- 08.11.2002, 12:20:08
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Flemming: Erneut großer Erfolg für den Tierschutz
Einstimmiger Kosmetik-Kompromiss in nächtlicher Sitzung
Brüssel/Wien, 8. November 2002 (ÖVP-PK) "Das Europäische
Parlament hat Rat und Kommission in die Knie gezwungen und so einen
großen Erfolg für den Tierschutz erreicht: Sechs Jahre nach
Inkrafttreten der neuen EU-Kosmetikrichtlinie wird es keine
Kosmetikprodukte in der EU mehr geben, die auf Grund von
Tierversuchen hergestellt wurden. Außerdem werden auch keine Produkte
mehr in die EU importiert werden dürfen, für die ab diesem Zeitpunkt
Tiere als Versuchsopfer dienen", ist die ÖVP-Europaparlamentarierin
Dr. Marilies Flemming höchst zufrieden. Flemming hatte als Mitglied
des Vermittlungsausschusses bis heute vier Uhr früh an diesem
überraschenden und großartigen Erfolg des Europaparlaments
mitgearbeitet. ****
Der Rat hatte bis zuletzt darauf beharrt, keinem Importverbot für
tierversuchsbasierte Produkte zuzustimmen. "Es ist der einstimmigen
und über alle Parteigrenzen hinweg ungebrochenen Position der EP-
Delegation und der hervorragenden Verhandlungsführung der deutschen
Abgeordneten Dagmar Roth-Berend zu verdanken, dass der Rat letztlich
in die Knie gegangen ist", betonte Flemming. Auch die großartige
Argumentation des ehemaligen britischen Gesundheitsministers John
Bowis (EVP-ED) und der EVP-Schattenberichterstatterin Cristina Garcia
Orcoyen trugen maßgeblich zu diesem Erfolg bei.
Der Vermittlungsausschuss einigte sich auf die Genehmigung von
nur drei Ausnahmen zu diesem absoluten Tierversuchsverbot für
Kosmetika: "Nur zum Ausschluss der Toxizität bei wiederholter
Anwendung, der fortpflanzungsgefährdenden Toxizität und der
Toxikogenetik sind Tierversuche zulässig. Das ist unbestritten im
Interesse der Gesundheit der Menschen", so Flemming.
Die meisten großen europäischen Kosmetikunternehmen hätten sich
bereits damit abgefunden, dass es irgendwann zu einem Test- und
Vermarktungsverbot kommen würde. "Nur ein französisches Unternehmen
wollte diese Linie noch verhindern. Aber auch die Briefe der
ehemaligen EP-Präsidentin und jetzigen französischen
Industrieministerin Nicole Fontaine, die ihre ehemaligen Kollegen
gegen den Tierschutz zu beeinflussen versuchte, blieben wirkungslos",
so Flemming. Dies sei auch ein großer Erfolg für die
Kosmetikindustrie, da viele Firmen bereits große Summen in die
Erforschung von Alternativmethoden hineingesteckt hätten und sich
diese Investitionen jetzt lohnen würden.
"Jene Industrien, die rechtzeitig umgedacht haben und den
sensiblen neuen Bedürfnissen vor allem der Konsumentinnen
entgegengekommen sind, werden sicher die ersten sein, die neue
Produkte auf den Markt bringen werden. So flexibel, wie es die
Konsumenten sind, so flexibel hat eine moderne europäische Industrie
zu sein. Es wird aber auch Rat und Kommission gut tun, sich in
Zukunft ebenfalls an dieser Flexibilität ein Beispiel zu nehmen",
sagte Flemming abschließend.
Rückfragen: MEP Dr. Marilies Flemming, Tel.: 0032-2-284-5775
([email protected]) Mag. Philipp M. Schulmeister, EVP-ED
Pressestelle, Tel.: 0032-475-79 00 21
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