Dass es bezüglich der Bildung der Energie Allianz Diskussionsbedarf
gibt, bestätigt indes der österreichische Stromregulator Walter Boltz
nach einer ersten Durchsicht der Unterlagen: "Das ist eine sehr
komplizierte Konstruktion." Er rechnet - entgegen den Erwartungen der
Teilnehmer der Energie Allianz - nicht mit dem raschen Abschluß der
Kartellprüfung in Brüssel, sondern mit einem sogenannten "vertieften
Prüfungsverfahren", das bis zu fünf Monaten dauern könnte.
Rückfragehinweis:
trend-Redaktion: 01/53470-2402
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