• 26.11.2002, 14:35:05
  • /
  • OTS0147 OTW0147

Ulram: Wahl für SPÖ kein Gewinn, sondern Katastrophenergebnis

SPÖ Wahlkampf: No candidate - no message - no strategy - Auer: ÖVP muss aus gewonnener Wahl strukturelle Mehrheit machen

Dienstag, 26. November 2002 (ÖVP-PD) Betrachtet man das
Wahlergebnis vom vergangenen Sonntag, sehe es auf einen Blick so aus,
wie das Parteiensystem in den 80er Jahren. Aber diese Ähnlichkeit sei
nur oberflächlich. "Die ÖVP konnte den Stand von damals erreichen,
dies gilt nicht für die SPÖ. Sie hat das drittschlechteste Ergebnis
der Geschichte und somit ein echtes Katastrophenergebnis erzielt."
Das Dilemma der SPÖ bei dieser Wahl könne man in sechs Schlagworten
auf den Punkt bringen: "No candidate - no message - no strategy",
sagte heute, Dienstag, der Meinungsforscher Univ.-Doz. Dr. Peter A.
Ulram von FESSEL-GfK anlässlich des gemeinsamen Pressefrühstücks mit
ÖVP-Generalsekretärin Abg.z.NR Maria Rauch-Kallat, Wolfgang Slupetzky
und Hemma Sassmann von Ogilvy & Mather, dem internationalen Sekretär
der ÖVP Mag. Alexis Wintoniak und dem Politischen Direktor der ÖVP
Dr. Clemens Martin Auer. ****

Es sei "ein Unfug" zu behaupten, dass es nur eine Verschiebung
zwischen ÖVP und FPÖ gegeben habe. Erstens gebe es keine sogenannten
'Lager' mehr und zweitens habe der Aufstieg der FPÖ im Jahr 1986
begonnen und seither seien 400.000 Wähler der SPÖ und 500.000 Wähler
der ÖVP zu den Freiheitlichen gewechselt. "Mit dieser Wahl ist es der
Volkspartei im Unterschied zu den Sozialdemokraten gelungen, diese
Wähler zurückzugewinnen und auch viele von jenen, die einmal von der
SPÖ zur FPÖ gewechselt hatten", so Ulram.

Dramatische elektorale Erdbeben, wie bei dieser Nationalratswahl,
gebe es im internationalen Vergleich nur bei Parteispaltungen. Durch
den Zerfall der FPÖ hätte man die Wählerschaft, die sich vorwiegend
aus Protest- und Veränderungswählern zusammengesetzt habe, von Seiten
der SPÖ nicht durch entsprechende Angebote zurückgewinnen können.
"Warum die SPÖ nicht gewillt war, sich um jene Leute zu kümmern, die
sozialdemokratisch geneigt waren, ist mir rätselhaft", so Ulram. Die
SPÖ habe nicht wie die ÖVP einen kohärenten, gezielten Wahlkampf
geführt.

"Wenn man die Wählergruppe der Jungen betrachtet, war absehbar,
dass die SPÖ nicht gut abschneiden würde. Man hat im Wahlkampf
einfach keine Zukunftsperspektive geboten bekommen." Die
offensichtlich notwendigen Reformen seien von den anderen Parteien
bestätigt worden, "aber von der SPÖ kam nichts. Man hatte keine
Aussage für die Zukunft", sagte Ulram. Die Grünen hätten sich im
Wahlkampf nicht profilieren können, die FPÖ sei vor allem mit der
Schadensminimierung beschäftigt gewesen.

Für den Politischen Direktor der ÖVP Dr. Clemens Martin Auer ist
es die "Wiedergewinnung der Mitte", die am 24. November zum
erdrutschartigen Sieg der ÖVP geführt habe. "Wir haben es geschafft,
die ehemals enttäuschten Oppositionswähler der FPÖ zurück zu
gewinnen." Die SPÖ dagegen habe es nicht geschafft, die politische
Mitte breit anzusprechen. "Stehsätze" wie etwa die Abschaffung der
Ambulanzgebühren oder der Studienbeiträge seien zu schwache
Argumente. Der Auftrag an die ÖVP laute nun, die neu gewonnenen
Wähler zu binden und eine "strukturelle Mehrheit" als Partei der
Mitte sicherzustellen, schloss Auer.

Rückfragehinweis: ÖVP-Kommunikationsabteilung, Tel.:(01) 401 26-420
Internet: http://www.oevp.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NVP

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel