ÖGB: Es gibt keine Alternative zur staatlichen Pensionsvorsorge

Leutner: Private Pensionsvorsorge birgt große Unsicherheit

Wien (ÖGB). Mit welchen großen Unsicherheiten die private Pensionsvorsorge belastet ist, wurde heute bei einer Pressekonferenz des zuständigen Fachverbandes deutlich: Rund die Hälfte der 38.000 Zusatzpensions-BezieherInnen müssen, nach dem es im Vorjahr schon Reduzierungen um drei bis vier Prozent gab, heuer mit weiteren Kürzungen ihrer Privatpensionen in Höhe von durchschnittlich acht Prozent oder monatlich 40 Euro weniger begnügen. "Diese Zahlen verdeutlichen, dass eine private Pensionsvorsorge nur als Ergänzung zu unserem bewährten Pensionssystem verstanden werden kann", stellte dazu der Leitende Sekretär im ÖGB, Dr. Richard Leutner, fest, der vor den bisher bevorzugten Regierungsslogan der "Weniger Staat - mehr privat" warnte. Eine Alternative zur staatlichen Pensionsvorsorge gibt es nicht, denn nur sie ist ein Garant für die Altersvorsorge", so der Leitende Sekretär. ++++

Das heutige Eingeständnis der privaten Pensionsvorsorgekassen, dass den ZusatzrentnerInnen durchschnittlich ihre Pensionen um 40 Euro monatlich gekürzt werden müssen, führt deutlich vor Augen, dass die private Pensionsvorsorge viele Unsicherheiten in sich birgt. "Damit müsste auch der künftigen Bundesregierung klar sein, dass das in der Vergangenheit den Menschen immer wieder suggerierte Drei-Säulen-Modell nicht der Weisheit letzter Schluss sein kann und sich auch die neue Bundesregierung nach dem Motto 'Jeder ist seiner Pensionsvorsorge eigener Schmied' nicht aus der Verantwortung der Alterssicherung davon stehlen darf", erklärte Leutner. Davor könne nämlich nur gewarnt werden, so der Leitende Sekretär weiter. "Denn abgesehen davon, dass sich viele Menschen eine private Pensionsvorsorge gar nicht leisten können, ist eine kapitalgedeckte Pensionsvorsorge über Aktieninvestments mit dem hohen Risiko einer Entwertung des Anlagekapitals verbunden", so Leutner. Dazu kommen noch hohe Administrationskosten, das Inflationsrisiko und dass keine konkreten Leistungszusagen gegeben werden können.

Nur staatliche Pensionsvorsorge ein Garant zur Altersvorsorge

Eine private Pensionsvorsorge sei zwar nicht abzulehnen, sie könne aber nicht statt, sondern nur als Ergänzung zu unserem bewährten Pensionssystem verstanden werden. Die staatliche Altersvorsorge ist nämlich das einzig wirklich feste Standbein, auf das die ÖsterreicherInnen bei ihrer Altersversorgung vertrauen können. Leutner abschließend: "Eine Alternative zu ihr gibt es nicht. Weder durch eine private noch durch eine betriebliche Pensionsvorsorge." (ew)

ÖGB, 28. November 2002
Nr. 926

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