- 29.11.2002, 09:35:43
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AK Girokontotest: Konsumenten kommt Kontoüberziehung teurer als Privatkredit (1)
Überziehungszinsen am Girokonto enorm hoch - Guthabenszinsen hingegen knausrig - Starke Preisverteuerungen im Zahlungsverkehr
Wien (AK) - Girokonto überziehen ist sehr teuer - im Schnitt
kostet das um vier Prozent mehr als ein Privatkredit. Aber: Es lohnt
sich auch nicht, das Geld wegen der niedrigen Zinsen auf dem
Girokonto liegen zu lassen. Das zeigt ein aktueller AK Test bei 8
Banken. Die Banken haben seit 1993 die Guthabenzinsen kräftig
gesenkt, aber die Überziehungszinsen sehr hoch gehalten, kritisiert
AK Konsumentenschützer Harald Glatz. Zudem gab es seit 1992
Preissteigerungen im Zahlungsverkehr bis zum Vierfachen.
Konto überziehen kommt Konsumenten sehr teuer: Wer sein Girokonto
innerhalb des vereinbarten Kontorahmens (in der Regel 3
Nettomonatsgehälter) überzieht, zahlt kräftige Überziehungszinsen.
Die Banken kassieren zwischen 9 Prozent (Volksbank Wien) und 13,25
Prozent (BA-CA) pro Jahr, zeigt der AK Test vom November. Noch
kostspieliger wird es, wenn das Girokonto über den vereinbarten
Kontorahmen überzogen wird. Die Überziehungszinsen betragen bis zu
18,05 Prozent (BA-CA).
Was verlangt ihre Bank an Überziehungszinsen?
Bank Überziehungszinsen Überziehungszinsen
innerhalb des Kontorahmens über dem Kontorahmen
Erste Bank 12,75 Prozent 17,25 Prozent
Volksbank Wien 9,00 Prozent 14,00 Prozent
BA-CA 13,25 Prozent 18,05 Prozent
Oberbank 12,75 Prozent 17,25 Prozent
PSK 12,00 Prozent 15,00 Prozent
BAWAG 9,50 Prozent 9,50 Prozent
Raiff. Landesb. 12,00 Prozent 17,00 Prozent
Hypo NÖ 11,5 Prozent 16,50 Prozent
Aber: Für das Girokontoguthaben sind die Zinsen sehr gering. Die
Guthabenzinsen betragen zwischen 0,125 Prozent (Erste Bank, Volksbank
Wien, BA-CA, Raiffeisen Landesbank, Hypo NÖ) und 0,5 Prozent (BAWAG)
pro Jahr. So zeigt die AK Analyse, dass seit Dezember 1995 die
durchschnittlich am Markt angebotenen Guthabenzinsen für das
Girokonto viel stärker runter gingen, als die maßgeblichen
Leitzinsen: Während die Sekundärmarktrendite-Bund um 27 Prozent fiel,
sanken die Guthabenszinsen auf Girokonten um 55 Prozent. Durch die
niedrige Verzinsung auf den Konten sparen die Banken erhebliche
Refinanzierungskosten, kritisiert Glatz. Daher verhandeln Sie mit
Ihrer Bank, um mehr Geld am Girokonto zu bekommen.
Auch die Preissteigerungen im Zahlungsverkehr sind in den letzten
zehn Jahren exorbitant ausgefallen. Die Zahlscheingebühren sind um
satte 455 Prozent gestiegen, die Kontoführungsgebühr um 125 Prozent,
beanstandet Glatz. Die Bankomatkarte kostet seit 1992 um knapp ein
Drittel mehr, und die Dauerauftragsänderungen um die Hälfte.
Harald Glatz rät bei Kontoüberziehungen: Prüfen Sie, ob Sie einen
Überziehungsrahmen vereinbart haben und in welcher Höhe. Verhandeln
Sie unbedingt einen Überziehungszinssatz aus. Haben Sie Geld auf
einem niedrig verzinsten Sparbuch liegen, sollten Sie ein
längerfristiges "Minus" am Konto damit ausgleichen. Wer sein Konto
pausenlos überzieht, sollte besser einen Privatkredit aufnehmen.
Bedenken Sie aber, dass zusätzlich Kreditsteuer und
Bearbeitungsgebühr anfallen.
Service: Die genauen Ergebnisse und wertvolle Tipps rund um das
Girokonto finden Sie unter www.konsumentenschutz.at. (Forts)
Rückfragehinweis: Doris Strecker
AK Wien Kommunikation
Tel.: ( ++43-1) 501 65 2677
mailto:[email protected]
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