- 03.12.2002, 09:55:55
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Mädchen und Frauen stärker von nachhaltigen Gesundheitsschäden durch Rauchen betroffen
Wien (OTS) - Zigarette oder Schokolade? Rauchen oder Essen? Viele
Mädchen möchten Kalorien sparen und geben immer öfter der Zigarette
den Vorzug. Denn Rauchen macht nicht dick, und wer nicht den
Idealmaßen der angesagten Modetrends entspricht, hat es schwer, in
der harten Beurteilung unter Jugendlichen zu bestehen. Die Folgen
wiegen schwer: Mädchen und Frauen sind nachhaltig von der
gesundheitsschädlichen Wirkung des Rauchens betroffen.
Am Anfang des weiblichen Zigarettenkonsums steht möglicherweise
ein gesellschaftliches Problem: Mädchen sind deshalb besonders
empfänglich für die Versuchung des Rauchens, weil sie hoffen, auf
diese Weise ihr Gewicht zu reduzieren: In Österreich raucht jedes
vierte Mädchen und nur jeder fünfte Bursche täglich. Der
Gesundheits-Survey der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zeigt
außerdem einen weiteren geschlechts-spezifischen Trend zu Ungunsten
der Mädchen: Während der Tabakkonsum der 15-jährigen Jungen seit 1990
rückläufig war und seit 1994 stabil bei 14% liegt, steigt der
Tabakkonsum bei den Mädchen kontinuierlich an: 23% der weiblichen
15-jährigen rauchen täglich.
Die Veröffentlichung des Wiener Jugendgesundheitsberichts 2002 ist
für den Fonds Gesundes Österreich (FGÖ) nun Anlass, nochmals auf die
besondere Gefährdung von Mädchen und Frauen durch Zigarettenkonsum
aufmerksam zu machen: "Vielen Mädchen und Frauen ist nicht bewusst,
was sie ihrem Körper mit dem Rauchen antun", sagt Univ.-Prof. Dr.
Anita Rieder, Fachbeirätin des FGÖ. Die Folgen des Rauchens wirken
bei Mädchen und Frauen besonders nachhaltig, obwohl Raucherinnen
durchschnittlich weniger Zigaretten konsumieren als Raucher.
Folgen für das ganze Leben
Spezifisch "weibliche" Krankheiten wie Osteoporose
(Knochenschwund), Gebärmutterhals- und Brustkrebs werden durch
Zigarettenkonsum begünstigt. Krankheiten wie Herzinfarkte treten bei
Raucherinnen früher auf als bei Rauchern, und rauchende Mädchen und
Frauen erkranken früher an Lungenkrebs dies auch bei
durchschnittlich niedrigerem Zigarettenkonsum. Die Gefährdungen für
Raucherinnen potenzieren sich, wenn sie die Pille einnehmen: Studien
weisen die Gefährlichkeit des Nikotin-Teer-Pillen-Cocktails aus: Die
häufigsten Folgen sind Thrombosen und Herzinfarkte. Raucherinnen
müssen außerdem mit Komplikationen in der Schwangerschaft rechnen,
auch liegt das Geburtsgewicht ihrer Babies unter dem Durchschnitt.
Die Folgen des Rauchens können Mädchen und Frauen das ganze Leben
hindurch begleiten: "Neben den genannten Wirkungen ist es vor allem
der frühe Eintritt in die Wechseljahre, der Raucherinnen zu schaffen
macht", so Univ.-Prof. Dr. Anita Rieder.
Jugendliche resistent gegen Abschreckung
Umso wichtiger ist es, die Mädchen zu erreichen, bevor sie
erwachsen werden. "Abschreckung durch Aufklärung über die Folgen des
Rauchens wirkt bei Jugendlichen nicht", so Dennis Beck,
Geschäftsführer des Fonds Gesundes Österreich. Der FGÖ initiierte im
September die Bewusstseins-Kampagne "Ich bRAUCHs nicht", um das
Selbstbewusstsein von (noch) nichtrauchenden Jugendlichen zu stärken:
Im Jugendalter entscheidet sich, ob man zur RaucherIn wird oder
nicht. So werden 40% jener Jugendlichen, die in relativ jungen Jahren
die vergleichsweise geringe Menge von drei Zigaretten am Tag rauchen,
in späteren Jahren zu regelmäßigen RaucherInnen.
Dennis Beck: Für Vereine eine Alternative zur Tabakwerbung
schaffen
Dennis Beck plädiert für eine Anhebung der Zigarettenpreise um 10
Cent pro Packung. "Dieses Geld soll ausschließlich für
Gesundheitswerbung verwendet werden, indem man Vereinen, die sich
bisher durch Tabakwerbung finanzieren mussten, einen
Sponsoringvertrag anbietet." Diese Maßnahme hätte gleich zwei
positive Effekte einerseits Imagewerbung, indem SportlerInnen und
Kulturschaffende für einen gesunden Lebensstil werben und
andererseits wären Sport- und Kultureinrichtungen nicht länger von
der Tabakindustrie abhängig. Besonders im Bereich des Sports wäre es
laut Beck wichtig, die Tabakwerbung durch Werbung für Gesundheit und
Nichtrauchen zu ersetzen. Somit könnte sich jeder Sport- und
Kulturverein entscheiden, ob er zu den gleichen Konditionen für
Zigaretten oder Gesundheit wirbt. Beck verweist auf das Beispiel des
australischen Bundesstaates Victoria, der Sport- und
Kultureinrichtungen aus einem solchen Topf fördert, wenn sie im
Gegenzug auf Tabakwerbung verzichten. "Vor allem die Sportvereine
gewinnen dadurch an Glaubwürdigkeit, wenn sie statt fürs Rauchen für
einen gesunden Lebensstil Werbung machen", argumentiert Beck. Eine
solche Maßnahme hätte auch mittelfristig Bedeutung: Angesichts des
bevorstehenden EU-weiten Verbots von Zigarettenwerbung ließe sich der
finanzielle Verlust der davon betroffenen Vereine durch Werbung für
Gesundheit abpolstern.
Rückfragehinweis:
Mag. Marion Enzi
communication matters
Kolschitzkygasse 15/14
1040 Wien
Tel.: 01-5032303-31
Fax: 01-5032413
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