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"Neue Kärntner Tageszeitung" - Kommentar: "Kampf der Besessenen" (von Claudia Grabner)
Ausgabe 06.11.2002
Klagenfurt (OTS) - Seine Untaten haben Methode. Und die Methode
ein Ziel: Die
Ausschaltung jenes verhassten Mannes, den er zum Sündenbock für das
Zerbröseln seiner Partei auserkoren hat: Der Mann heißt
Wolfgang Schüssel; Er Jörg Haider. Letzterer geht in seinem nicht
länger nachvollziehbaren Kurs selbst über die Leiche seines
Lebenswerkes: von der Regierungspartei FPÖ sollte nach dem 24.
November nicht viel mehr übrig bleiben als jene Fundamental-
opposition mit dem Führer J. H., hinter dem sich ein blauer
Kampftrupp scharrt.
Es sei denn, Wolfgang Schüssel selbst ist in seiner
ihm eigenen Besessenheit nicht zu stoppen: Und wagt - vorausgesetzt,
es geht sich rechnerisch aus - ein zweites Mal den blauen
Schulterschluss. Ein Schulterschluss, weit jenseits von Wagnis
angesiedelt: er wäre die absolute Auslieferung an Jörg Haider.
Eines muss Schüssel klar sein: Die FPÖ ist spätestens seit dem
Abgang von Susanne Riess-Passer, Karl-Heinz Grasser, Peter
Westenthaler und allerspätestens seit der Demontage (nichts anderes
war es) eines Mathias Reichhold wieder die lupenreine
Jörg-Haider-Partei. Alles hört auf sein Kommando. Die Marionetten
tanzen. Die Statisten salutieren. Was aber macht der ÖVP-Chef? Er
betet sein
"Ich-zähme-die-FPÖ-Sprücherl" und bleibt machthungrig dabei, dass
Haider in der FPÖ ja eh nichts zu reden hat.
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