Cap will Schüssel eine Pinocchio-Nase verleihen

"Weil Schüssel zweieinhalb Jahre die Bevölkerung beschummelt hat"

Wien (SK) "Hier war eine außerordentliche schauspielerische Leistung zu beobachten", so der geschäftsführende SPÖ-Klubobmann Josef Cap zur überraschten bzw. "entsetzten" Reaktion von Kanzler Schüssel auf die Entwicklungen in der FPÖ. "Schüssel wird nicht vergessen machen können, dass er einen Koalitionspakt mit Haider abgeschlossen hat. Er wusste vor zweieinhalb Jahren, wer Haider ist, und er wusste, welche Positionen die FPÖ vertritt", sagte Cap. Für seine schauspielerische Leistung und dafür, "weil er die Österreicherinnen und Österreicher zweieinhalb Jahre immer wieder beschummelt hat", gebühre Schüssel ein Preis, sagte Cap. Er will dem Kanzler eine Pinocchio-Nase aus Holz - "so billig wie möglich" -überreichen. ****

Cap sieht verblüffende Parallelen zwischen Schüssel und Pinocchio, denn "eine blaue Fee hat der Holzpuppe Leben eingehaucht"; Schüssels "blaue Fee" sei der damalige FPÖ-Obmann Jörg Haider gewesen.

"Die FPÖ war nie eine Abordnung eines Mädchenpensionats, die FPÖ ist eine rechtspopulistische Partei", so Cap weiter. Er verwies auf eine lange Reihe von Entgleisungen von FPÖ-Politikern, ihre Treffen mit europäischen Rechtsextremen, die Geschichtsinterpretation vom FPÖ-Volksanwalt Stadler, die dauernden Veto-Drohungen der FPÖ gegen Tschechien. "Schüssel hat dazu geschwiegen", erinnerte Cap an die Standard-Reaktion des Kanzlers. Umso weniger glaubwürdig sei Schüssels nunmehrige Reaktion.

Außerdem hält Cap Schüssels dauernde Stilkritik für wenig überzeugend; immerhin ist Schüssel laut Cap für eine Inseraten-Serie verantwortlich, in der der Spitzendkandidat der SPÖ, Alfred Gusenbauer, "aufs Übelste angegriffen wird", so Cap. Das geschehe "mit Schüssels Wissen, mit seinem Geld und in seinem Auftrag".

Cap verwies im Weiteren auf zahlreiche Versprechen, die der ÖVP-Chef in den letzten Jahren gebrochen habe. Am Anfang stand sein Versprechen, als Dritter bei den NR-Wahlen in die Opposition zu gehen; statt "Zukunft ohne Schulden" wurden acht Milliarden Euro neue Schulden gemacht; Schüssel habe überdies versucht, die Rezession zu leugnen, die dann doch von den Wirtschaftsforschern bestätigt wurde; statt der versprochenen Steuersenkung hat Österreich die höchste Steuer- und Abgabenquote; und statt Sparsamkeit gab die Regierung hunderte Millionen Schilling für Eigenwerbung aus.

Als vorläufigen Höhepunkt der Täuschungsmanöver des ÖVP-Chefs sieht Cap Schüssels Versuch, die letzten zweieinhalb Jahre als erfolgreiche Politik zu verkaufen. (Schluss) wf

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