- 26.11.2002, 12:07:38
- /
- OTS0111 OTW0111
Rieder: Wien als Vorbild für Standort Österreich
Forderung an die neue Bundesregierung: Bessere Kooperation in den Bereichen Technologie, Arbeitsmarkt und Infrastruktur
Wien (OTS) - "Auch die jüngsten Prognosen der Wirtschaftsforscher
bestätigen einmal mehr die Richtigkeit des Wiener Weges einer
offensiven antizyklischen Konjunkturpolitik mit den Schwerpunkten
Technologie- und Innovationsförderung sowie mehr Mittel für aktive
Ausbildungs- und Beschäftigungsinitiativen vor allem für junge
Menschen", erklärte Wiens Finanz- und Wirtschaftsstadtrat
Vizebürgermeister Dr. Sepp Rieder am Vortag der Präsentation des
Wiener Budgetvoranschlages 2003. "Ich fordere daher die neue
Bundesregierung - aus welchen Partnern sie auch immer zusammengesetzt
sein wird - auf, in Hinkunft mehr mit Wien, dem Wirtschaftsstandort
Nummer Eins - zu kooperieren: Vor allem in den Bereichen Ausbildungs-
und Beschäftigungspolitik, bei der Realisierung von
Infrastrukturprojekten und in der Hochtechnologie ist eine bessere
Zusammenarbeit unerlässlich."
"Gerade am Vorabend der EU-Erweiterung ist es eine absolute
Notwendigkeit, eine zukunftsorientierte österreichische
Standortpolitik zu betreiben. Jetzt werden die Weichen für die
Entwicklung unseres Landes für die nächsten Jahrzehnte gestellt - und
wir wollen dies mit Weitblick und möglichst effizient tun. Es kann
daher nicht sein, dass eine neue Bundesregierung den Weg der
permanenten Schuldzuweisungen und des Schlechtmachens der
Bundeshauptstadt fortsetzt", so Rieder am Dienstag im Mediengespräch
des Bürgermeisters.****
Wiener Konjunkturdaten besser als Bundesergebnisse
Rieder verwies in diesem Zusammenhang auf die jüngsten
Konjunkturdaten für Wien: Unter international schwierigen
Rahmenbedingungen hat Wien als Wirtschaftsstandort insgesamt
günstiger abgeschnitten als Österreich. Im ersten Halbjahr 2002 war
das reale Wachstum der Bruttowertschöpfung in Wien mit 1,2 Prozent
etwa doppelt so hoch wie im Österreichschnitt. Wirtschaftsexperten
gehen davon aus, das dieser Trend sich auch über das gesamte Jahr
2002 fortsetzen wird. Während die OECD in ihren jüngsten Prognosen
das Wachstum für Gesamtösterreich auf 0,7 Prozent nach unten
revidierte, gehen heimische Forscher für Wien von einem Wachstum
deutlich über diesem Wert aus.
Wien zeigt es vor: Trendwende am Arbeitsmarkt
Ebenso konnte Wien aufgrund seiner Aktivitäten in den Bereichen
Ausbildung und Arbeitsmarkt bei der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit
erfolgreicher abschneiden als der Bund. Im Mittelpunkt standen hier
in erster Linie die Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit und die
Schwäche in der Baubranche. Resultat der Wiener Bemühungen: Am
Arbeitsmarkt gab es im Gegensatz zum Bundestrend in Wien positive
Entwicklungen.
o Insgesamt stieg die Zahl der Arbeitslosen in Österreich im
Oktober im Vergleich zum Vorjahr um 8,8 Prozent, wogegen in Wien
dieser Wert nur um 7,7 Prozent stieg.
o Der Zuwachs an Arbeitslosen in Wien ist seit Juli permanent
unter den Zuwachsraten des Bundes, ganz besonders bei den 15
-19jährigen, bei denen Rückgänge erreicht werden konnten.
o Für Wien sind im Oktober dieses Jahres um 3,9 Prozent weniger
Arbeitslose in den Bauberufen ausgewiesen als im Vergleichsmonat
des Vorjahres. Im Bundesschnitt musste ein Anstieg um 3,9
Prozent registriert werden.
Budget 2003: Setzen auf Hochtechnologie und Innovation
Um diesen erfolgreichen Weg fortzusetzen, wurden im Budget 2003
ein antizyklisches Konjunkturpaket sowie die Modernisierung der
Wiener Wirtschaft festgeschrieben. Die Mittel für
Wirtschaftsförderung werden die Rekordsumme von rund 205 Millionen
Euro betragen. Der hohe Wert des Vorjahres wird damit fast verdoppelt
(+91,6 Prozent). Zentraler Punkt dabei: Die Modernisierung der Wiener
Wirtschaft. Die im Jahr 2002 gestartete, sehr erfolgreiche
Technologieoffensive "wiennovation" wird fortgesetzt.
Schuldenabbau
Bei günstigem Schweizer-Franken-Wechselkurs ist vorgesehen, im
Budgetjahr 2003 die Schulden um 435 Millionen Euro zu reduzieren.
Diese hohe Summe ergibt sich aus den in den Budgetjahren 2001 und
2002 verschobenen Rückzahlungen sowie der für 2003 vorgesehenen Summe
von je 145 Millionen Euro. Der Schuldenstand der Stadt Wien, der zur
Zeit rund 2.048 Millionen Euro beträgt, soll Endes des Jahres 2003
insgesamt 1.613 Millionen Euro betragen.
Wien erfüllt den Stabilitätspakt
Mit dem Voranschlag für das Jahr 2003 entsprechen wir den
Stabilitätsverpflichtungen Wiens nach dem Österreichischen
Stabilitätspakt 2001. Demnach ist Wien verpflichtet - bereits
basierend auf dem endgültigen Ergebnis der Volkszählung 2001 - einen
jährlichen Maastricht-relevanten Haushaltsüberschuss in Höhe von rund
336,94 Millionen Euro zu erwirtschaften.
Der Wirtschaft helfen, dort wo es Sinn macht
Gleichzeitig wurde im Budgetvoranschlag eine Rekordinvestquote
veranschlagt. Damit kann die Wirtschaft antizyklisch unterstützt und
die Konjunktur angekurbelt werden. Einer der zentralen Punkte: Die
Baubranche.
Bei den Investitionen konnten im Wiener Budgetvoranschlag 2003
neue Rekordwerte erzielt werden.
o Die Investquote stieg um 12 Prozent oder 147 Millionen Euro auf
1.372 Millionen Euro.
o Die nachfragewirksamen Ausgaben steigen von 2.192 Millionen Euro
auf insgesamt 2.378 Millionen Euro, dies ist eine Steigerung um
8,5 Prozent.
o Die Investitionen für das Bau- und Baunebengewerbe erreichen mit
1.394 Millionen Euro (2002: 1.339 Millionen Euro) einen neuen
Höchststand. (+4,2 Prozent)
Wien als Standort Nummer eins in Österreich
Wien - als Wirtschaftsmotor Österreichs - liegt in allen
Wertungen im innerösterreichischen Vergleich klar voran:
o Wien ist die siebenreichste Region Europas.
o Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung liegen in Wien 140
Prozent über dem Österreichschnitt.
o 50 % der Technologieausgaben Österreichs werden in Wien
getätigt.
o 44 % aller Beschäftigten im Forschungs- und Entwicklungsbereich
arbeiten in Wien.
o Wien ist Biotech-Zentrum Österreichs: 3/4 der Unternehmen sind
in Wien.
o 57 % der österreichischen Betriebsansiedlungen finden in Wien
statt.
o Wien ist weiterhin Spitzenreiter bei Unternehmensgründungen:
Über 6.500 Unternehmensneugründungen in Wien im Jahr 2002.
o Kaufkraft: Wiener liegen 15 % über Österreichschnitt.
o Wien ist die zweitwichtigste Kongress-Stadt der Welt.
(Schluss) mmr
Rückfragehinweis:
PID-Rathauskorrespondenz:
http://www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
Martin Ritzmaier
Tel.: 4000/81 855
mailto:martin.ritzmaier@gfw.magwien.gv.at
OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRK