- 28.11.2002, 13:50:37
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ÖGB: Es gibt keine Alternative zur staatlichen Pensionsvorsorge
Leutner: Private Pensionsvorsorge birgt große Unsicherheit
Wien (ÖGB). Mit welchen großen Unsicherheiten die private
Pensionsvorsorge belastet ist, wurde heute bei einer Pressekonferenz
des zuständigen Fachverbandes deutlich: Rund die Hälfte der 38.000
Zusatzpensions-BezieherInnen müssen, nach dem es im Vorjahr schon
Reduzierungen um drei bis vier Prozent gab, heuer mit weiteren
Kürzungen ihrer Privatpensionen in Höhe von durchschnittlich acht
Prozent oder monatlich 40 Euro weniger begnügen. "Diese Zahlen
verdeutlichen, dass eine private Pensionsvorsorge nur als Ergänzung
zu unserem bewährten Pensionssystem verstanden werden kann", stellte
dazu der Leitende Sekretär im ÖGB, Dr. Richard Leutner, fest, der vor
den bisher bevorzugten Regierungsslogan der "Weniger Staat - mehr
privat" warnte. Eine Alternative zur staatlichen Pensionsvorsorge
gibt es nicht, denn nur sie ist ein Garant für die Altersvorsorge",
so der Leitende Sekretär. ++++
Das heutige Eingeständnis der privaten Pensionsvorsorgekassen,
dass den ZusatzrentnerInnen durchschnittlich ihre Pensionen um 40
Euro monatlich gekürzt werden müssen, führt deutlich vor Augen, dass
die private Pensionsvorsorge viele Unsicherheiten in sich birgt.
"Damit müsste auch der künftigen Bundesregierung klar sein, dass das
in der Vergangenheit den Menschen immer wieder suggerierte
Drei-Säulen-Modell nicht der Weisheit letzter Schluss sein kann und
sich auch die neue Bundesregierung nach dem Motto 'Jeder ist seiner
Pensionsvorsorge eigener Schmied' nicht aus der Verantwortung der
Alterssicherung davon stehlen darf", erklärte Leutner. Davor könne
nämlich nur gewarnt werden, so der Leitende Sekretär weiter. "Denn
abgesehen davon, dass sich viele Menschen eine private
Pensionsvorsorge gar nicht leisten können, ist eine kapitalgedeckte
Pensionsvorsorge über Aktieninvestments mit dem hohen Risiko einer
Entwertung des Anlagekapitals verbunden", so Leutner. Dazu kommen
noch hohe Administrationskosten, das Inflationsrisiko und dass keine
konkreten Leistungszusagen gegeben werden können.
Nur staatliche Pensionsvorsorge ein Garant zur Altersvorsorge
Eine private Pensionsvorsorge sei zwar nicht abzulehnen, sie könne
aber nicht statt, sondern nur als Ergänzung zu unserem bewährten
Pensionssystem verstanden werden. Die staatliche Altersvorsorge ist
nämlich das einzig wirklich feste Standbein, auf das die
ÖsterreicherInnen bei ihrer Altersversorgung vertrauen können.
Leutner abschließend: "Eine Alternative zu ihr gibt es nicht. Weder
durch eine private noch durch eine betriebliche Pensionsvorsorge."
(ew)
ÖGB, 28. November 2002
Nr. 926
Rückfragehinweis: ÖGB Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Ernst Weber
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Fax.: (++43-1) 533 52 93
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