- 10.12.2002, 15:40:39
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Berichtigung: Wir bitten, im letzten Absatz richtig zu lesen: ....Kraft-Wärme-Kopplungs-(KWK-) Anlagen (nicht: Kleinwasserkraft-Anlagen)
Austropapier begrüßt Fortschritte beim Emissionshandel Kritik an Ökostrom-Regelungen - Dworak: "Maßnahmen zur Erreichung von Klima- und Ökostromzielen müssen besser aufeinander abgestimmt werden"
Wien (PWK895) - Die österreichische Papierindustrie begrüßt
grundsätzlich die Einigung des EU-Umweltministerrats über die
geplante Emissionshandelsrichtlinie. Wenn der EU-interne
Emissionshandel bereits 2005 starten soll, dann brauchen die
Unternehmen allerdings möglichst rasch Rechtssicherheit.
"Wir müssen möglichst bald wissen, wie das System funktionieren wird,
und welche Vorgaben damit verbunden sein werden. Anlagenerweiterungen
im Inland sowie auch Neuinvestitionen im Ausland werden nicht zuletzt
auch nach Möglichkeiten zur CO2-Reduktion und dem dafür
erforderlichen finanziellen Aufwand beurteilt werden. Der
Emissionshandel kann, wenn er geschickt umgesetzt wird, zu einer
flexiblen und kosteneffizienten Kyoto-Zielerreichung beitragen. Er
darf aber nicht zu Produktionsbeschränkungen in Österreich und
Wettbewerbsnachteilen gegenüber anderen EU-Staaten und
Nicht-Kyoto-Ländern führen", fasst Oliver Dworak, umwelt- und
energiepolitischer Experte bei Austropapier, der Vereinigung der
Österreichischen Papierindustrie, die aktuelle Diskussion in der
Branche gegenüber PWK zusammen.
Wie gründlich sich die Papierindustrie auf die kommenden
Herausforderungen vorbereitet, zeigen, so Dworak, folgende zwei
Projekte:
Auf internationaler Ebene wurden von CEPI, dem europäischen Verband
der Papierindustrie, in Zusammenarbeit mit den Branchenverbänden aus
USA, Kanada, Japan, Südafrika, Australien und anderen Ländern,
detaillierte Richtlinien für die Erhebung von Treibhausgasemissionen
aus Papierfabriken erarbeitet. Diese Berechnungen, die mit den
Greenhousegas Protocolls des World Resources Institute und des World
Business Council for Sustainable Development übereinstimmen, sollen
auch die methodische Grundlage für die Emissionsberichte der
Papierindustrie im Rahmen des Emissionshandels bilden.
In der österreichischen Papierindustrie läuft weiters eine
großangelegte, von der Energieverwertungsagentur und Allplan
durchgeführte branchenweite Erhebung über Energie- und CO2-Daten der
einzelnen Standorte, mögliche zusätzliche Energieeffizienzpotentiale
und Emissionsvermeidungsmaßnahmen sowie deren
Kosten-Nutzen-Vergleiche.
"Wir wollen, dass die enormen Vorleistungen der Betriebe zur
Steigerung der Energieeffizienz und damit zur Senkung der
spezifischen CO2-Emissionen bei der Zuteilung der Berechtigungen für
den Emissionshandel als 'early action' anerkannt werden. Gleichzeitig
müssen sich Reduktionsvorgaben an klar nachvollziehbaren Benchmarks
orientieren. Nur dadurch kann sichergestellt werden, dass
österreichische Unternehmen, die im Branchenvergleich hinsichtlich
Energieeffizienz in der Weltspitze liegen, nicht durch das hohe
nationale Kyoto-Ziel von -13% benachteiligt werden" fordert Dworak
und lobt in diesem Zusammenhang auch die bisherige gute
Zusammenarbeit mit dem Umweltministerium: "Diese schwierigen
Anforderungen können wir nur gemeinsam erfüllen. Auch der
Umweltminister weiß, dass aktive Klimapolitik und wirtschaftliche
Entwicklung einander nicht ausschließen dürfen."
Um positive Signale an die Betriebe zu senden und Rechtssicherheit
für neue Investitionen zu geben, sei es dringend erforderlich, die
Rahmenbedingungen sinnvoll aufeinander abzustimmen. "Die aktuelle
Diskussion zum Ökostromgesetz und zu den Einspeisetarifen für Strom
aus Kraft-Wärme-Kopplungs- (KWK-) Anlagen und erneuerbarer Energie
zeigt aber leider das Gegenteil. Die Chance, mit einem Schlag
klimapolitische und Ökostrom-Ziele zu erreichen, wird zu Lasten der
Unternehmen verjuxt. Hohe Einspeisetarife für Strom aus Biomasse und
die Ausgrenzung industrieller Anlagen sorgen für großen Unmut und
Unverständnis in der Papierindustrie. Man belastet die Industrie mit
hohen Ökostrom-Zuschlägen, statt die vorhandenen Biomasse-Potenziale
in hocheffizienten Industrieanlagen auszunutzen, die eine
CO2-Reduktion von über 2 Millionen Tonnen bringen würden. Wir fordern
die Politiker zum Gespräch auf", so Dworak abschließend. (hp)
Rückfragehinweis: Wirtschaftskammer Österreich
Dr. Heribert Purtscher
Tel: 01 50105-4363
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