- 06.11.2002, 12:13:42
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Riess-Passer wehrt sich im NEWS-Interview gegen Haider-Vorwürfe.
Die Vizekanzlerin erwägt rechtliche Schritte und denkt nicht an Parteiaustritt: "Das ist nicht nur seine Partei!"
Wien (OTS) - In einem Interview in der morgen erscheinenden
Ausgabe des Nachrichtenmagazins NEWS nimmt Vizekanzlerin Susanne
Riess-Passer erstmals ausführlich zu den von Ex-Parteichef Haider
erhobenen Vorwürfen und Austritts-Aufforderungen Stellung.
Riess-Passer zu den Vorwürfen, "strafbarer Tatbestände" im
Zusammenhang mit der Abfangjäger-Entscheidung: "Das ist ein
ungeheuerlicher Vorwurf, der für mich das Ausmaß des erträglichen
überschreitet. Ich werde mir das von niemandem gefallen lassen."
Eine Klage gegen Haider sei möglich: "Wenn er das wirklich
behauptet, wird das auch für ihn Konsequenzen haben."
Sie "denke nicht daran", Haiders Aufforderung, aus der Partei
auszutreten, nachzukommen. "Das ist meine Partei genauso wie sie die
Partei Haiders ist." Riess-Passer: "Wer glaubt, dass ich keinen Platz
in der Partei mehr habe, muss ein Ausschlussverfahren gegen sie
anstrengen und Gründe auf den Tisch legen."
Sie hätte sich jedenfalls nie die "Taschen vollgestopft", sondern
"sofort meinen Rücktritt als Vizekanzlerin angeboten." Riess-Passer:
"Die Partei hat mich gebeten, weiter zu machen."
Über die Zukunft ihrer Partei zeigt sich Riess-Passer besorgt. Sie
hoffe, dass sich jene Kräfte nach der Wahl durchsetzen mögen, die an
einer Fortsetzung der Koalition mit der ÖVP interessiert sind. "Es
gäbe noch so viel zu tun. Sonst wäre das Projekt wirklich
gescheitert."
Haiders Ausflug in den Irak kommentiert sie nicht ohne Ironie:
"Man kann schon die Fehler der USA sehen, aber man darf die Fehler
der anderen Seite nicht verschweigen. Und Saddam ist wahrhaft kein
unbeflecktes Lamm."
Rückfragehinweis:
NEWS-Chefredaktion
Sekretariat: 01/213 12/1103 DW
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