Auf dem Weg zum europäischen Wissensraum

Expertenkonferenz erarbeitet Vorschläge zur nationalen Umsetzung der bildungspolitischen EU-Ziele. Gehrer: Bewusstsein schaffen, dass Leistung und Qualität gesichert werden müssen

Wien (OTS) - "Die Erhöhung der Qualität und Wirksamkeit der Bildungssysteme, der leichtere Zugang zu Bildung und eine Öffnung der Systeme der allgemeinen und beruflichen Bildung gegenüber der Welt sollen die Europäische Union zum wettbewerbsfähigsten und dynamischsten wissensbasierten Wirtschaftsraum der Welt machen. Österreich hat in diesen Bereichen bereits einige Akzente gesetzt und die österreichischen Bildungseinrichtungen schneiden in internationalen Untersuchungen sehr gut ab. Um dieses hohe Niveau zu sichern und die europäischen Vorhaben bis 2010 zu verwirklichen, müssen wir in Zukunft vor allem im Bereich der Qualitätssicherung ansetzen", sagte Bildungsministerin Elisabeth Gehrer in ihrer Eröffnungsrede zur Konferenz "Nationale Bildungspolitik in einem europäischen Bildungsraum: Bildungspolitische Zielsetzungen der Europäischen Union bis 2010". Gehrer erwartet sich von der heutigen Konferenz, an der rund 250 bildungspolitische Entscheidungsträger teilnehmen, konkrete Vorschläge zur nationalen Umsetzung der ehrgeizigen Lissabon-Ziele.

Die europäischen Bildungsminister haben sich auf das so genannte Verfahren der offenen Koordinierung geeinigt. In diesem dreistufigen Verfahren werden zunächst gemeinsame Ziele festgelegt, Erfahrungen anhand von "best-practice"-Beispielen ausgetauscht und abschließend die Fortschritte anhand von gemeinsam festgelegten Indikatoren gemessen.

Österreich hat hinsichtlich der Zielsetzungen von Lissabon bereits einige Leistungen erbracht. Durch die Einführung von Leistungsstandards im Pflichtschulbereich sowie die geplante Einführung eines Gütesiegels für Weiterbildungsmaßnahmen werde für entsprechende Qualität gesorgt. Erst jüngst wurden Österreichs Schulen in einem Bericht des Weltwirtschaftsforums gemeinsam mit Finnland auf den 1. Platz gereiht. Zur Sicherung dieser hohen Qualität sollen sich alle Bildungseinrichtungen einer regelmäßigen Qualitätskontrolle und Evaluierung unterziehen.

Was die Öffnung der österreichischen Bildung gegenüber der Welt anbelangt, so wird das System der Credit Points (ECTS - European Credit Transfer System/Transfers von Studienleistungen) an Österreichs Universitäten bereits erfolgreich umgesetzt. Auch am so genannten "Brügge-Prozess", in dem ein Anerkennungssystem auch im Bereich der beruflichen Bildung entwickelt werden soll, nimmt Österreich sehr aktiv teil.

Gehrer betonte die Bedeutung der erst kürzlich im "Benchmarking-Bericht" der Kommission festgelegten Ziele bis 2010. So soll die Zahl der Schulabbrecher halbiert werden, mindestens 80% der Bevölkerung sollen die Sekundarstufe 2 abgeschlossen haben und mindestens 15% der Erwachsenen sollen sich am lebenslangen Lernen beteiligen. Die Zahl der 15-Jährigen, bei denen gravierende Schwächen bei den Kulturtechniken festgestellt werden, soll ebenso halbiert werden wie das Ungleichgewicht zwischen Frauen und Männern in technischen und naturwissenschaftlichen Studienrichtungen.

Österreich kann im Bildungsbereich auf zahlreiche Erfolge aufbauen. "Wir liegen bei den Gesamtausgaben für Bildung im europäischen Spitzenfeld; jeder 7. Euro aus dem Budget wird in Österreich für Bildung ausgegeben. Die IT-Ausstattung an unseren Schulen ist dank hoher Investitionen in den vergangenen Jahren vorbildlich und mit 7,2% Jugendarbeitslosigkeit hat Österreich den zweitniedrigsten Wert in Europa. Nichtsdestotrotz müssen wir das Bewusstsein schaffen, dass Leistung und Qualität nachhaltig gesichert werden müssen." Gehrer erwartet sich daher von der Konferenz konkrete Vorschläge zur Umsetzung der ehrgeizigen Ziele von Lissabon und betonte die Notwendigkeit einer Zusammenarbeit über die nationalen Grenzen hinweg. "Bei der Entwicklung übergreifender Strategien für die Zukunft ist für Österreich vor allem die Kooperation mit den unmittelbaren Nachbarländern, und hier insbesondere den vier Beitrittskandidaten, sehr wichtig. Denn nur gemeinsam können wir den wettbewerbsfähigsten und dynamischsten wissensbasierten Wirtschaftsraum der Welt verwirklichen" erklärte Gehrer abschließend.

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