Knoll zu Jugendarbeitslosigkeit: Politik darf nicht aus Verantwortung entlassen werden

Knoll zu Strasser: "Unfassbar, dass Obdachlosigkeit von Politik produziert wird"

Wien (SK) "Mein Haupt- und Kernanliegen ist es, das Jugendlichen Arbeitsplätze bekommen", betonte Gertraud Knoll, Mitglied im Team von Alfred Gusenbauer, am Mittwoch im Rahmen eines Besuches in der 'Jobfabrik' der Volkshilfe Wien. Im Gespräch machte Knoll ihre Positionen im Bereich Soziales klar und versprach, die Anliegen der Jugendlichen, wie etwa die Forderung nach einer Gleichstellung mit Lehrlingen betreffend die Freifahrt bei öffentlichen Verkehrsmitteln, in ihre zukünftige Arbeit einfließen zu lassen. "Die Politik ist verpflichtet, die Jugendlichen in der Mitte der Gesellschaft zu halten. Der Staat darf nicht aus der Verantwortung entlassen werden", unterstrich Knoll. "Die Menschen haben einen Rechtsanspruch auf Unterstützung." Die Jugendarbeitslosigkeit sei in den letzten Jahren um 38 Prozent gestiegen, weil die ÖVP-FPÖ-Koalition die Konjunkturkrise verschlafen habe, erklärte Knoll. ****

Die derzeitige Bundesregierung überlege, Abfangjäger zu kaufen, deren Wartung pro Jahr 500 Millionen Euro ausmache. "Aber Investitionen für Jugendliche sind angeblich zu teuer", kritisierte Knoll. Würde man Maßnahmen, die besonders sozial Schwächere treffen, wie Unfallrentenbesteuerung, Ambulanz- und Studiengebühren zurücknehmen und überdies noch die Kinderbetreuungsplätze in Österreich ausbauen, mache dies nur 167 Millionen Euro im Jahr aus. "Für mich ist Sicherheit nicht nur militärisch zu definieren. Konflikte in einem Volk entstehen durch ein Vernachlässigen der sozialen Problematik", so Knoll. Die SPÖ verfolge eine andere Prioritätensetzung als die schwarz-blaue Bundesregierung. Lehrlingsstiftungen sollen wieder eingeführt werden und Unternehmer müssten gefördert werden, "wenn sie ihre soziale Verantwortung wahrnehmen" und Lehrstellen schaffen.

Scharfe Kritik übte Knoll auch an Innenminister Strassers Umgang mit Asylwerbern: "Es ist unfassbar, dass Obdachlosigkeit von der Politik produziert wird." Es sei absolut "unwürdig", dass man die Menschen entlassen hätte und jetzt NGO's einspringen müssten, um das Schlimmste zu verhindern. Strasser unterstelle mit dieser Aktion den NGO's auch, dass sie nicht gut genug beraten hätten. "Und jetzt hat er eine deutsche Firma beauftragt, die die Menschen innerhalb einer Woche 'entsorgt'", machte sich Knoll ihrem Unmut abschließend Luft. (Schluss) sw

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