AK verlangt mehr Unterstützung für berufstätige Studierende

Neue Studie zeigt: Arbeiten und Studieren müssen besser vereinbar sein

Wien (AK) - Mehr als 60 Prozent der Studierenden sind berufstätig. Trotz Einführung der Studiengebühren sind für diese große Gruppe keine Verbesserungen getroffen worden. Eine aktuelle AK-Studie belegt die Fülle der Probleme und Belastungen für die Betroffenen an Universitäten und Fachhochschulen. "Die bessere Vereinbarkeit von Studium und Beruf muss ein hochschulpolitisches Ziel der nächsten Bundesregierung sein", sagt Johanna Ettl, Bereichsleiterin für Bildung in der AK. Berufstätige Studierende klagen über fehlende Lehrveranstaltungen am Abend und in Blockform, sie wollen "arbeitnehmerfreundliche" Öffnungszeiten von Instituten und Bibliotheken sowie mehr Lernmaterialien im Internet. Aber auch bessere finanzielle Unterstützung wird gewünscht: Die Studiengebühr wird von vielen als zusätzliche Belastung erlebt. ****

Motivationsfaktor Nummer Eins: Höherqualifikation
Über 60 Prozent der Studierenden müssen Beruf und Studium unter einen Hut bringen. Grund dafür ist, dass sie ihren Lebensunterhalt in einem hohen Maße selbst erwirtschaften müssen. Zwei Grundtypen kennt die Studie: Zum einen jene, die einen Vollzeitberuf ausüben und daneben studieren. Zum anderen jene, die neben dem Studium einem Job nachgehen. Einigkeit herrscht über beide Gruppen hinweg, wenn es um die Motivation zum Studium geht: Höherqualifizierung.

Hohe Belastungen
Ein Drittel aller FH-Studenten ist voll erwerbstätig und ihr Zeitaufwand für Studium und Arbeit beträgt im Schnitt ca 70 Stunden pro Woche. An Universitäten, die keine eigenen Studiengänge für Berufstätige anbieten, ist die wöchentliche Belastung rund 50 Stunden pro Woche. Entgegen dem Klischee vom klassischen Studentenjob, wie zB Zetteln verteilen etc., sind 62 Prozent der Befragten einschlägig berufstätig. Im Durchschnitt stehen den Befragten rund 1.000 Euro monatlich zur Verfügung. Ein großer Teil der Betroffenen gibt an, dass sich seit der Einführung der Studiengebühr ihre Situation verschlechtert hat. Milderung gibt es kaum: Nur für jeden fünften sind die staatlichen Transferleistungen eine zumindest teilweise Unterstützung. Auch gibt es Informationsdefizite:
Fördermöglichkeiten, wie Bildungskarenz oder Studienabschluss-Stipendium, sind wenig bekannt.

Die AK fordert die rasche Umsetzung eines Maßnahmenpakets:
+ Abschaffung der Studiengebühren und bessere finanzielle Unterstützung für berufstätige Studierende, zB Studienabschluss-Stipendien auch für FH-Studierende
+ ein eigenes Berufstätigenangebot an Universitäten in Studienrichtungen mit einem hohen Erwerbstätigenanteil
+ mehr Orientierungshilfen und Beratung für berufstätige Studierende zu Studienbeginn
+ bevorzugte Mittelzuteilung an FH-Studiengänge für Berufstätige + besserer und vermehrter Einsatz von neuen Kommunikationstechnologien

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Thomas Angerer
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