- 06.11.2002, 12:15:55
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Niederwieser für Wiedereinführung des Entgeltfortzahlungsfonds
Wien (SK) "Die Abschaffung des Erstattungsfonds für die
Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall war ein Bärendienst der
Regierung an den Arbeitnehmern und Unternehmen. Wir wollen diesen
Fonds unverzüglich wieder einführen, ehe weitere Kleinbetriebe Pleite
gehen und Arbeitnehmer auf die Entgeltfortzahlung verzichten", sagt
SPÖ-Nationalrat Erwin Niederwieser heute in einem Referat vor
Sozialdemokratischen Gewerkschaftern in Innsbruck. ****
Unterstützt wird er dabei von seinem Stellvertreter im Bezirk
Innsbruck-Land und Vizepräsident des Freien Wirtschaftsverbandes
Tirol, Herbert Hörtnagl aus Steinach: "Die Betriebe sparen sich jetzt
zwar die Beiträge für diesen Fonds, aber gerade für Klein- und
Kleinstbetriebe mit wenigen Mitarbeitern und geringen Umsätzen ist
jetzt jeder Krankenstand ein existenzielles Risiko. Wir wollen, dass
die Mitarbeiter weiterhin ihren Lohn bekommen, wenn sie krank werden,
aber bei drei Leuten muss ich in dieser Zeit einen Ersatz anstellen
und das kostet dann praktisch das Doppelte. Das verkraften viele
einfach nicht!"
Erwin Niederwieser verweist auf Fälle, bei denen das bereits schlimme
Auswirkungen gezeitigt hat: "Arbeitnehmer werden zur einvernehmlichen
Auflösung des Dienstverhältnisses während der Zeit des Krankenstandes
gedrängt, damit der Betrieb das Entgelt nicht weiterzahlen muss. Bei
längeren oder wiederkehrenden Krankenständen älterer Mitarbeiter
kommt es vermehrt zu Kündigungen, und das ist für beide Seiten nach
Jahrzehnten in einem Betrieb mehr als bitter."
Die Schuld daran gibt Niederwieser einer politischen Ideologie, die
"entsoldidarisiert". "Die Rücksichtslosen, Großen und Starken werden
bedient und die Kleinen sollen schauen, wo sie bleiben. Wohin das
führt, haben wir jetzt zweieinhalb Jahre erlebt und selbst
eingefleischte ÖVP-Wirtschaftsbündler und Kleinunternehmer sagen mir,
weitere zweieinhalb Jahre schwarzblaue Ellbogenpolitik überleben sie
nicht", so Niederwieser abschließend. (Schluss) wf/mm
Rückfragehinweis: Pressedienst der SPÖ
Tel.: (++43-1) 53427-275
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