- 12.12.2002, 12:56:01
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Wiener Gemeinderat (3)
Flächenwidmung in Meidling
Wien (OTS) - GR Dipl.-Ing. Omar Al-Rawi (SPÖ) beantragte die
Festsetzung des Flächenwidmungs- und Bebauungsplanes für das Gebiet
zwischen Schönbrunner Straße, Bischoffgasse, Rosasgasse, Zenogasse
und Grünbergstraße in Meidling.
GR Mag. Christoph Chorherr (G) sagte, bei diesem Geschäftsstück
gehe es um die Fiat-Gründe vor dem Schloss Schönbrunn. Ursprünglich
sollte dort ein Hochhaus errichtet werden, dies sei von seiner Partei
verhindert worden. Darauf habe man einen Wettbewerb ausgeschrieben,
es gebe auch ein Siegerprojekt. Die Finanzierung und Details seien
jedoch ungeklärt. Er kritisierte, dass auf die berechtigten Anliegen
der Anrainer keine Rücksicht genommen worden sei, es fehle ein klares
Verkehrskonzept. Chorherr brachte einen Antrag ein, demzufolge ein
innerbetriebliches Mobilitätsmanagement einen Kompromiss zur
Verkehrspolitik erarbeiten soll.
GR Mag. Alexander Neuhuber (ÖVP) beschäftigte sich eingangs mit
dem Siegerprojekt des Wettbewerbs. Demnach sollen 22.300 Quadratmeter
Bürofläche entstehen und damit 500 Arbeitsplätze, 69 Wohnungen, ein
Hotel mit 300 Zimmern und 470 Garagenstellplätze. Die
Verkehrssituation sei im Bereich des öffentlichen Verkehrs durch
U-Bahn und Busse gut, allerdings bestehe eine Höchstauslastung beim
Individualverkehr. Der ÖVP sei klar, dass ein attraktives Bauprojekt
nötig sei, man dürfe es allerdings nicht singulär sehen.
GR Dr. Herbert Madejski (FPÖ) betonte, dass seine Partei dem
Plandokument zustimmen werde - man könne nicht auf eine Gesamtlösung
warten. Es werde zu keiner optimalen Verkehrslösung kommen, so lange
die Frage des Vorplatzes von Schönbrunn ungelöst sei. Ein Problem sei
in diesem Zusammenhang der Union-Sportplatz, für diesen müsse ein
neuer Standort gefunden werden. Eine Schande sei, dass auf den
Wienerberggründen und beim Wohnpark Hetzendorf die Anbindung an den
öffentlichen Verkehr unzureichend sei. Ausgiebig setzte er sich mit
der Untersuchungskommission zur Praxis der Wiener Flächenwidmung
auseinander und warf StR Schicker außerdem verschiedene Fehler in
dessen Ressort vor.
GR Mag. Andreas Schieder (SPÖ) stellte klar, dass die
Kontrollinstanzen in Wien hervorragend funktionieren würden. Der
geäußerten Kritik hielt er entgegen, dass ein Hochhaus in Schönbrunn
nie ernsthaft geplant gewesen sei. Über die Verkehrssituation sei mit
Anrainern intensiv diskutiert worden. Es gebe mit den Verkehrsmitteln
U4, 10A, 9A und 63A ein hervorragendes Angebot. Ziele des Planes
seien es, einerseits Impulse zu setzen und andererseits auf den
Status von Schönbrunn als Weltkulturerbe Rücksicht zu nehmen. Den
Grünen warf er vor, eine Otto-Wagner-Architektur als "miesen
Hintereingang" zu bezeichnen.
Abstimmung: Mit Mehrheit angenommen. (Forts.) ull/sp
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