- 04.12.2002, 09:12:48
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Stadt Wien und ÖBB: Umwelt gemeinsam managen
Gezielte Umweltkooperationen steigern die Lebensqualität der WienerInnen
Wien (OTS) - Das ÖBB-weite Abfallwirtschaftskonzept, die
Generalsanierung des Areals am Wiener Nordbahnhof mit Installierung
nachhaltiger Standortkontrollsysteme, der Öko-Point in Meidling oder
die Errichtung von Lärmschutzwänden - die Liste der gemeinsamen
Umweltprojekte zwischen den ÖBB und der Stadt Wien ist lang. Gewinner
dieser Kooperationen sind die Menschen. Alleine die Errichtung der
Lärmschutzwände entlang der Eisenbahnstrecken erhöht die
Lebensqualität für 20.000 Wienerinnen und Wiener. Die übergreifende
Kooperation im Bereich Umwelt geht darüber hinaus. Gegenwärtig ist
ein Pilotprojekt zum Einsatz regenerativer Energien an den
Lärmschutzwänden in Leopoldau in Ausarbeitung. Die daraus gewonnene
Energie soll ins Verbundnetz eingespeist werden.
Ein weiteres Beispiel ist das österreichweite Konzept für
Vegetationskontrolle auf den Strecken der ÖBB. Im Rahmen dieses
Konzeptes soll der Einsatz alternativer Mittel zu den derzeit für die
Vegetationskontrolle im Gleisbereich eingesetzten Totalherbiziden
(Pflanzenvernichtungsmittel) geprüft und ein österreichweites Konzept
für die Pflege der Bahnböschungen entwickelt werden. Ein solches
existiert bereits für den Wiener Raum. Gezielte Pflegemaßnahmen - wie
im Rahmen eines gemeinsamen Pilotprojektes erprobt - und die Anlage
und Begrünung neuer Böschungen führen zur Wiederkehr von Pflanzen-
und Tierarten, die in der Vergangenheit durch Asphaltstraßen und
dichte Besiedlung verdrängt worden sind, wie zum Beispiel an der
Pottendorferlinie beim Grünzug Heubergstättn und beim Draschepark.
Dort wird derzeit ein neuer Lebensraum für die Smaragdeidechse
geschaffen.
Hinter diesen Kooperationen stehen drei Frauen, denen Umwelt und
nachhaltiger Umweltschutz Profession und ein zentrales Anliegen sind:
DI Sylvia Berndorfer, Leiterin des Umweltmanagements bei den ÖBB,
Ing. Dr. Karin Büchl-Krammerstätter, Leiterin der Wiener
Umweltschutzabteilung und die Wiener Umweltstadträtin Dipl. Ing.
Isabella Kossina. Mit hoch professionalisierten
Umweltmanagementsystemen, ernormen umwelttechnischen Know-how und
persönlichem Engagement gestalten sie Wien zur Umwelt-Musterstadt.
Nachhaltiger Umweltschutz
Basis der erfolgreichen Umweltarbeit ist der hohe Anspruch, denn
"wir wollen erreichen, dass menschliches Handeln getragen ist von
tiefem Respekt mit der belebten und unbelebten Natur, unserer
Umwelt", konkretisiert Karin Büchl-Krammerstätter ihren persönlichen
Zugang zur Natur. "Zeitgemäßer Umweltschutz" ist das oberste Leitziel
der Wiener Umweltschutzabteilung. Der Weg ist der "vorsorgende,
partnerschaftliche und integrative" Umweltschutz. Das Ziel ist die
nachhaltige Wirkung der gesetzten Maßnahmen, denn "wir müssen die
Stadt heute so gestalten, dass sie für künftige Generationen eine
noch bessere Lebensqualität bietet", so Stadträtin Isabella Kossina.
In Bezug auf die Nachhaltigkeit haben die ÖBB auf den ersten
Blick einen Systemvorteil, ist die Bahn doch das "sauberste" und
somit umweltfreundlichste Verkehrsmittel. Das beginnt bei dem im
Vergleich zur Straße geringen Flächenverbrauch für
Infrastrukturbauten - lediglich zwei Prozent der rund 2.300 m2, die
für verkehrsmäßige Infrastrukturbauten eingenommen werden, benötigt
die Bahn - und reicht bis zu dem geringen Energieverbrauch und den
niedrigen Schadstoffemissionen, die der Mobilitätsträger ÖBB erzeugt.
Abgesehen von umweltgerechter Ressourcenoptimierung und
Effizienzsteigerung, die in allen Bereichen der ÖBB zum Einsatz
kommen, geht es der Leiterin des Umweltmanagements vor allem auch "um
aktive Kooperationen und Kommunikation mit Behörden und
Interessensgruppen", so Sylvia Berndorfer. Als größtes Unternehmen
Österreichs mit 47.000 MitarbeiterInnen, einem Schienennetz von 5.600
km und 3.500 Standorten setzen die ÖBB mit ihrem integrativ
arbeitenden Umweltmanagement maßgebliche Akzente zur Lebensqualität
für die österreichische Bevölkerung. Alleine in Wien verfügen die ÖBB
über 65 Standorte. Flankiert werden die hochstrukturierten,
qualitätszertifizierten ÖBB-Umweltmaßnahmen durch zahlreiche
Kooperationen mit Universitäten und Institutionen wie der Stadt Wien.
"Im Mittelpunkt steht die Erarbeitung von gemeinsamen
umweltpolitischen Zielen und deren Umsetzung, von der Prävention bis
zur Sicherstellung eines nachhaltigen Umweltschutzes", so die
Leiterin des ÖBB-Umweltmanagements Sylvia Berndorfer.
Kooperationen, die sich rechnen
Das ÖBB-weite Abfallwirtschaftskonzept, das gegenwärtig unter
der Koordination der MA 22 zur Abstimmung bei der Konferenz der
Umweltexperten der Länder aufliegt, stellt die Grundlage für
nachhaltiges Abfallmanagement bei den ÖBB dar. Ein Aspekt ist die
erfolgreiche Beseitigung des langjährigen Ablagerungsproblems am
Nordbahngelände. Ziel ist eine möglichst umfassende Beseitigung des
Abfallproblems entlang des gesamten ÖBB-Streckennetzes und eine
nachhaltige Sicherung durch Standortkontrollsysteme wie personelle
Kontrollen oder Videoüberwachung. In Bezug auf das Nordbahngelände
läuft derzeit mit der MA 22 ein Pilotprojekt über ein
Sofort-Einsatzprogramm zur prompten Beseitigung von illegalen
Ablagerungen. Diskutiert wird auch eine Art Umweltpolizei. Wichtig
aber ist die Prävention und die breitflächige Aufklärung der
Bevölkerung über die Erfordernisse, die nachhaltiger Umweltschutz
bedarf.
Im Zusammenhang mit dem Bahnhofsoffensive-Projekt "Umgestaltung
des Wiener Westbahnhofareals" geht das ÖBB-Umweltmanagement ebenfalls
einen neuen Weg. Auf Basis der neuen EMAS-Verordnung könnte im Zuge
konzentrierter, behördlicher Genehmigungsverfahren und unter
Einbindung der Bevölkerung eine rasche Umsetzung in der Gestaltung
des Areals erfolgen. Dieses Verfahren würde ein absolutes Novum in
der Eisenbahnplanung darstellen.
Im Rahmen dieses Projektes wird am Westbahnhof ein umfassendes
Energiekonzept umgesetzt, das in Kooperation mit der HTL Wien 16
durchgeführt wird. Dies soll wichtige Impulse in der Optimierung von
Umweltressourcen bringen. Pilotprojekte wie der Einsatz regenerativer
Energie - Photovoltaik - auf Bahnhofsdächern oder in Lärmschutzwänden
werden gegenwärtig am Öko-Point Meidling und in Leopoldau erarbeitet.
(Schluss) wg
Rückfragehinweis:
PID-Rathauskorrespondenz
http://www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/:
Wolfgang Gatschnegg (MA 22)
Tel.: 4000/88303 oder Handy: 0664/345 39 96
mailto:[email protected]
Österreichische Bundesbahnen
Dr. Traude Kogoj
Tel.: 93000/33284
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