Ulram: Wahl für SPÖ kein Gewinn, sondern Katastrophenergebnis

SPÖ Wahlkampf: No candidate - no message - no strategy - Auer: ÖVP muss aus gewonnener Wahl strukturelle Mehrheit machen

Dienstag, 26. November 2002 (ÖVP-PD) Betrachtet man das Wahlergebnis vom vergangenen Sonntag, sehe es auf einen Blick so aus, wie das Parteiensystem in den 80er Jahren. Aber diese Ähnlichkeit sei nur oberflächlich. "Die ÖVP konnte den Stand von damals erreichen, dies gilt nicht für die SPÖ. Sie hat das drittschlechteste Ergebnis der Geschichte und somit ein echtes Katastrophenergebnis erzielt." Das Dilemma der SPÖ bei dieser Wahl könne man in sechs Schlagworten auf den Punkt bringen: "No candidate - no message - no strategy", sagte heute, Dienstag, der Meinungsforscher Univ.-Doz. Dr. Peter A. Ulram von FESSEL-GfK anlässlich des gemeinsamen Pressefrühstücks mit ÖVP-Generalsekretärin Abg.z.NR Maria Rauch-Kallat, Wolfgang Slupetzky und Hemma Sassmann von Ogilvy & Mather, dem internationalen Sekretär der ÖVP Mag. Alexis Wintoniak und dem Politischen Direktor der ÖVP Dr. Clemens Martin Auer. ****

Es sei "ein Unfug" zu behaupten, dass es nur eine Verschiebung zwischen ÖVP und FPÖ gegeben habe. Erstens gebe es keine sogenannten 'Lager' mehr und zweitens habe der Aufstieg der FPÖ im Jahr 1986 begonnen und seither seien 400.000 Wähler der SPÖ und 500.000 Wähler der ÖVP zu den Freiheitlichen gewechselt. "Mit dieser Wahl ist es der Volkspartei im Unterschied zu den Sozialdemokraten gelungen, diese Wähler zurückzugewinnen und auch viele von jenen, die einmal von der SPÖ zur FPÖ gewechselt hatten", so Ulram.

Dramatische elektorale Erdbeben, wie bei dieser Nationalratswahl, gebe es im internationalen Vergleich nur bei Parteispaltungen. Durch den Zerfall der FPÖ hätte man die Wählerschaft, die sich vorwiegend aus Protest- und Veränderungswählern zusammengesetzt habe, von Seiten der SPÖ nicht durch entsprechende Angebote zurückgewinnen können. "Warum die SPÖ nicht gewillt war, sich um jene Leute zu kümmern, die sozialdemokratisch geneigt waren, ist mir rätselhaft", so Ulram. Die SPÖ habe nicht wie die ÖVP einen kohärenten, gezielten Wahlkampf geführt.

"Wenn man die Wählergruppe der Jungen betrachtet, war absehbar, dass die SPÖ nicht gut abschneiden würde. Man hat im Wahlkampf einfach keine Zukunftsperspektive geboten bekommen." Die offensichtlich notwendigen Reformen seien von den anderen Parteien bestätigt worden, "aber von der SPÖ kam nichts. Man hatte keine Aussage für die Zukunft", sagte Ulram. Die Grünen hätten sich im Wahlkampf nicht profilieren können, die FPÖ sei vor allem mit der Schadensminimierung beschäftigt gewesen.

Für den Politischen Direktor der ÖVP Dr. Clemens Martin Auer ist es die "Wiedergewinnung der Mitte", die am 24. November zum erdrutschartigen Sieg der ÖVP geführt habe. "Wir haben es geschafft, die ehemals enttäuschten Oppositionswähler der FPÖ zurück zu gewinnen." Die SPÖ dagegen habe es nicht geschafft, die politische Mitte breit anzusprechen. "Stehsätze" wie etwa die Abschaffung der Ambulanzgebühren oder der Studienbeiträge seien zu schwache Argumente. Der Auftrag an die ÖVP laute nun, die neu gewonnenen Wähler zu binden und eine "strukturelle Mehrheit" als Partei der Mitte sicherzustellen, schloss Auer.

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