- 21.11.2002, 13:23:56
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Gusenbauer (1) für Neuanfang in der Politik und ein Ende der sozialen Kälte
Es sollen nicht wieder jene regieren, die sich bereits seit "zehn Jahren zu Tode verwaltet" haben
Wien (SK) "Es geht mir darum, einen Neuanfang in der Politik
zu machen und die Politik der sozialen Kälte und der steigenden
Arbeitslosigkeit zu beenden", unterstrich SPÖ-Vorsitzender Alfred
Gusenbauer Donnerstag in einem Interview im ORF-Mittagsjournal. Wenn
die SPÖ bei der Wahl erste werde, werde sie mit der ÖVP und mit den
Grünen Gespräche führen, so Gusenbauer. Eine Koalition mit der FPÖ
schloss der SPÖ-Vorsitzende dezidiert aus. ****
"Wir brauchen einen Neuanfang in der Politik. Viele der
handelnden Personen waren im rot-schwarzen oder im schwarz-blauen
Proporz gefangen. Ich will etwas Neues machen mit Menschen, die mit
besonderem Antrieb in die Regierung gehen." Es sollen dabei nicht
jene wieder regieren, die sich schon "zehn Jahre zu Tode verwaltet
haben". Wer schon zehn Jahre im Amt sei, wolle dieses nur mehr
erhalten und klebe am Sessel, so Gusenbauer. Das Wahlziel der SPÖ
sei, an die 40 Prozent heranzukommen, erklärte Gusenbauer.
Der SPÖ-Vorsitzende berichtete weiters, dass viele Menschen
während des Wahlkampfes auf ihn sehr positiv reagiert haben, und in
ihm jemanden sehen, der zuhören könne, der mit neuem Elan an die
Probleme herangehe, der etwas verändern wolle und dies auch könne.
Gusenbauer plädierte in diesem Zusammenhang auch dafür, dass die
stärkste Partei den Auftrag zur Regierungsbildung erhalten soll.
"Solange die stärkste Partei den Bundeskanzler gestellt hat, hat es
in Österreich stabile Verhältnisse gegeben", so Gusenbauer.
Da die "Machtbesessenhheit" der ÖVP bekannt sei, werde die ÖVP,
falls sie erster werde, dieses Ergebnis als Bestätigung ihres Kurses
sehen und ihn fortsetzen wollen. "Dafür stehe ich nicht als
Steigbügelhalter zur Verfügung." Jedenfalls sei es nicht unbedingt
eine große Empfehlung, dass der künftige Kanzler bereits
Regierungserfahrung habe, da Schüssel immerhin 13 "Defizitbudgets"
mitbeschlossen habe, und nun die höchste Arbeitslosigkeit und die
höchste Steuerbelastung zu verantworten habe. (Forts.) ns
Rückfragehinweis: Pressedienst der SPÖ
Tel.: (++43-1) 53427-275
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