• 04.11.2002, 19:23:09
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Broukal: Wir müssen in die Oberliga bei der Forschung und Entwicklung aufsteigen

Wien (SK) "Nachdem die Gelder für Forschung und Entwicklung
von Schwarz-Blau auf dem Altar des Nulldefizits geopfert worden
sind, müssen wir dafür sorgen, dass Österreich wieder in die
Oberliga bei der Forschung und Entwicklung aufsteigt", betonte Josef
Broukal, SPÖ-Kandidat für die Nationalratswahl, am Montag im Rahmen
einer Veranstaltung der GPA. Dabei gelte es "nach Jahren der
Kleinlichkeit" wirklich Geld für die Forschung in die Hand zu
nehmen. Dass sich diese Investition in jedem Falle auszahle,
begründete der "Mr. Modern Times" folgendermaßen: "Die
Grundlagenforschung von heute ist die angewandte Forschung von
morgen und die Quelle neuer moderner Arbeitsplätze von übermorgen."
****

Der derzeitige Zustand an den Universitäten, "wo die
Studenten auf dem Fußboden sitzen müssen, weil die Hörsäle zu klein
sind", erinnerte Broukal "an Verhältnisse, wie ich sie in den 60er
Jahren erlebt habe". Herbe Kritik setzte es auch an einem
"ungeplanten und unwissenden Unibetrieb", der sich besser auf die
Bedürfnisse der Studenten ausrichten sollte und der lernen müsse,
sich als Dienstleister der Gesellschaft zu begreifen. Als einen
Schritt in Richtung Dienstleistungsbetrieb schlug Broukal vor, den
"heiligen Kanon der Abwesenheit", sprich der langen Ferienzeiten zu
zerbrechen. "Mit gutem Zureden an das akademische Lehrpersonal muss
das möglich sein", zeigte sich Broukal überzeugt. Um die
Finanzierbarkeit der von der SPÖ versprochenen Abschaffung der
Studiengebühren machte sich Broukal keine Sorgen: "Durch die
Nichtanschaffung der Abfangjäger haben wir 500 Millionen Euro zur
Verfügung. Das ist ein Vielfaches von dem, was die Studiengebühren
ausmachen."

Nach seinen Koalitionspräferenzen befragt, meinte Broukal:
"Es kommt darauf an, was man mit jemanden um- und durchsetzen kann."
"Extrem wichtig" dabei seien die Handschlagqualität des Gegenübers.

Als "Unverfrorenheit" empfand Broukal den Auftritt Schüssels in der
Pressestunde am Sonntag, in der dieser Dinge wie die 1.000 Euro
Mindestlohn vorgeschlagen habe, welche die SPÖ und die
Gewerkschaften schon seit Jahren fordern. "Doch wie wir alle wissen,
ist die Halbwertszeit solcher Aussagen sehr kurz", bemerkte Broukal.
Für den Fall, dass Schüssel nach den Wahlen aus der Regierung
ausscheidet, wollte Broukal eines sichergestellt wissen: Er dürfe
nicht in Pension gehen, sondern solle "wie alle andern auch" bis
61,5 Jahre arbeiten.(Schluss)lm

Rückfragehinweis: Pressedienst der SPÖ
Tel.: (++43-1) 53427-275
http://www.spoe.at

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