Faymann: Coop Himmelb(l)au entwickelt den Wohnbau Wiens weiter

Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien verliehen

Wien (OTS) - "Mit ihren aufsehenerregenden Projekten in der ganzen Welt sind Coop Himmelb(l)au Botschafter der Kulturstadt Wien. Sie beweisen, dass Wien sowohl auf seine Barock- und Jugendstilbauten stolz sein kann, als auch Heimat einer modernen zukunftsorientierten Architektur ist", erklärte Wohnbaustadtrat Werner Faymann anlässlich der Verleihung des Goldenen Ehrenzeichens für Verdienste um das Land Wien.

"Coop Himmelb(l)au ist ein überzeugender Beleg dafür, dass die besten und anerkanntesten Architekten der Welt den Wiener Wohnbau gestalten. Die beiden Coop Himmelb(l)au-Gründer Wolf D. Prix und Helmut Siwiczinsky sind in Wien aufgewachsenen und haben in aller Welt mutige, neue architektonische Schwerpunkte gesetzt. In Wien erfolgte diese Schwerpunktsetzung durch innovative Wohnprojekte. Coop Himmelb(l)au hat mit diesen Projekten, die vom SEG-Turm an der Alten Donau über die Umgestaltung der ehemaligen Straßenbahn-Remise Vorgartenstraße bis zur Umgestaltung des Gasometer B der Gasometer City reichen, den Wiener sozialen Wohnbau wesentlich bereichert und weiterentwickelt. Diese qualitative Weiterentwicklung ist durch die künftigen Projekte mit dem Doppelhochhaus am Wienerberg, die Neuplanung auf dem Areal des ehemaligen Mautner-Markhof Kinderspitals sowie die Nachnutzung der Liesinger Brauerei, auch in Zukunft gewährleistet.

Am 16. Oktober 2002 ist Prof. Prix dem bisherigen Vorsitzenden der Bauträgerwettbewerbsjury, Univ.-Prof. Kunibert Wachten, als neuer Vorsitzender nachgefolgt. "In dieser Funktion garantiert er für die Wiener Wohnprojekte Qualität auf dem höchsten Niveau. Dadurch wird weiterhin sichergestellt, dass die Wohnbauförderungsmittel der Stadt der Steigerung der Lebensqualität der Bewohner dieser Projekte dient", so Faymann weiter.

Wolf D. Prix wurde am 13. Dezember 1942 in Wien geboren. Er studierte an der Technischen Universität in Wien, der Architectural Association in London und dem Southern California Institute of Architecture (SCI) in Los Angeles, USA. 1984 wurde Prix Visiting Professor an der Architectural Association in London, 1980 Visiting Professor an der Harvard University, Cambridge, Massachusetts, von 1985 bis 1995 arbeitete er als Adjunct Professor am Southern California Institute of Architecture, Los Angeles. Seit 1998 ist Prix Fakultätsmitglied der Columbia University in New York City, 1999 erhielt er die Harvey Perloff Professorship an der UCLA (University of California Los Angeles). 2001 erhielt er eine Gastprofessur an der UCLA, seit 2001 ist er Doktor honoris causa der Universidad de Palermo, Buenos Aires, Argentinien. Für 2000 bis 2006 wurde er zum Mitglied des Österreichischen Universitätskuratoriums bestellt. Er ist permanentes Mitglied des Österreichischen Kultursenats sowie der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste. Er ist weiters Mitglied der Architektenkammern von Österreich, Deutschland und Santa Clara, Cuba.

Helmut Swiczinsky wurde 1944 in Posen (Polen) geboren. Aufgewachsen ist er in Wien, wo er an der Technischen Universität studiert hat, um danach an der Architectural Association in London zu wirken. 1973 wurde er dort Visiting Professor. Er ist auch permanentes Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaft und Künste mit Hauptsitz in Wien.

1968 gründeten Prix und Swiczinsky das Architekturbüro Coop Himmelblau - das "l" wurde erst später in Klammer gesetzt. Mit theoretischen Arbeiten und provokanten Spielereien wie den "Stadtfußbällen" wirbelten sie eine erstarrte Architekturszene durcheinander.

"Wir aber haben keine Lust, Biedermeier zu bauen. Wir wollen Architektur, die mehr hat. Architektur, die blutet, die erschöpft, die dreht und meinetwegen bricht. Architektur, die leuchtet, die sticht, die fetzt und unter Dehnung reißt. Architektur muss schluchtig, feurig, glatt, hart eckig, brutal, rund, zärtlich, farbig, obszön, geil, träumend, vernähend, verfernend, nass trocken, und herzschlagend sein. Lebend oder tot. Wenn sie kalt ist, dann kalt wie ein Eisblock. Wenn sie heiß ist, dann so heiß wie ein Flammflügel. Architektur muss brennen." Dieses Manifest aus dem Jahr 1980 bringt das Planen und Wirken der beiden Paradearchitekten auf den Punkt. Die Reiß-Bar in der Wiener Innenstadt war 1977 ihre erste prominentere Bauaufgabe, mit ihrem Dachausbau Falkestraße sorgten sie erstmals für Schlagzeilen und zeigten ihre spektakuläre Handschrift.

Coop Himmelb(l)au war und ist weltweit tätig. So zum Beispiel in Dresden, wo sie den spektakulären "UFA-Filmpalast" geplant haben, in Guadalajara in Mexiko wird das JVC Unterhaltungs- und Shoppingcenter mit 13 Kinos von Coop Himmelb(l)au umgesetzt. Heuer wurde im Rahmen der Schweizer Expo.02 die "Arteplage" in Biel realisiert. Im Februar 2001 gewann das Team den internationalen Wettbewerb für das "Musée des Confluences" in Lyon, Frankreich. Im August 2001 gewann es den Wettbewerb für das "BMW entertainment and delivery center" in München und im September 2001 den Wettbewerb für das "Akron Art Museum", Ohio, USA.

In Wien sind die beiden Architekten vor allem im Wohnbau tätig. Sie haben 1991 die Wiener Hochhausstudie entwickelt, die Grundlage für die Entwicklung des Gebiets Donau/Wagramer Straße war. Darüber hinaus haben sie etliche anerkannte Wohnprojekte in Wien geplant. Unter anderem den "SEG Turm" an der Alten Donau mit 70 Wohnungen und 6 Büros (1994-1998), den Wohnbau bei der Remise Vorgartenstraße (1994-2000) mit 140 Wohnungen, die Umgestaltung des Gasometer B samt Anbau (1995-2001) mit 254 Wohneinheiten und 76 Studentenappartements, einer Rockhalle für 4.000 Personen und einer Shopping Mall.

In Bau befinden sich derzeit zwei Wohnhochhäuser samt Wohnblock am Wienerberg. Demnächst wird mit dem Bau eines Wohn- und Bürokomplexes auf der Liegenschaft des ehemaligen Mautner-Markhof Kinderspitals im 3. Bezirk begonnen.

Über diese planerische Tätigkeit hinaus ist Wolf. D. Prix auch Vorsitzender der Wohnbauträgerwettbewerbsjury und des Grundstücksbeirats. Er sorgt damit als oberster Juror dafür, dass nur qualitativ hochwertige Wohnprojekte in Wien gefördert werden.

Coop Himmelb(l)au hat für seine Leistungen zahlreiche Auszeichnungen erhalten. Unter anderem den Förderungspreis für Baukunst (Berlin 1992), den Architekturpreis der Stadt Wien (1988), den Erich Schelling Architekturpreis (1992), den P.A. Award (1989, 1990 und 1991), den Deutschen Architekturpreis (1999), den Großen Österreichischen Staatspreis (1999), den European Steel Design Award (2001) und den Officier de l'ordre des arts et des letters" der Republik Frankreich. (Schluss) gmp

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