• 07.11.2002, 12:42:46
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  • OTS0152 OTW0152

Schwache Konjunkturlage wirkt sich negativ auf den Handel aus

Lemler: "Aktive Maßnahmen zur Förderung des Handels notwendig"

"Die jüngsten Zahlen des Instituts für Gewerbe- und Handelsforschung
zeigen, dass der erwartete Konjunkturaufschwung im 2. Halbjahr nicht
stattfindet", kommentiert Erich Lemler, Obmann der Bundessparte
Handel der Wirtschaftskammer Österreich die aktuellen Zahlen. "Über
die generellen steuerlichen Forderungen der Wirtschaft wie Senkung
der Lohnnebenkosten und Stärkung der Eigenkapitalbasis durch
steuerliche Begünstigung nicht entnommener Gewinne hinaus sind aktive
Maßnahmen zur Förderung des Handels dringend notwendig", so Lemler,
"da gerade der Handel von bestehenden Förderungen für KMUs, die sich
auf Investitionen und nicht auf Waren beziehen, nicht profitieren
kann.

Lemler: "Die sinkende Kundenfrequenz in den Monaten Juli bis
September um 3,5 Prozent ist Ausdruck für die gedrückte Kauflust der
Konsumenten aufgrund der schlechten Wirtschaftslage. Dies führte zu
einem nominellen Minus im 3. Quartal von 0,4 Prozent und einem realen
Minus von 1,4 Prozent". Das Umsatzergebnis des 3. Quartals war wohl
besser als das des ersten Halbjahres, jedoch konnte das
Vorjahresergebnis bei weitem nicht erreicht werden.

Lichtblicke am grauen Konjunkturhimmel lieferten im 3. Quartal nach
der IfGH-Analyse nur drei Branchen. Der Sportartikelhandel
entwickelte sich mit einem nominellen Plus von 3,1 % am günstigsten,
Umsatzsteigerungen verzeichneten auch der Papier- und Buchhandel mit
2,4 %, zurückzuführen auf den Schulbeginn im September, und der
Handel mit Eisenwaren, Bau- und Heimwerkerbedarf (plus 1,9%).
Spielwaren und Lebensmittel erreichten ein Miniplus von 0,1%, der
Radio-, Elektro-, EDV und Fotohandel stagnierte und alle anderen
Branchen mussten Umsatzrückgänge hinnehmen. Besonders betroffen waren
die modischen Branchen wie der Schuh-, Lederwaren und
Bekleidungshandel mit Umsatzrückgängen bis zu fünf Prozent. Eine
Analyse nach Regionen zeigt ein deutliches West-Ost-Gefälle bedingt
durch die unterschiedliche Tourismusentwicklung. Während im Westen
nominelle Umsatzsteigerungen von 1,2 Prozent verzeichnet wurden,
sanken die Umsätze im Osten und Süden mit 1,4% bzw. 1,3% stärker als
im Bundesdurchschnitt.

Die trübe Stimmung im Einzelhandel spiegelt die Händlerbefragung des
IfGH wider: 27% der befragten Betriebe rechnen mit einer schlechten
Geschäftsentwicklung, 32 % der Händler wollen ihre Bestellungen
reduzieren. "Diese negative Einschätzung der Branche gilt für mich
als Alarmzeichen für einen dringenden Handlungsbedarf gerade bei der
Eigenkapitalstärkung der Handelsbetriebe, die sonst bei anhaltend
negativen Umsatzentwicklungen mit Schwierigkeiten bei der
Finanzierung des Warenangebotes rechnen müssen", warnt Lemler vor
einer weiteren Verschlechterung der Ertragslage im Handel. (pt)

Rückfragehinweis: Wirtschaftskammer Österreich
Bundessparte Handel
Dr. Hannes Mraz
Tel.: (++43-1) 50105-3339

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