Flemming: Problem der Endlagerung auch in Finnland ungelöst

Brüssel/Wien, 28. November 2002 (ÖVP-PK) Nach ausführlicher Debatte im Rahmen einer Podiumsdiskussion der Arbeitsgruppe "Nukleare Sicherheit" zum Thema "Atomkraft in Finnland", die von der österreichischen Europaabgeordneten Dr. Marilies Flemming gegründet worden war, drückte Flemming heute ihre Beunruhigung in Bezug auf das Ergebnis der Diskussion aus: "Die Diskussion mit hochrangigen finnischen, österreichischen und deutschen Wissenschaftlern hat gezeigt, dass in Finnland jegliches Problembewusstsein in Bezug auf die Endlagerung atomaren Abfalls fehlt", erklärte Flemming besorgt. ****

Nachdem das finnische Parlament im Mai diesen Jahres mit großer Mehrheit den Bau zweier neuer Reaktoren beschlossen hatte, wollte Flemming mit dieser Veranstaltung Experten auf dem Gebiet der nuklearen Sicherheit sowie besorgte Europaparlamentarier zum Gespräch über die Sicherheit der neuen Reaktoren zusammenzubringen. Teilnehmer waren unter anderem der Generaldirektor des finnischen Amtes für Strahlenschutz und Nukleare Sicherheit, Prof. Jukka Laaksonen, Prof. Wolfgang Kromp (Institut für Risikoforschung der Universität Wien), Prof. Helmut Karwat (Technische Universität München) sowie ein Vertreter der finnischen NGO "Finnish Association for Nature Conservation".

Insbesondere von Prof. Laaksonen wurde die hohe Sicherheit der existierenden finnischen Atomkraftwerke sowie der neu zu bauenden Reaktoren betont. Laaksonen gab aber zu, dass sowohl Reaktortyp als auch Lagerungsart der neu entstehenden radioaktiven Abfälle noch nicht feststünden. Mit dem Bau des neuen Reaktors solle 2005 begonnen werden, 2009 würden die neuen Reaktoren laut Planung dann ans Netz gehen. Was den nuklearen Abfall betreffe, so würde dieser an einem bereits bestimmten Ort in Finnland im Boden vergraben werden. Erst nach einer 10-jährigen Forschungsphase werde der Regulator seine Meinung zu Ort und Lagerungsart bekannt geben.

Flemming äußerte sich dazu entrüstet: "Die Tatsache, dass mit dem Bau der Reaktoren bereits 2005 begonnen werden soll, steht in klarem Widerspruch zu der völlig offenen Frage der Endlagerung." Nach einer Lösung dieser Frage solle bis 2010 geforscht, mit dem Bau jedoch schon fünf Jahre zuvor begonnen werden. Finnland entziehe sich so seiner moralischen Verantwortung und belaste alle späteren Generationen mit seinem gefährlichen 'Erbe'. "Trotz aller Beteuerungen im Hinblick auf die Sicherheit der finnischen AKWs seitens der Wissenschaft steht eines fest: eine echte Lösung der Endlagerungsproblematik hat auch Finnland offenbar noch nicht gefunden."

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