- 07.11.2002, 12:21:56
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Pittermann: Keine Schmalspurausbildung im Pflegeberuf!
"Bartensteins Ausbildungsvorschläge sind absolut undurchführbar"
Wien (OTS) - Als "absolut undurchführbar" bezeichnete Donnerstag
Wiens Gesundheitsstadträtin Prim. Dr. Elisabeth Pittermann-Höcker im
Rahmen der Vorstellung der neuen Geriatriezentren-Kampagne die
jüngsten Vorschläge von Minister Bartenstein. "Hilflose, alte
Menschen jemanden anzuvertrauen, welcher in einem
Schnellsiedeverfahren zur Ausbildung im Pflegebereich gelangt,
entspricht nicht unserem Anspruch von Qualität und Leistung",
kommentierte Pittermann die Vorstellung von Bartenstein,
WiedereinsteigerInnen und Langzeitarbeitlose zum Einstieg in den
Pflegeberuf zu motivieren. "Die Würde des Menschen steht im
Mittelpunkt, das ist nicht nur bloßes Motto unserer Kampagne, sondern
gelebtes Prinzip, wie mit alten Pflegebedürftigen in der Stadt Wien
umgegangen wird."
"Die ÖVP sieht tatenlos zu, wie in ÖVP-dominierten Bundesländern
Pflegeschulen der Reihe nach geschlossen werden," so Pittermann. Die
Stadt Wien hat mit 2.2000 Ausbildungsplätzen die meisten im
Pflegebereich und übernimmt damit auch die Ausbildungsverpflichtung
für die Bundesländer, wo in den letzten Jahren immer mehr
Pflegeschulen geschlossen worden sind. Auch die Möglichkeit, im
zweiten Bildungsweg die Ausbildung zu erhalten, forciert Wien weitaus
stärker als die Bundesländern.
Generaloberin Staudinger, Leiterin des Geschäftsbereichs
Strategische Planung und Qualitätsmanagement im KAV, warnte
eindringlich vor "gefährlichen Tendenzen, durch Schmalspur -
Ausbildungsvarianten die Qualität des Pflegeberufs zu verschlechtern.
1.000 Ausbildungsplätze kann man nicht einfach so anbieten, ohne
Interessenten zu haben. Ein primäres Interesse muss bei der
Berufsentscheidung vorhanden sein." Die Stadt Wien geht in der
Ausbildung einen sehr guten Weg, indem jungen Menschen
Schnupperpraktika angeboten werden, wo sie für sich selbst testen
können, ob sie für den Beruf geeignet sind.
Der Pflegeberuf sei ein interessanter Beruf, jedoch ein Beruf,
den nicht jeder einfach wahrnehmen kann. "Wenn wir Wert auf Qualität
legen wollen, dann darf nicht mit Zahlen jongliert werden. Es muss
das primäre Berufsinteresse vorhanden sein, es geht um Vorkenntnisse
und Wissen und um die Einstellung, in wieweit man bereit und fähig
ist, mit kranken, alten Menschen zusammen zuarbeiten", sind sich
Pittermann und Generaloberin Charlotte Staudinger einig. (Schluss)
ull
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Dr. Lisa Ulsperger
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