• 04.11.2002, 11:45:04
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ZU SCHNELL UNTERWEGS - TÖDLICH!

Nicht angepasste Geschwindigkeit gilt nach wie vor als Killer Nummer 1. KfV: Rasen zahlt sich nicht aus und bringt nur unermessliches Leid

Wien (OTS) - "Wer rast, gewinnt nichts", stellt Dr. Othmar Thann,
Direktor des Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV), klar. "Es gibt
de facto keinen Grund mit dem Auto zu schnell unterwegs zu sein. Wer
mit überhöhter Geschwindigkeit fährt, erspart sich dadurch
erwiesenermaßen viel weniger als der Einzelne glaubt. Auch auf das
Phänomen des Temporausches kann sich kein Raser hinausreden - das
existiert nämlich gar nicht". Auch vergangene Woche war wieder einmal
nicht angepasste Geschwindigkeit die Hauptunfallsursache Nummer 1.
Von insgesamt 18 Todesopfern, mussten neun deswegen ihr Leben lassen.

Schon 1 km/h weniger schnell verringert Zahl der Getöteten

Wer mit überhöhter Geschwindigkeit fährt gefährdet nicht nur sich
selbst, sondern auch das Leben anderer unschuldiger
Verkehrsteilnehmer. Mit ein Grund warum zahlreiche Verkehrsteilnehmer
regelrecht Angst vor Rasern haben. Laut KfV werden beinahe die Hälfte
aller tödlichen Unfälle durch nicht angepasste Geschwindigkeit
verursacht. Dabei müsste der hohe Blutzoll auf Österreichs Straßen
gar nicht sein - zumindest nicht in diesem Ausmaß. Laut
internationalen Studien könnte bereits eine Senkung der
durchschnittlich gefahrenen Geschwindigkeit um nur 1 km/h einen
Rückgang von zwei bis drei Prozent der Unfälle bewirken. Die Zahl der
Todesopfer würde sich damit um fünf Prozent verringern.

Dürftige Geschwindigkeitsmoral

Die Geschwindigkeitsmoral der Österreicher lässt leider zu Wünschen
übrig. Auf Autobahnen halten sich 28 Prozent nicht an die 130er
Beschränkung, im Freiland fährt etwa jeder fünfte zu schnell und im
Ortsgebiet halten sich gar nur 45 Prozent an Tempo 50. Vor allem für
hohe Geschwindigkeiten sind Menschen eigentlich nicht geschaffen.
KfV-Chef Thann: "Menschen können zwar mit Hilfe der Technik 130, 150
oder 180 km/h erreichen. Für das Erkennen des damit verbunden
Gefahrenpotenzials fehlt ihnen aber das nötige Sinnesorgan. Das KfV
fordert ja schon seit Jahren weniger Toleranz gegenüber
Geschwindigkeitsübertretern".

Mit Section Control erster Schritt für mehr Verkehrssicherheit

Laut KfV ist mit der seit 25. Mai 2002 gesetzlich eingeführten
Section Control ein erster wichtiger Schritt in Richtung mehr
Verkehrssicherheit getan. Bei der Section Control handelt es sich um
eine vollautomatische streckenweise Überwachung, die zunächst in
Tunnels und auf Autobahnen, vor allem in Baustellenbereichen und
hochbelasteten Abschnitten eingesetzt wird. Dabei werden
Durchschnittsgeschwindigkeiten über längere Wegstrecken von z.B. drei
Kilometern berechnet und Überschreiter automatisch zur Anzeige
gebracht.

18 Todesopfer im Straßenverkehr während der vergangenen Woche, davon
5 am Wochenende

Bei den tödlichen Verkehrsunfällen in der vergangenen Woche verloren
14 Pkw-Insassen (davon 11 Lenker), 1 Moped-Lenker und 3 Fußgänger
ihr Leben. Als vermutliche Hauptunfallsursachen dieser tödlichen
Verkehrsunfälle mussten nichtangepasste Fahrgeschwindigkeit (9),
Unachtsamkeit (2) und
Vorrangverletzung (1) festgestellt werden. Bei 5 Verkehrsunfällen
konnte die Ursache bisher nicht ermittelt werden 3 Fußgänger kamen
durch Fremdverschulden ums Leben. Alkoholisierung war bei drei
Unfällen Mitursache. 8 der 17 Verkehrsunfälle waren sogenannte
Alleinunfälle. 7 tödlich verletzte Fahrzeuginsassen waren nicht
angegurtet. 1 Fahrzeuglenker beging Fahrerflucht. Vom 1. Jänner bis
zum 3. November dieses Jahres gab es damit auf dem österreichischen
Straßennetz vorläufig 789 Verkehrstote (30-Tages-Fristabgrenzung
berücksichtigt bis Ende September), im Vergleichszeitraum des
Vorjahres verunglückten nach endgültigen Zahlen 822 Menschen tödlich.

Rückfragehinweis:
Kuratorium für Verkehrssicherheit
Mag. Gabriele Hinterkörner
Pressestelle
Tel.: (++43-1) 71 770/161
http://www.kfv.at

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