- 04.12.2002, 14:07:38
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Auf dem Weg zum europäischen Wissensraum
Expertenkonferenz erarbeitet Vorschläge zur nationalen Umsetzung der bildungspolitischen EU-Ziele. Gehrer: Bewusstsein schaffen, dass Leistung und Qualität gesichert werden müssen
Wien (OTS) - "Die Erhöhung der Qualität und Wirksamkeit der
Bildungssysteme, der leichtere Zugang zu Bildung und eine Öffnung der
Systeme der allgemeinen und beruflichen Bildung gegenüber der Welt
sollen die Europäische Union zum wettbewerbsfähigsten und
dynamischsten wissensbasierten Wirtschaftsraum der Welt machen.
Österreich hat in diesen Bereichen bereits einige Akzente gesetzt und
die österreichischen Bildungseinrichtungen schneiden in
internationalen Untersuchungen sehr gut ab. Um dieses hohe Niveau zu
sichern und die europäischen Vorhaben bis 2010 zu verwirklichen,
müssen wir in Zukunft vor allem im Bereich der Qualitätssicherung
ansetzen", sagte Bildungsministerin Elisabeth Gehrer in ihrer
Eröffnungsrede zur Konferenz "Nationale Bildungspolitik in einem
europäischen Bildungsraum: Bildungspolitische Zielsetzungen der
Europäischen Union bis 2010". Gehrer erwartet sich von der heutigen
Konferenz, an der rund 250 bildungspolitische Entscheidungsträger
teilnehmen, konkrete Vorschläge zur nationalen Umsetzung der
ehrgeizigen Lissabon-Ziele.
Die europäischen Bildungsminister haben sich auf das so genannte
Verfahren der offenen Koordinierung geeinigt. In diesem dreistufigen
Verfahren werden zunächst gemeinsame Ziele festgelegt, Erfahrungen
anhand von "best-practice"-Beispielen ausgetauscht und abschließend
die Fortschritte anhand von gemeinsam festgelegten Indikatoren
gemessen.
Österreich hat hinsichtlich der Zielsetzungen von Lissabon bereits
einige Leistungen erbracht. Durch die Einführung von
Leistungsstandards im Pflichtschulbereich sowie die geplante
Einführung eines Gütesiegels für Weiterbildungsmaßnahmen werde für
entsprechende Qualität gesorgt. Erst jüngst wurden Österreichs
Schulen in einem Bericht des Weltwirtschaftsforums gemeinsam mit
Finnland auf den 1. Platz gereiht. Zur Sicherung dieser hohen
Qualität sollen sich alle Bildungseinrichtungen einer regelmäßigen
Qualitätskontrolle und Evaluierung unterziehen.
Was die Öffnung der österreichischen Bildung gegenüber der Welt
anbelangt, so wird das System der Credit Points (ECTS - European
Credit Transfer System/Transfers von Studienleistungen) an
Österreichs Universitäten bereits erfolgreich umgesetzt. Auch am so
genannten "Brügge-Prozess", in dem ein Anerkennungssystem auch im
Bereich der beruflichen Bildung entwickelt werden soll, nimmt
Österreich sehr aktiv teil.
Gehrer betonte die Bedeutung der erst kürzlich im
"Benchmarking-Bericht" der Kommission festgelegten Ziele bis 2010. So
soll die Zahl der Schulabbrecher halbiert werden, mindestens 80% der
Bevölkerung sollen die Sekundarstufe 2 abgeschlossen haben und
mindestens 15% der Erwachsenen sollen sich am lebenslangen Lernen
beteiligen. Die Zahl der 15-Jährigen, bei denen gravierende Schwächen
bei den Kulturtechniken festgestellt werden, soll ebenso halbiert
werden wie das Ungleichgewicht zwischen Frauen und Männern in
technischen und naturwissenschaftlichen Studienrichtungen.
Österreich kann im Bildungsbereich auf zahlreiche Erfolge aufbauen.
"Wir liegen bei den Gesamtausgaben für Bildung im europäischen
Spitzenfeld; jeder 7. Euro aus dem Budget wird in Österreich für
Bildung ausgegeben. Die IT-Ausstattung an unseren Schulen ist dank
hoher Investitionen in den vergangenen Jahren vorbildlich und mit
7,2% Jugendarbeitslosigkeit hat Österreich den zweitniedrigsten Wert
in Europa. Nichtsdestotrotz müssen wir das Bewusstsein schaffen, dass
Leistung und Qualität nachhaltig gesichert werden müssen." Gehrer
erwartet sich daher von der Konferenz konkrete Vorschläge zur
Umsetzung der ehrgeizigen Ziele von Lissabon und betonte die
Notwendigkeit einer Zusammenarbeit über die nationalen Grenzen
hinweg. "Bei der Entwicklung übergreifender Strategien für die
Zukunft ist für Österreich vor allem die Kooperation mit den
unmittelbaren Nachbarländern, und hier insbesondere den vier
Beitrittskandidaten, sehr wichtig. Denn nur gemeinsam können wir den
wettbewerbsfähigsten und dynamischsten wissensbasierten
Wirtschaftsraum der Welt verwirklichen" erklärte Gehrer abschließend.
nnn
(Schluss)
Rückfragehinweis: Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft
und Kultur
Tel.: 01/531 20/5003
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