SPÖ-Wahlkampfabschluss: Persson - "Österreich braucht einen sozialdemokratischen Wahlsieg"

Wien (SK) Am Freitag Abend fand in Wien der
Wahlkampfabschluss der SPÖ statt. Vor 3.000 Besuchern im Wiener Gasometer sprach nach dem Wiener Bürgermeister Michael Häupl der schwedische Ministerpräsident Göran Persson. Persson richtete einen eindringlichen Appell an die österreichischen Sozialdemokraten: "Erst wenn die Wahllokale schließen, ist die Wahl entschieden." Er erinnerte an den Sieg der schwedischen Sozialdemokraten bei den vergangenen Wahlen: "Wir haben bis zum letzten Tag gekämpft. Nur so gewinnt man eine Wahl, mit harter Arbeit. Aber das verspreche ich euch: Es ist die Mühe wert." Persson betonte: "Österreich und Europa brauchen einen sozialdemokratischen Wahlsieg. Österreich braucht Alfred Gusenbauer." ****

In seiner Rede berief sich Persson auf die sozialdemokratischen Grundwerte: Freiheit, Gleichheit und Solidarität. Eine mehr als 100-jährige Tradition stütze sich auf diese humanistischen Werte, sagte Persson und fügte hinzu: "Das macht sie nicht unmodern." Er stellte die Frage: "Braucht die Welt mehr Solidarität oder weniger? Braucht Europa mehr Gerechtigkeit oder weniger? Braucht Österreich eine Koalition mit den Bürgern?" Der schwedische Ministerpräsident traut es nur der Sozialdemokratie zu, Gleichberechtigung und Gerechtigkeit mit Wachstum und Entwicklung zu verbinden. "Eine moderne Gesellschaft braucht beides."

Eine moderne Politik müsse soziale Gerechtigkeit und Geborgenheit schaffen, dies sei die Voraussetzung dafür, dass die Menschen etwas wagen können, sagte Persson. Zugleich legte Persson großen Wert auf die Feststellung, dass die Grundlage eines Sozialstaats gesunde Finanzen seien. "Für ehrgeizige Ziele im Sozialstaat braucht man einen gesunden Haushalt." Persson warnte zugleich davor, dass Arbeitslosigkeit, Armut und soziale Ausgrenzung die extreme Rechte stärke, die die Ängste der Menschen für ihre Zwecke auszunützen versuche.

Persson plädierte im Weiteren für eine Wert-orientierte Politik. Die Offenheit der Welt mache die Gesellschaften auch verletzbar, die Zukunft sei nicht vorhersehbar. "Das stärkt die Rolle der Werte: Wenn das Unvorhergesehene eintrifft, sind Werte der Kompass."

Der Vorsitzende der schwedischen Sozialdemokraten erinnerte an einen Ausspruch seines Vorgängers Olof Palme, der gesagt hatte:
"Politik heißt wollen." Seinen eigenen Grundsatz formulierte Persson so: "Ich bin Sozialdemokrat, weil ich an die Menschen glaube, an ihre Bereischaft sich weiter zu entwickeln und zu wachsen - gemeinsam mit anderen in Solidarität."

Abschließend ging Persson auf die Erweiterung der EU ein. Damit werden "die letzten Reste der Teilung Europas beseitigt." "Jetzt wächst zusammen, was zusammen gehört", zitierte Persson Willy Brandt. Persson betonte, dass Europa eine starke Sozialdemokratie brauche. "Die Sozialdemokratie in Europa muss gestärkt werden. Dafür brauchen wir einen Sieg der österreichischen Sozialdemokraten. Dafür brauchen wir Alfred Gusenbauer." (Schluss) wf

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