• 03.12.2002, 12:14:56
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Tumpel: Arbeitslosigkeit steigt und steigt...

Maßnahmen der Regierung - zu spät und zu wenig

Wien (AK) - "Zu spät kommen die Reaktionen und zu wenig werden sie
bewirken", so kommentiert AK Präsident Herbert Tumpel die
Versäumnisse der Regierung in der Arbeitsmarktpolitik. Die Folge: Im
November stieg die Arbeitslosigkeit weiter an, gegenüber dem Vormonat
um mehr als 23.500 auf über 237.000 Personen. Das ist eine Steigerung
um 11 Prozent, gegenüber dem Jahr 2000 sogar um mehr als 24 Prozent.
Bei den Männern stieg sie in den letzten zwei Jahren um rund 25
Prozent (mehr als 30.000 Personen). Dramatisch auch die Entwicklung
bei den Jungen: Fast 40.000 junge Menschen unter 25 Jahren waren im
November ohne Arbeit. Gegenüber dem Jahr 2000 ist das eine Steigerung
von rund 40 Prozent. Mehr als 43.500 Menschen befinden sich
zusätzlich in Schulungsmaßnahmen, suchen aber trotzdem Arbeit. In
Summe sind also mehr als 280.000 Menschen auf Arbeitssuche. Dazu
kommen noch 11.000 Jugendliche, die im Oktober noch eine Lehrstelle
gesucht haben. Auch von Rekordbeschäftigung kann keine Rede sein: Die
Aktivbeschäftigung ist im Oktober 2002 um 21.700 im Vergleich zum
Oktober 2001 gesunken.****
"Das sind Fakten, die die Regierung nicht schönreden kann", sagt
Tumpel. Mehr als 237.000 Menschen waren Ende November arbeitslos
gemeldet, dazu kommen über 43.500 Menschen in
Qualifizierungsmaßnahmen, die natürlich ebenfalls Arbeit suchen. "Das
sind über 280.000 Menschen, die Arbeit suchen", sagt Tumpel, "und der
Problem-Berg wird immer größer." Bei den Männern stieg die
Arbeitslosigkeit seit dem Vergleichsmonat im Jahr 2000 um rund 25
Prozent - fast 128.000 Männer sind derzeit arbeitslos gemeldet - das
sind um 31.000 mehr als im November 2000. Bei den Jugendlichen ist
die Arbeitslosigkeit besonders dramatisch: Fast 40.000 Junge befinden
sich auf Arbeitssuche - 38 Prozent mehr als im Jahr 2000.

Keine Rede von Rekordbeschäftigung
Auch von Rekordbeschäftigung kann keine Rede sein. Im Gegenteil: Die
Beschäftigung sinkt. 21.700 Arbeitsplätze gab es im Oktober 2002
weniger als noch ein Jahr zuvor. "Der angebliche Beschäftigungsrekord
geht nur darauf zurück, dass Kindergeldbezieherinnen und - bezieher
in der Statistik zu den Beschäftigten gezählt werden", sagt Tumpel.
Wird das richtigerweise berücksichtigt, ging die Aktivbeschäftigung
zurück.
Teilzeitarbeit - Tendenz steigend
Waren im Jahres 2000 noch 497.000 Männer und Frauen in Teilzeit
beschäftigt, stieg die Zahl bereits im Jahr 2001 auf rund 538.000. Im
gleichen Zeitraum ging die Zahl der Vollzeitarbeitsplätze zurück.
Innerhalb eines Jahres gingen rund 22.000 Vollzeitarbeitsplätze
verloren. Besonders dramatisch betroffen die Gruppe der Männer. Hier
betrug der Verlust rund 15.000 Vollzeitarbeitsplätze. (Die Zahlen für
das Gesamtjahr 2002 liegen noch nicht vor.)

Rückfragehinweis: Thomas Angerer
AK Wien Presse
Tel.: (++43-1) 501 65-2578
mailto:[email protected]
http://www.akwien.at

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