- 22.11.2002, 09:25:58
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AK verlangt mehr Unterstützung für berufstätige Studierende
Neue Studie zeigt: Arbeiten und Studieren müssen besser vereinbar sein
Wien (AK) - Mehr als 60 Prozent der Studierenden sind berufstätig.
Trotz Einführung der Studiengebühren sind für diese große Gruppe
keine Verbesserungen getroffen worden. Eine aktuelle AK-Studie belegt
die Fülle der Probleme und Belastungen für die Betroffenen an
Universitäten und Fachhochschulen. "Die bessere Vereinbarkeit von
Studium und Beruf muss ein hochschulpolitisches Ziel der nächsten
Bundesregierung sein", sagt Johanna Ettl, Bereichsleiterin für
Bildung in der AK. Berufstätige Studierende klagen über fehlende
Lehrveranstaltungen am Abend und in Blockform, sie wollen
"arbeitnehmerfreundliche" Öffnungszeiten von Instituten und
Bibliotheken sowie mehr Lernmaterialien im Internet. Aber auch
bessere finanzielle Unterstützung wird gewünscht: Die Studiengebühr
wird von vielen als zusätzliche Belastung erlebt. ****
Motivationsfaktor Nummer Eins: Höherqualifikation
Über 60 Prozent der Studierenden müssen Beruf und Studium unter
einen Hut bringen. Grund dafür ist, dass sie ihren Lebensunterhalt in
einem hohen Maße selbst erwirtschaften müssen. Zwei Grundtypen kennt
die Studie: Zum einen jene, die einen Vollzeitberuf ausüben und
daneben studieren. Zum anderen jene, die neben dem Studium einem Job
nachgehen. Einigkeit herrscht über beide Gruppen hinweg, wenn es um
die Motivation zum Studium geht: Höherqualifizierung.
Hohe Belastungen
Ein Drittel aller FH-Studenten ist voll erwerbstätig und ihr
Zeitaufwand für Studium und Arbeit beträgt im Schnitt ca 70 Stunden
pro Woche. An Universitäten, die keine eigenen Studiengänge für
Berufstätige anbieten, ist die wöchentliche Belastung rund 50 Stunden
pro Woche. Entgegen dem Klischee vom klassischen Studentenjob, wie zB
Zetteln verteilen etc., sind 62 Prozent der Befragten einschlägig
berufstätig. Im Durchschnitt stehen den Befragten rund 1.000 Euro
monatlich zur Verfügung. Ein großer Teil der Betroffenen gibt an,
dass sich seit der Einführung der Studiengebühr ihre Situation
verschlechtert hat. Milderung gibt es kaum: Nur für jeden fünften
sind die staatlichen Transferleistungen eine zumindest teilweise
Unterstützung. Auch gibt es Informationsdefizite:
Fördermöglichkeiten, wie Bildungskarenz oder
Studienabschluss-Stipendium, sind wenig bekannt.
Die AK fordert die rasche Umsetzung eines Maßnahmenpakets:
+ Abschaffung der Studiengebühren und bessere finanzielle
Unterstützung für berufstätige Studierende, zB
Studienabschluss-Stipendien auch für FH-Studierende
+ ein eigenes Berufstätigenangebot an Universitäten in
Studienrichtungen mit einem hohen Erwerbstätigenanteil
+ mehr Orientierungshilfen und Beratung für berufstätige Studierende
zu Studienbeginn
+ bevorzugte Mittelzuteilung an FH-Studiengänge für Berufstätige
+ besserer und vermehrter Einsatz von neuen
Kommunikationstechnologien
Rückfragehinweis: Thomas Angerer
AK Wien Presse
Tel.: (++43-1) 501 65-2578
mailto:[email protected]
http://www.akwien.at
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