- 07.11.2002, 11:39:59
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Geriatriezentren-Kampagne: Würde des Menschen im Mittelpunkt
Pittermann: "Jeder Mensch hat Anspruch auf selbstbestimmtes, erfülltes Leben."
Wien (OTS) - Wer im Alter nicht mehr in der Lage ist, alleine zu
wohnen und sich selbst zu versorgen, muss dennoch Anspruch auf ein
selbstbestimmtes, erfülltes Leben haben, stellt Wiens
Gesundheitsstadträtin Dr. Elisabeth Pittermann-Höcker anlässlich des
Starts der Geriatriezentren-Kampagne fest. Diese Voraussetzungen
bieten die Geriatriezentren des Wiener Krankenanstaltenverbundes
(KAV) der Stadt Wien ihren Bewohnerinnen und Bewohnern.
Ärztliche Betreuung rund um die Uhr
Insgesamt 5.300 gut geschulte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
kümmern sich um das Wohl der Patienten. Neben optimaler pflegerischer
und therapeutischer Betreuung wird vor allem auch auf umfassende
medizinische Versorgung Wert gelegt. "In unseren Geriatriezentren
stehen rund um die Uhr Ärzte zur Verfügung", erklärt Prim. Dr. Ludwig
Kaspar, Direktor der KAV-Teilunternehmung Krankenanstalten und
Pflegeheime: "Die Pflege und Rehabilitation all jener, die unsere
Hilfe benötigen, ist unsere Aufgabe." Im Mittelpunkt stehe dabei
stets die Würde des Menschen.****
Vom Versorgungsheim zum Geriatriezentrum
Ihren Ursprung nahmen die heutigen städtischen Geriatriezentren,
die derzeit 5.500 Bewohnerinnen und Bewohnern ein Heim bieten, im
Jahr 1904, als man für sozial bedürftige alte Menschen so genannte
Versorgungsheime schuf. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden diese in
Pflegeheime umbenannt. Schließlich führte der veränderte Bedarf und
das dadurch erweiterte Leistungsangebot zu einer weiteren
Umbenennung.
Seit 1994 wird das Pflegeheim Lainz als Geriatriezentrum am
Wienerwald geführt - es erhielt damit als erstes der
KAV-Einrichtungen den Titel Geriatriezentrum. Die Umbenennung der
anderen Pflegeheime der Stadt Wien in Geriatriezentren erfolgte in
den vergangenen beiden Jahren. "Wie sprechen heute von geriatrischer
Versorgung, weil sich nicht nur die pflegerischen und
therapeutischen, sondern auch die medizinischen Erfordernisse
gewandelt haben", so Kaspar.
Fachbereich Geriatrie gewinnt zunehmend an Bedeutung
Der medizinische Fachbereich der Geriatrie, der sich mit den
altersbedingten Veränderungen des Menschen und des menschlichen
Körpers beschäftigt, gewinne angesichts der Expertenprognose, dass
sich die Zahl der über 80-Jährigen bis Mitte dieses Jahrhunderts
verdreifachen werde, immer mehr an Bedeutung, weiß Pittermann: "Da
ältere Menschen oft unter mehreren voneinander unabhängigen
Krankheiten leiden, ist die Geriatrie verstärkt zu einer
ganzheitlichen, auf jeden einzelnen Patienten angewandten
medizinischen Disziplin geworden."
Die Stadt Wien habe auf die prognostizierte steigende
Lebenserwartung längst mit einem Maßnahmenbündel reagiert, um
Gesundheit, Lebensqualität und Sicherheit im Alter zu gewährleisten,
erklärt Pittermann.
Wiener Gesundheitswesen garantiert pflegerische und
medizinische Versorgung
Für viele Menschen ist diese Gewährleistung keine
Selbstverständlichkeit. Laut einer IFES-Studie sehen 45 Prozent aller
Befragten eine starke Bedrohung darin, im Alter hilflos zu sein. 38
Prozent fürchten, sich eine aufwändige medizinische Versorgung nicht
leisten zu können.
Das qualitativ hochwertige und effiziente Gesundheitswesen Wiens
garantiere jedoch dafür, dass all jenen, die medizinische,
pflegerische und therapeutische Betreuung benötigen, dieses
Leistungsangebot auch zur Verfügung steht, betont Pittermann.
Aktionstage in den Geriatriezentren
Das Leistungsangebot der zehn KAV-Geriatriezentren der Stadt
Wien, drei davon mit Standort in Niederösterreich, ist groß. Vor
allem auf dem Therapiesektor wird eine Vielzahl an Möglichkeiten
geboten. Von Akupunktur, Neuraltherapie und Osteopathie über
Bewegungstherapie, Trainingstherapie, Massagen, Laser- und
Lichttherapie, Thermotherapie, Ergotherapie und sogar "Tiere als
Therapie" reicht die Palette. Anlässlich der kommenden Aktionstage
kann das umfassende Leistungsangebot vor Ort in Augenschein genommen
werden.
Aktionstage in den Geriatriezentren des Wiener
Krankenanstaltenverbundes der Stadt Wien
o Geriatriezentrum am Wienerwald
Zeit: Freitag, 8. November 2002, 9-12 Uhr
Ort: 13., Jagdschloßgasse 59
o Sozialmedizinisches Zentrum Floridsdorf - Geriatriezentrum
Zeit: Dienstag, 12. November 2002, 9-12 Uhr
Ort: 21., Hinaysgasse 1
o SMZ Sophienspital - Pflegezentrum
Zeit: Mittwoch, 13. November 2002, 13-16 Uhr
Ort: 7., Apollogasse 19
o Geriatriezentrum Klosterneuburg
Zeit: Freitag, 15. November 2002, 9-12 Uhr
Ort: 3400 Klosterneuburg, Martinstraße 28-30
Struktur und Leistungen der Geriatriezentren des Wiener
Krankenanstaltenverbundes der Stadt Wien
o Definition und Historie
Geriatriezentren sind Heime für chronisch kranke Menschen, die
Verrichtungen des täglichen Lebens nicht selbst vornehmen können und
soweit pflegebedürftig sind, dass die spezialisierte Fachpflege und
medizinische Betreuung, die einer permanenten ärztlichen
Verfügbarkeit bedarf, überwiegt.
Die Umbenennung von Pflegeheimen in Geriatriezentren wurde,
außer dem GZ am Wienerwald, das bereits 1994 umbenannt worden war,
mit Mai 2001 begonnen und mit Februar 2002 abgeschlossen. Somit
tragen alle vormaligen Pflegeheime die Bezeichnung Geriatriezentren.
Die vorhandene Struktur der Wiener städtischen Geriatriezentren
ist historisch gewachsen und hat in vergangenen Zeiten wichtige
internationale und nationale Impulse für die geriatrische Medizin
gesetzt. So wurde Ignaz Nasher durch einen Besuch im damaligen
Versorgungsheim Lainz inspiriert, im Jahr 1909 erstmals den Begriff
"Geriatrie" analog zu Pädiatrie im New York Medical Journal zu
publizieren.
1955 gründete Prof. Dr. Walter Doberauer, Direktor des
Pflegeheims Baumgarten, die Österreichische Gesellschaft für
Geriatrie und Gerontologie als eine der ersten geriatrischen
Fachgesellschaften Österreichs.
o Standorte
Die Stadt Wien betreibt zehn Pflegeeinrichtungen mit insgesamt
5.600 Betten:
o Geriatriezentrum am Wienerwald
o Geriatriezentrum Baumgarten
o Geriatriezentrum Donaustadt
o SMZ Floridsdorf - Geriatriezentrum (Geriatriezentrum Nord)
o Geriatriezentrum Klosterneuburg
o Geriatriezentrum Liesing
o SMZ Otto-Wagner-Spital - Pflegezentrum
o SMZ Sophien-Spital - Pflegezentrum
o Geriatriezentrum St. Andrä/Traisen
o Therapiezentrum Ybbs
Fünf der Geriatriezentren werden in enger Synergie mit jeweils
einer KAV-Krankenanstalt am selben Standort betrieben (GZ am
Wienerwald - KH Lainz, GZ Nord - KH Floridsdorf, SMZ
Otto-Wagner-Spital - Pflegezentrum, SMZ Sophienspital -
Pflegezentrum, GZ Donaustadt - Donauspital)
Im Jänner 2003 wird außerdem in unmittelbarer Nachbarschaft des
Kaiser-Franz-Josef-Spitals in Wien-Favoriten das neu erbaute
Geriatriezentrum Süd eröffnet.
o Qualitätsmerkmale
Alle Geriatriezentren der Stadt Wien zeichnen sich durch
permanente ärztliche Versorgung aus. Weitere Qualitätsmerkmale der
Geriatriezentren der Stadt Wien sind:
o abgegebene Medikamente müssen von den PatientInnen nicht
gesondert bezahlt werden, wie das bei vielen privaten Trägern
der Fall ist
o die medizinische, pflegerische und therapeutische Versorgung
befindet sich auf einem äußerst hohen Niveau
o die umfassende gerontologische Betreuung alter Menschen umfasst
neben fachärztlicher Betreuung und umfangreichem physio- sowie
ergotherapeutischen Angebot gezieltes Mobilitätstraining,
ernährungsmedizinische Beratung und geriatrisches Assessment
o um die Angehörigen zu entlasten, besteht die Möglichkeit der
Kurzzeitpflege und der Urlaubsbetreuung
o Medizinische Schwerpunkte
Die medizinischen Schwerpunkte in den Geriatriezentren des
Wiener Krankenanstaltenverbundes der Stadt Wien sind:
o geriatrisch-medizinische Durchuntersuchung auf
Aufnahme-/Assessmentstationen
o geriatrische Rehabilitation
o geriatrisch-medizinische Betreuung im Langzeitbereich
o Spezialbereiche (Neuro-Apalliker-Stationen, Demenz-Stationen,
Pulmo, Derma, Respite care etc.)
Weitere Informationen:
o http://www.wienkav.at/kav/pflege.asp
(Schluss) gn
Rückfragehinweis:
PID-Rathauskorrespondenz:
http://www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/Wiener Krankenanstaltenverbund/Stabsstelle PR
Gabriele Nigl,
Tel.: 53114/60012
mailto:[email protected]
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