- 05.11.2002, 12:00:15
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Rübenernte 2002 erfolgt unter extremen Bedingungen
Noch rund ein Drittel der Rüben im Boden - Feldwegeausbau in NÖ hat sich bezahlt gemacht
Wien (AIZ) - Die Zuckerrübenernte 2002 in Österreich geht wegen
der anhaltenden Regenfälle unter extrem schwierigen Bedingungen von
statten. Während die rund 9.600 heimischen Rübenbauern in
Normaljahren um diese Zeit schon den Großteil der Rüben gerodet
haben, steckt heuer, so Rübenbauern-Obmann Hermann Schultes, noch
rund ein Drittel, das heißt etwa 1 Mio. t, der insgesamt erwarteten
gut 3 Mio. t Rübenernte im vom Regen aufgeweichten Boden. "Die
Erntetechnik ist unter diesen Bedingungen bis an die Grenzen
gefordert und die Rübenbauern müssen einen hohen Aufwand auf sich
nehmen, um eine kontinuierliche Rohstoffversorgung für eine
reibungslose Verarbeitungskampagne in den drei österreichischen
Zuckerfabriken sicherstellen zu können."
Die tiefen Böden machen ein Befahren der Rübenfelder mit
herkömmlichen, von Traktoren gezogenen Erntemaschinen praktisch
unmöglich, nur die modernen selbst fahrenden und meist
überbetrieblich eingesetzten "Sechsreiher"-Erntemaschinen könnten die
Grenzen des Machbaren weiter hinausschieben, so Schultes. Noch sind
die Rübenbauern zuversichtlich, dass zehn bis 14 regenfreie Tage
reichen würden, um die restliche Ernte einbringen zu können. Mit den
auf einer Anbaufläche von 44.600 ha erwarteten 3 Mio. t Zuckerrüben
wird das Ernteergebnis 2002 über dem Ertrag von 2,77 Mio. t vom
Vorjahr liegen. Der niederschlagsreiche Sommer wird nämlich die
Hektarerträge mit 69 t um 10% höher ausfallen lassen als 2001. Zwar
liegt der Zuckergehalt der Rüben 2002 unter dem der Ernte 2001, doch
soll das österreichische Zuckerindustrieunternehmen Agrana mit
440.000 t dennoch eine höhere Weißzuckerausbeute erzielen können als
2001 mit 423.000 t. "Die Rüben der Ernte 2002 weisen eine gute
Verarbeitungsqualität auf", berichtet Schultes.
Rübenabfuhr schwierig - Feldwegeausbau in NÖ hat sich bezahlt gemacht
Nicht nur die Ernte der Rüben selbst, sondern auch die Abfuhr von
den Feldrändern, meist über Güterwege, gestaltet sich angesichts der
tiefen Böden für die Landwirte heuer sehr schwierig. "Da hat sich
insbesondere in Niederösterreich das heuer zur Bewältigung der
gestiegenen Anforderungen an die Rübentransport-Logistik gestartete
Ausbauprogramm für die Güterwege bezahlt gemacht", schildert Schultes
erste positive Erfahrungen gleich in einem Extremjahr. "Die
Rübenbauern sind den zuständigen Bürgermeistern und Landesrat Josef
Plank sehr dankbar für dieses Ausbauprogramm."
(Schluss)
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