- 06.11.2002, 10:04:18
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10 Jahre First Love Ambulanz in der Rudolfstiftung
Studie ergab: erster Gynäkologenbesuch erfolgt selten vor dem ersten Sex
Wien (OTS) - Ihr erstes Mal erleben junge Mädchen in Wien und
Oberösterreich durchschnittlich im Alter von 15 Jahren. 68 % der
Mädchen verhüten beim ersten Geschlechtsverkehr nicht. Der Besuch
beim Gynäkologen findet im Schnitt erst eineinhalb Jahre später
statt. Eine kürzlich in Wien und Oberösterreich durchgeführte Stu-die
ergab, dass bei den weiblichen Teenagern großer Aufklärungsbe-darf
besteht. "Junge Menschen sind heute, was das Thema Sexualität angeht,
derart reizüberflutet, dass sie oft die für sie wesentli-chen
Informationen nicht mehr herausfiltern können", so Prim. Dr. Ludwig
Kaspar, Direktor der Spitäler und Geriatriezentren im Wie-ner
Krankenanstaltenverbund (KAV). Die First Love Ambulanz könne hier in
unbürokratischer Weise wichtige Dienste leisten, ist Kas-par
überzeugt.
Hauptinformationsquelle in Sachen Aufklärung ist das TV
Anlässlich des zehnjährigen Jubiläums ließ der Chef der First
Love Ambulanz in der Rudolfstiftung, Univ. Prof. Prim. Dr. Werner
Grünberger, eine Studie über das Sexualverhalten junger Mädchen
durchführen. Dazu wurden 548 Mädchen zwischen dreizehn und neun-zehn
Jahren aus Wien, Ried im Innkreis und Bad Ischl befragt. Nach dem
Multiple-Choice-Verfahren waren 69 Fragen zu beantworten. Die 30.000
Antworten brachten teils schockierende, teils erstaunliche
Ergebnisse. So gaben die Mädchen beispielsweise als
Informations-quelle Nummer Eins zum Thema Sex, vor der Aufklärung
über Schule oder Eltern, das Fernsehen an. Überraschend waren auch
die Reakti-onen auf die Frage nach dem Kinderwunsch. Bei mehr als der
Hälfte der Mädchen besteht kein Wunsch, Kinder zu gebären. Noch vor
zehn Jahren gaben 72 % der gleichen Altersgruppe in einer
vergleichba-ren Studie an, einmal Kinder haben zu wollen.
Viele Mädchen haben Angst vor ungewollter Schwangerschaft
"Wie groß der Aufklärungsbedarf immer noch ist, sehen wir daran,
dass ein erheblicher Anteil der Mädchen beim ersten Besuch unserer
First Love Ambulanz befürchtet, schwanger zu sein", meint Prof.
Grünberger, Chef der Gynäkologie in der Rudolfstiftung und Gründer
der ersten First Love Ambulanz. Im September 1992 wurde die damals
europaweit erste derartige Einrichtung in der Rudolf-stiftung
eröffnet. Sie versteht sich als Sexualberatung und rich-tet sich an
vierzehn- bis neunzehnjährige Mädchen. Die Teenager können
Freundinnen, Eltern oder ihren Partner zur Beratung mit-bringen oder
aber alleine kommen.
Weder Krankenschein noch Terminvereinbarung sind nötig
In der Spezialambulanz in der Rudolfstiftung wird auf Wunsch
auch die erste gynäkologische Untersuchung, und zwar von speziell
ausgebildeten JugendgynäkologInnen, durchgeführt. Dabei nehmen sich
die Mitarbeiter der Ambulanz überdurchschnittlich lange Zeit für die
Teenager. So dauert ein Ambulanzbesuch im Schnitt eine
Dreiviertelstunde. Sowohl Beratung als auch Untersuchung erfolgen
kostenlos und anonym. Die Mädchen müssen weder einen Termin
ausma-chen, noch benötigen sie einen Krankenschein. Die Ambulanz ist
dabei zeitlich und räumlich von den Erwachsenen-Ambulanzen ge-trennt.
"Dies gewährleistet die Anonymität der Mädchen", so Grün-berger.
Zweimal pro Woche steht ein Team von Frauenärzten, Psycho-logen und
Krankenschwestern für alle Fragen zu Verhütung, Ge-schlechtsverkehr
oder HIV-Prävention zur Verfügung und ist Anlauf-stelle für die
Probleme der jungen Mädchen. Österreichweit gibt es inzwischen zwölf
ähnliche Ambulanzen. Allein in der Rudolfstiftung werden jährlich
1.000 Mädchen betreut.
First Love Ambulanzen im Wiener Krankenanstaltenverbund
Zwei First Love Ambulanzen sind in Einrichtungen des Wiener
Krankenanstaltenverbundes beheimatet:
o Krankenanstalt Rudolfstiftung:
3., Juchgasse 25
Tel: 711 65-4712
Montag und Mittwoch, 14 bis 16 Uhr
http://www.firstlove.at/firstlove.htm
o Donauspital SMZ-Ost:
22., Langobardenstraße 122
Tel: 288 02-3850
Freitag, 16 bis 19 Uhr
(Schluss) bw
Rückfragehinweis:
PID-Rathauskorrespondenz:
http://www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
Wiener Krankenanstaltenverbund/Public Relations
Birgit Wachet
Tel.: 53114/60103
mailto:[email protected]
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