• 11.11.2002, 19:03:24
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"Neues Volksblatt" Kommentar: "Festlegungen" (Von Walter Salzmann)

Ausgabe vom 12. November 2002

LINZ (OTS) - Was Alfred Gusenbauer im Falle eines Wahlsieges der
SPÖ tun will, ist bekannt. Er will den (auf dem Balkan wegen seiner
betont Pro-serbischen Haltung) durchaus umstrittenen Diplomaten
Wolfgang Petritsch zum Außenminister machen. Er will die (wegen der
Vermengung von kirchlicher und politischer Karriere durchaus
umstrittene) Frau Ex-Bischof Gertraud Knoll zur Staatssekretärin im
Sozialministerium machen. Und Gusenbauer will den (wegen seiner
Geheimdiplomatie gegenüber dem ORF in Sachen Kandidatur ins schiefe
Licht geratenen) Ex-Moderator Josef Broukal zum Bildungs- oder
Wissenschaftsminister machen.
Was Gusenbauer nicht will, ist auch bekannt: Er will keiner
Regierung angehören, in der die SPÖ Zweiter ist. Und: Er will keiner
Regierung zustimmen, in der Karl-Heinz Grasser wieder Finanzminister
ist.
Gusenbauers Festlegungen werden in der SPÖ bereits argwöhnisch
beobachtet und kommentiert. Zum einen fühlen sich altgediente
Genossen auf den Schlips getreten, die sich für ministrabel halten.
Zum anderen warnen weitsichtigere Granden in der SPÖ davor, sich vor
dem 24. November zu weit aus dem Fenster zu lehnen. Denn: Wer sich
vor den Wahlen schon zu sehr festlegt, läuft Gefahr, nach den Wahlen
allein übrig zu bleiben.

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