Geriatriezentren-Kampagne: Würde des Menschen im Mittelpunkt

Pittermann: "Jeder Mensch hat Anspruch auf selbstbestimmtes, erfülltes Leben."

Wien (OTS) - Wer im Alter nicht mehr in der Lage ist, alleine zu wohnen und sich selbst zu versorgen, muss dennoch Anspruch auf ein selbstbestimmtes, erfülltes Leben haben, stellt Wiens Gesundheitsstadträtin Dr. Elisabeth Pittermann-Höcker anlässlich des Starts der Geriatriezentren-Kampagne fest. Diese Voraussetzungen bieten die Geriatriezentren des Wiener Krankenanstaltenverbundes (KAV) der Stadt Wien ihren Bewohnerinnen und Bewohnern.

Ärztliche Betreuung rund um die Uhr

Insgesamt 5.300 gut geschulte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kümmern sich um das Wohl der Patienten. Neben optimaler pflegerischer und therapeutischer Betreuung wird vor allem auch auf umfassende medizinische Versorgung Wert gelegt. "In unseren Geriatriezentren stehen rund um die Uhr Ärzte zur Verfügung", erklärt Prim. Dr. Ludwig Kaspar, Direktor der KAV-Teilunternehmung Krankenanstalten und Pflegeheime: "Die Pflege und Rehabilitation all jener, die unsere Hilfe benötigen, ist unsere Aufgabe." Im Mittelpunkt stehe dabei stets die Würde des Menschen.****

Vom Versorgungsheim zum Geriatriezentrum

Ihren Ursprung nahmen die heutigen städtischen Geriatriezentren, die derzeit 5.500 Bewohnerinnen und Bewohnern ein Heim bieten, im Jahr 1904, als man für sozial bedürftige alte Menschen so genannte Versorgungsheime schuf. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden diese in Pflegeheime umbenannt. Schließlich führte der veränderte Bedarf und das dadurch erweiterte Leistungsangebot zu einer weiteren Umbenennung.

Seit 1994 wird das Pflegeheim Lainz als Geriatriezentrum am Wienerwald geführt - es erhielt damit als erstes der KAV-Einrichtungen den Titel Geriatriezentrum. Die Umbenennung der anderen Pflegeheime der Stadt Wien in Geriatriezentren erfolgte in den vergangenen beiden Jahren. "Wie sprechen heute von geriatrischer Versorgung, weil sich nicht nur die pflegerischen und therapeutischen, sondern auch die medizinischen Erfordernisse gewandelt haben", so Kaspar.

Fachbereich Geriatrie gewinnt zunehmend an Bedeutung

Der medizinische Fachbereich der Geriatrie, der sich mit den altersbedingten Veränderungen des Menschen und des menschlichen Körpers beschäftigt, gewinne angesichts der Expertenprognose, dass sich die Zahl der über 80-Jährigen bis Mitte dieses Jahrhunderts verdreifachen werde, immer mehr an Bedeutung, weiß Pittermann: "Da ältere Menschen oft unter mehreren voneinander unabhängigen Krankheiten leiden, ist die Geriatrie verstärkt zu einer ganzheitlichen, auf jeden einzelnen Patienten angewandten medizinischen Disziplin geworden."

Die Stadt Wien habe auf die prognostizierte steigende Lebenserwartung längst mit einem Maßnahmenbündel reagiert, um Gesundheit, Lebensqualität und Sicherheit im Alter zu gewährleisten, erklärt Pittermann.

Wiener Gesundheitswesen garantiert pflegerische und medizinische Versorgung

Für viele Menschen ist diese Gewährleistung keine Selbstverständlichkeit. Laut einer IFES-Studie sehen 45 Prozent aller Befragten eine starke Bedrohung darin, im Alter hilflos zu sein. 38 Prozent fürchten, sich eine aufwändige medizinische Versorgung nicht leisten zu können.

Das qualitativ hochwertige und effiziente Gesundheitswesen Wiens garantiere jedoch dafür, dass all jenen, die medizinische, pflegerische und therapeutische Betreuung benötigen, dieses Leistungsangebot auch zur Verfügung steht, betont Pittermann.

Aktionstage in den Geriatriezentren

Das Leistungsangebot der zehn KAV-Geriatriezentren der Stadt Wien, drei davon mit Standort in Niederösterreich, ist groß. Vor allem auf dem Therapiesektor wird eine Vielzahl an Möglichkeiten geboten. Von Akupunktur, Neuraltherapie und Osteopathie über Bewegungstherapie, Trainingstherapie, Massagen, Laser- und Lichttherapie, Thermotherapie, Ergotherapie und sogar "Tiere als Therapie" reicht die Palette. Anlässlich der kommenden Aktionstage kann das umfassende Leistungsangebot vor Ort in Augenschein genommen werden.

Aktionstage in den Geriatriezentren des Wiener Krankenanstaltenverbundes der Stadt Wien

o Geriatriezentrum am Wienerwald
Zeit: Freitag, 8. November 2002, 9-12 Uhr
Ort: 13., Jagdschloßgasse 59
o Sozialmedizinisches Zentrum Floridsdorf - Geriatriezentrum
Zeit: Dienstag, 12. November 2002, 9-12 Uhr
Ort: 21., Hinaysgasse 1
o SMZ Sophienspital - Pflegezentrum
Zeit: Mittwoch, 13. November 2002, 13-16 Uhr
Ort: 7., Apollogasse 19
o Geriatriezentrum Klosterneuburg
Zeit: Freitag, 15. November 2002, 9-12 Uhr
Ort: 3400 Klosterneuburg, Martinstraße 28-30

Struktur und Leistungen der Geriatriezentren des Wiener Krankenanstaltenverbundes der Stadt Wien

o Definition und Historie

Geriatriezentren sind Heime für chronisch kranke Menschen, die Verrichtungen des täglichen Lebens nicht selbst vornehmen können und soweit pflegebedürftig sind, dass die spezialisierte Fachpflege und medizinische Betreuung, die einer permanenten ärztlichen Verfügbarkeit bedarf, überwiegt.

Die Umbenennung von Pflegeheimen in Geriatriezentren wurde, außer dem GZ am Wienerwald, das bereits 1994 umbenannt worden war, mit Mai 2001 begonnen und mit Februar 2002 abgeschlossen. Somit tragen alle vormaligen Pflegeheime die Bezeichnung Geriatriezentren.

Die vorhandene Struktur der Wiener städtischen Geriatriezentren ist historisch gewachsen und hat in vergangenen Zeiten wichtige internationale und nationale Impulse für die geriatrische Medizin gesetzt. So wurde Ignaz Nasher durch einen Besuch im damaligen Versorgungsheim Lainz inspiriert, im Jahr 1909 erstmals den Begriff "Geriatrie" analog zu Pädiatrie im New York Medical Journal zu publizieren.

1955 gründete Prof. Dr. Walter Doberauer, Direktor des Pflegeheims Baumgarten, die Österreichische Gesellschaft für Geriatrie und Gerontologie als eine der ersten geriatrischen Fachgesellschaften Österreichs.

o Standorte

Die Stadt Wien betreibt zehn Pflegeeinrichtungen mit insgesamt 5.600 Betten:

o Geriatriezentrum am Wienerwald
o Geriatriezentrum Baumgarten
o Geriatriezentrum Donaustadt
o SMZ Floridsdorf - Geriatriezentrum (Geriatriezentrum Nord)
o Geriatriezentrum Klosterneuburg
o Geriatriezentrum Liesing
o SMZ Otto-Wagner-Spital - Pflegezentrum
o SMZ Sophien-Spital - Pflegezentrum
o Geriatriezentrum St. Andrä/Traisen
o Therapiezentrum Ybbs

Fünf der Geriatriezentren werden in enger Synergie mit jeweils einer KAV-Krankenanstalt am selben Standort betrieben (GZ am Wienerwald - KH Lainz, GZ Nord - KH Floridsdorf, SMZ Otto-Wagner-Spital - Pflegezentrum, SMZ Sophienspital -Pflegezentrum, GZ Donaustadt - Donauspital)

Im Jänner 2003 wird außerdem in unmittelbarer Nachbarschaft des Kaiser-Franz-Josef-Spitals in Wien-Favoriten das neu erbaute Geriatriezentrum Süd eröffnet.

o Qualitätsmerkmale

Alle Geriatriezentren der Stadt Wien zeichnen sich durch permanente ärztliche Versorgung aus. Weitere Qualitätsmerkmale der Geriatriezentren der Stadt Wien sind:

o abgegebene Medikamente müssen von den PatientInnen nicht gesondert bezahlt werden, wie das bei vielen privaten Trägern
der Fall ist
o die medizinische, pflegerische und therapeutische Versorgung befindet sich auf einem äußerst hohen Niveau
o die umfassende gerontologische Betreuung alter Menschen umfasst neben fachärztlicher Betreuung und umfangreichem physio- sowie ergotherapeutischen Angebot gezieltes Mobilitätstraining, ernährungsmedizinische Beratung und geriatrisches Assessment
o um die Angehörigen zu entlasten, besteht die Möglichkeit der Kurzzeitpflege und der Urlaubsbetreuung

o Medizinische Schwerpunkte

Die medizinischen Schwerpunkte in den Geriatriezentren des Wiener Krankenanstaltenverbundes der Stadt Wien sind:

o geriatrisch-medizinische Durchuntersuchung auf Aufnahme-/Assessmentstationen
o geriatrische Rehabilitation
o geriatrisch-medizinische Betreuung im Langzeitbereich
o Spezialbereiche (Neuro-Apalliker-Stationen, Demenz-Stationen, Pulmo, Derma, Respite care etc.)

Weitere Informationen:

o http://www.wienkav.at/kav/pflege.asp

(Schluss) gn

Rückfragen & Kontakt:

PID-Rathauskorrespondenz:
http://www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/Wiener Krankenanstaltenverbund/Stabsstelle PR
Gabriele Nigl,
Tel.: 53114/60012
gabriele.nigl@kav.magwien.gv.at

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