"Die Meinungsforschung nach der Wahl - eine VMÖ-Stellungnahme"

Wien (OTS) - Zur Nachwahlberichterstattung über die Umfragen im Vorfeld der NRW 2002 möchte der Verband der Markt- und Meinungsforscher Österreichs (VMÖ) folgendes festhalten:

1. Lange Zeit wiesen die Wahl-Umfragen nahezu aller Institute auf ein Kopf-an-Kopf Rennen der beiden Parteien ÖVP und SPÖ und ihrer Spitzenkandidaten hin. In den letzten Umfragen vor der Wahl ergab sich jedoch bei den meisten Instituten bereits ein Vorsprung für die ÖVP.

2. Ebenso wurde der Einbruch der Freiheitlichen Partei und der Rückgang der Grünen im Vergleich zu den zuvor publizierten hohen Werten dokumentiert.

3. Die publizierten Ergebnisse für jede einzelne Partei liegen im Vergleich zum Wahlergebnis innerhalb der statistischen Schwankungsbreiten.

4. Bei einer kritischen Betrachtung der Markt- und Meinungsforschung gerade in Wahlzeiten sollten die berichtenden Medien besondere Sorgfalt walten lassen. Zur richtigen Interpretation von Umfrageergebnissen sind folgende Informationen unerlässlich:

  • Auftraggeber
  • Durchführendes Institut
  • Befragungszeitraum
  • Befragungsmethode
  • Fragenformulierung
  • Stichprobengröße/Schwankungsbreiten

5. Der VMÖ hält zum wiederholten Male fest: die Markt- und Meinungsforschung erstellt keine Wahl- und Zukunftsprognosen, sie prognostiziert also kein zukünftiges Wahlergebnis. Die Markt- und Meinungsforschung gibt Auskunft über die Wählerstimmung zum jeweiligen Befragungszeitpunkt.

6. Die derzeitige nahezu ruf- und kreditschädigende Berichterstattung einzelner Kommentatoren wird daher vom VMÖ auf das schärfste zurückgewiesen.

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Verband der Markt- und Meinungsforscher Österreichs
Vorstand Dr. Lieselotte Stalzer
01/53139-1178
l.stalzer@vmoe.at oder sekretariat@vmoe.at
http://www.vmoe.at

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