- 10.11.2002, 08:00:00
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"profil": 23-jähriger Jungspekulant erleichtert hunderte Anleger um über 15 Millionen Euro
Formel-1-Star Ralf Schumacher unter den Geschädigten
Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Montag
erscheinenden Ausgabe berichtet, soll der oberösterreichische
Börsenspekulant Oliver Pracherstorfer über 300 Anleger um über 15
Millionen Euro erleichtert haben. Der 23-jährige Oberösterreicher
hatte den Investoren versprochen, er würde mit seiner OPCM Ltd. an
der US-Wachstumsbörse Nasdaq spekulieren und Renditen von zehn
Prozent im Monat erzielen.
Vor wenigen Tagen aber erklärte Pracherstorfer einigen seiner
Anleger gegenüber telefonisch, dass "von den 15 Millionen Euro fast
nichts mehr übrig" sei.
Einige Anleger haben daraufhin Anzeige erstattet, die Linzer
Kriminalabteilung ermittelt, die Staatsanwaltschaft (Aktenzahl 7 St
324/02) ist eingeschaltet. Der darin geäußerte Verdacht:
Pracherstorfer habe bereits vor über einem Jahr nicht mehr jene
Renditen von zehn Prozent und mehr im Monat erwirtschaften können,
die er seinen Anlegern in Aussicht gestellt hatte, und deshalb die
Konto- und Depotauszüge gefälscht. Der Verdacht wird dadurch
erhärtet, dass selbst der "profil" vorliegende, letzte Auszug vom 29.
September 2002 weist immer noch ein Gesamtvermögen von 17,67
Millionen Euro ausweist.
Unter den über 300 Anlegern aus Österreich, Deutschland und
Spanien finden sich auch Prominente wie der Formel-1-Star Ralf
Schumacher, Andreas Kos, der Physiotherapeut von Formel-1-Fahrer
Heinz-Harald Frentzen, einige Betreuer aus dem Sauber-Rennstall und
ORF-Reporter. Sie alle hätten - ebenso wie ein Mitglied der
Mayr-Melnhof-Familie - jeweils über 100.000 Euro bei OPCM angelegt.
Zusätzlich hat Pracherstorfer auch zahlreiche Geldgeber im Salzburger
und Wiener Rotlichtmilieu gefunden.
Probleme bereitet die missliche Lage von Pracherstorfer und seiner
OPCM auch dem Seitenwagen-Gespann Klaus Klaffenböck und Christian
Parzer. Das Duo, das im Vorjahr sogar den Weltmeistertitel geholt
hatte, nahm OPCM im vergangenen Frühjahr als Hauptsponsor an Bord und
wird sich nun einen neuen Investor suchen müssen.
Pracherstorfer selbst hat unterdessen seine Büros im deutschen
Bamberg und in spanischen Marbella geräumt, die Telefone abgemeldet
und die Internetseite vom Netz genommen. Er selbst ist auf
Tauchstation und lässt lediglich wissen: "Es sind Gelder an der Börse
verspekuliert worden. Einen Betrug oder eine Veruntreuung haben wir
aber nicht gemacht."
Rückfragehinweis:
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Tel.: (01) 534 70 DW 2501 und 2502
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