Pittermann: Keine Schmalspurausbildung im Pflegeberuf!

"Bartensteins Ausbildungsvorschläge sind absolut undurchführbar"

Wien (OTS) - Als "absolut undurchführbar" bezeichnete Donnerstag Wiens Gesundheitsstadträtin Prim. Dr. Elisabeth Pittermann-Höcker im Rahmen der Vorstellung der neuen Geriatriezentren-Kampagne die jüngsten Vorschläge von Minister Bartenstein. "Hilflose, alte Menschen jemanden anzuvertrauen, welcher in einem Schnellsiedeverfahren zur Ausbildung im Pflegebereich gelangt, entspricht nicht unserem Anspruch von Qualität und Leistung", kommentierte Pittermann die Vorstellung von Bartenstein, WiedereinsteigerInnen und Langzeitarbeitlose zum Einstieg in den Pflegeberuf zu motivieren. "Die Würde des Menschen steht im Mittelpunkt, das ist nicht nur bloßes Motto unserer Kampagne, sondern gelebtes Prinzip, wie mit alten Pflegebedürftigen in der Stadt Wien umgegangen wird."

"Die ÖVP sieht tatenlos zu, wie in ÖVP-dominierten Bundesländern Pflegeschulen der Reihe nach geschlossen werden," so Pittermann. Die Stadt Wien hat mit 2.2000 Ausbildungsplätzen die meisten im Pflegebereich und übernimmt damit auch die Ausbildungsverpflichtung für die Bundesländer, wo in den letzten Jahren immer mehr Pflegeschulen geschlossen worden sind. Auch die Möglichkeit, im zweiten Bildungsweg die Ausbildung zu erhalten, forciert Wien weitaus stärker als die Bundesländern.

Generaloberin Staudinger, Leiterin des Geschäftsbereichs Strategische Planung und Qualitätsmanagement im KAV, warnte eindringlich vor "gefährlichen Tendenzen, durch Schmalspur -Ausbildungsvarianten die Qualität des Pflegeberufs zu verschlechtern. 1.000 Ausbildungsplätze kann man nicht einfach so anbieten, ohne Interessenten zu haben. Ein primäres Interesse muss bei der Berufsentscheidung vorhanden sein." Die Stadt Wien geht in der Ausbildung einen sehr guten Weg, indem jungen Menschen Schnupperpraktika angeboten werden, wo sie für sich selbst testen können, ob sie für den Beruf geeignet sind.

Der Pflegeberuf sei ein interessanter Beruf, jedoch ein Beruf, den nicht jeder einfach wahrnehmen kann. "Wenn wir Wert auf Qualität legen wollen, dann darf nicht mit Zahlen jongliert werden. Es muss das primäre Berufsinteresse vorhanden sein, es geht um Vorkenntnisse und Wissen und um die Einstellung, in wieweit man bereit und fähig ist, mit kranken, alten Menschen zusammen zuarbeiten", sind sich Pittermann und Generaloberin Charlotte Staudinger einig. (Schluss) ull

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