- 22.11.2002, 19:53:00
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SPÖ-Wahlkampfabschluss: Persson - "Österreich braucht einen sozialdemokratischen Wahlsieg"
Wien (SK) Am Freitag Abend fand in Wien der
Wahlkampfabschluss der SPÖ statt. Vor 3.000 Besuchern im Wiener
Gasometer sprach nach dem Wiener Bürgermeister Michael Häupl der
schwedische Ministerpräsident Göran Persson. Persson richtete einen
eindringlichen Appell an die österreichischen Sozialdemokraten: "Erst
wenn die Wahllokale schließen, ist die Wahl entschieden." Er
erinnerte an den Sieg der schwedischen Sozialdemokraten bei den
vergangenen Wahlen: "Wir haben bis zum letzten Tag gekämpft. Nur so
gewinnt man eine Wahl, mit harter Arbeit. Aber das verspreche ich
euch: Es ist die Mühe wert." Persson betonte: "Österreich und Europa
brauchen einen sozialdemokratischen Wahlsieg. Österreich braucht
Alfred Gusenbauer." ****
In seiner Rede berief sich Persson auf die
sozialdemokratischen Grundwerte: Freiheit, Gleichheit und
Solidarität. Eine mehr als 100-jährige Tradition stütze sich auf
diese humanistischen Werte, sagte Persson und fügte hinzu: "Das macht
sie nicht unmodern." Er stellte die Frage: "Braucht die Welt mehr
Solidarität oder weniger? Braucht Europa mehr Gerechtigkeit oder
weniger? Braucht Österreich eine Koalition mit den Bürgern?" Der
schwedische Ministerpräsident traut es nur der Sozialdemokratie zu,
Gleichberechtigung und Gerechtigkeit mit Wachstum und Entwicklung zu
verbinden. "Eine moderne Gesellschaft braucht beides."
Eine moderne Politik müsse soziale Gerechtigkeit und
Geborgenheit schaffen, dies sei die Voraussetzung dafür, dass die
Menschen etwas wagen können, sagte Persson. Zugleich legte Persson
großen Wert auf die Feststellung, dass die Grundlage eines
Sozialstaats gesunde Finanzen seien. "Für ehrgeizige Ziele im
Sozialstaat braucht man einen gesunden Haushalt." Persson warnte
zugleich davor, dass Arbeitslosigkeit, Armut und soziale Ausgrenzung
die extreme Rechte stärke, die die Ängste der Menschen für ihre
Zwecke auszunützen versuche.
Persson plädierte im Weiteren für eine Wert-orientierte
Politik. Die Offenheit der Welt mache die Gesellschaften auch
verletzbar, die Zukunft sei nicht vorhersehbar. "Das stärkt die Rolle
der Werte: Wenn das Unvorhergesehene eintrifft, sind Werte der
Kompass."
Der Vorsitzende der schwedischen Sozialdemokraten erinnerte
an einen Ausspruch seines Vorgängers Olof Palme, der gesagt hatte:
"Politik heißt wollen." Seinen eigenen Grundsatz formulierte Persson
so: "Ich bin Sozialdemokrat, weil ich an die Menschen glaube, an ihre
Bereischaft sich weiter zu entwickeln und zu wachsen - gemeinsam mit
anderen in Solidarität."
Abschließend ging Persson auf die Erweiterung der EU ein.
Damit werden "die letzten Reste der Teilung Europas beseitigt."
"Jetzt wächst zusammen, was zusammen gehört", zitierte Persson Willy
Brandt. Persson betonte, dass Europa eine starke Sozialdemokratie
brauche. "Die Sozialdemokratie in Europa muss gestärkt werden. Dafür
brauchen wir einen Sieg der österreichischen Sozialdemokraten. Dafür
brauchen wir Alfred Gusenbauer." (Schluss) wf
Rückfragehinweis: Pressedienst der SPÖ
Tel.: (++43-1) 53427-275
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