• 30.10.2002, 13:47:27
  • /
  • OTS0192 OTW0192

Brauner präsentiert Infokampagne "Mädchen stärken"

Information über Angebote für Mädchen in den Bereichen Ausbildung & Beruf, Freizeit, Spiel & Spaß

Wien (OTS) - Mädchen sind in technischen und zukunftsorientierten
Ausbildungen immer noch unterrepräsentiert. So betrug etwa der
Frauenanteil an Fachhochschulen (FHS) des technischen Zweigs 1998/99
bei den StudienanfängerInnen nur 6,4%. Aus Gesprächen mit ExpertInnen
und PraktikerInnen in den Schulen wissen wir, dass regelmäßige
Information über Ausbildungsmöglichkeiten von enormer Bedeutung ist.
Jede Sensibilisierungsmaßnahme dafür, dass die Berufswahl das ganze
restliche Leben von Mädchen und jungen Frauen entscheidend
beeinflusst, führt zu merkbar höheren Anmeldezahlen bei
zukunftsorientierten Ausbildungseinrichtungen, wie etwa HTLs.
Frauenstadträtin Mag. Renate Brauner bei der Präsentation der
Infokampagne am Mittwoch: "Mädchen und junge Frauen finden in Wien
bereits eine Vielzahl von Angeboten vor, die ganz auf ihre
Bedürfnisse zugeschnitten sind. Damit sie diese auch nützen können,
müssen wir sie regelmäßig darüber informieren. Ich bin
zuversichtlich, dass wir mit der sehr auffälligen Infokampagne auf
den Straßenbahnen noch mehr Mädchen für unsere Projekte begeistern
können." Die Plakate bieten unter dem Motto "Mädchen checken Wien!"
Informationen zum Wiener Töchtertag, zur Website
http://www.jobs4girls.at und zu Selbstverteidigungsangeboten.****

Ausbildung und Beruf
Bei einer im Auftrag des Wiener Frauenbüros (MA57) von IFES im
Februar 2002 durchgeführten Befragung zum Thema "Berufswahlmotive von
Frauen" wurden 14- bis 20-jährige Wienerinnen sowie Eltern von 14-
bis 20-Jährigen befragt. Dabei zeigte sich, dass die Berufswahl
deutliche geschlechterspezifische Differenzen aufweist. Die
Selbsteinschätzung der eigenen Eignungen und Fähigkeiten fokussiert
sich bei den Mädchen auf klassische "weibliche" Kompetenzen wie
kommunikatives Talent, sozialer Umgang und Einfühlungsvermögen. Der
wichtigste Aspekt bei der konkreten Entscheidung für einen
Ausbildungs- und Berufsweg ist zu 83 Prozent der Faktor Freude, Spaß
und Selbstverwirklichung. Die Eltern, insbesondere die Mütter
(Mutter: 86 Prozent, Vater: 73 Prozent), haben sich als die zentralen
Ratgeberinnen für die Berufsfindung erwiesen. Wichtig sind dabei vor
allem die Eltern als "Rolemodels": Je weniger diese in "klassischen"
Arbeitsteilungen verhaftet sind, desto größer sind die Chancen, dass
auch ihre Töchter einen weniger traditionellen Weg wählen werden. Um
Mädchen über die traditionellen Berufslaufbahnen hinaus zu bewegen,
muss im Elternhaus, in der Schule und in der gesellschaftlichen
Öffentlichkeit aktiv informiert und sensibilisiert werden.
Frauenstadträtin Renate Brauner hat in diesem Bereich mit dem
Internet-Projekt jobs4girls und dem Wienweiten Töchtertag bereits
Maßstäbe gesetzt.

http://www.jobs4girls.at ist ein Internet-Projekt, dass Infos
über Jobs bietet, die nicht den traditionellen Rollenbildern
entsprechen. Über 200 Berufe werden online von Frauen vorgestellt,
die in diesen Berufen tätig sind. Hier erfahren Mädchen nicht nur was
sie erwartet, sondern sie bekommen konkrete Tipps, können Fragen
stellen und den Mut fassen, ihre Chancen zu ergreifen und auf ihre
Stärken und Talente zu vertrauen.

Nachdem der erste Wiener Töchtertag als Pilotprojekt gemeinsam
mit der Siemens AG und dem Verein Sprungbrett durchgeführt wurde,
wird dieses erfolgreiche Projekt am 24. April 2003 auf ganz Wien
ausgeweitet. Die erste Ankündigung erfolgt Ende Oktober im
Zusammenhang mit der Mädchen-Infokampagne, die den ganzen November
auf Straßenbahnen und Inseraten zu sehen sein wird. Der Töchtertag
2003 ist als Kooperation mit der Wiener Wirtschaftskammer geplant.
Interessierte können sich unter http://www.toechtertag.wien.at
informieren.

Freizeit, Spiel und Unterhaltung

Mädchen mehr (öffentlichen) Raum zu geben, war vor einigen
Jahren der Beginn eines Mädchenschwerpunktes des Wiener Frauenbüros -
entstanden sind daraus mit großem Erfolg die Mädchenparks oder der
Mädchengarten in Simmering.

Mädchen stärken - das ist nun das neue Motto, denn mittlerweile
ist es nicht mehr "nur" ein Park, der auf die spezifischen
Bedürfnisse von Mädchen Rücksicht nimmt, sondern eine ganze Stadt.
Bei der "Eroberung" des öffentlichen Raumes ist es aber ganz
besonders wichtig, die Mädchen dafür "fit" zu machen. Denn Mädchen
sind in ihrem (Schul)Alltag häufig "Neckereien" ausgesetzt, die aber
oft Grenzverletzungen sind. Frauenstadträtin Brauner ermutigt alle
Mädchen in solchen Situationen klare Grenzen zu ziehen: "Die Zeiten,
in denen es als unweiblich oder nicht "mädchenhaft" galt, sich zu
wehren, sind glücklicherweise vorbei".

Neue Infobroschüre und kostenlose Kurse zu Selbstbehauptung

Die neue Publikation des Wiener Frauenbüros "Geschlechtssensible
Arbeit in der Schule für Mädchen mit Mädchen" von Hanja Dirnbacher
richtet sich an alle LehrerInnen und SchülerInnen, die an ein
gleichberechtigtes und gewaltfreies Miteinander in den Schulen
interessiert sind.

Darüber hinaus verlost das Wiener Frauenbüro einen 10-stündigen
Grundkurs für Mädchen ab 12 Jahren. Für fünf Wiener Schulklassen gibt
es die einmalige Möglichkeit die Tipps der Publikation auch praktisch
mit Autorin und Trainerin Hanja Dirnbacher zu üben. Dirnbacher kommt
in die Schulen und zeigt, wie Mädchen cool und clever auf die
täglichen Stänkereien von Buben reagieren können.
Alle interessierten Mädchen und ihre LehrerInnen können einfach ein
Email an das Frauenbüro der Stadt Wien [email protected]
schicken. Für alle, die sich melden gibt es Informationspackages zum
Thema Selbstbehauptung/Selbstverteidigung.

Die Informations- und Kommunikationstechnologien gelten zurecht
als Zukunftsbereich. Sie bestimmen mittlerweile nicht nur in großem
Ausmaß unser Freizeitverhalten, sondern haben auch das Berufsleben
vieler Menschen revolutioniert. Frauen und Mädchen sollen in diesem
Bereich dieselben Chancen wie Männer haben, ihre Potentiale möglichst
"gewinnbringend" zu nutzen. Die hinlänglich bekannte Tatsache, dass
Frauen und Mädchen die neuen Technologien noch selten als persönliche
Chance für berufliche Qualifikationen wahrnehmen, erfordert eine
breite Palette an Schulungs-, Aufklärungs- und Informationsmaßnahmen.
Männer haben erwiesenermaßen einen spielerischen Zugang, der ihnen
einen selbstbewussteren Umgang mit neuen Technologien ermöglicht und
eine gute Voraussetzung für spätere Qualifizierungswege ist.

Um dieser Entwicklung eine konkrete Maßnahme entgegen zu setzen
hat Frauenstadträtin Brauner die Konzeption eines
"Mädchen-Computerspieles" in Auftrag gegeben.

FemCity wird als Computerspiel konzipiert, dass
a) den spielerischen Zugängen von Mädchen Rechnung trägt
b) auf Rollenstereotypisierung verzichtet
c) frauenpolitisch relevante Themen vermittelt
c) eine anspruchsvolle Spielumgebung aufweist.

Das Computerspiel wird für 14-17 Jährige konzipiert und wird
insbesondere für den Einsatz in Schulen geeignet sein. Das Projekt
wird in Zusammenarbeit mit Univ.Prof. Dipl.-Ing. Dr. Edeltraud
Hanappi-Egger (derzeit an der WU für den Arbeitsbereich "Gender and
Diversity in Organizations" verantwortlich) durchgeführt.
FemCity wird voraussichtlich Juni 2003 fertiggestellt.

Der bereits traditionelle Frauenkalender des Wiener Frauenbüros
war in den vergangenen Jahren der Kalender im Rahmen des
Arbeitsschwerpunktes "Frauen sichtbar machen" historischen Frauen
gewidmet. Im Jahr 2003 werden Jugendliche und die Überwindung von
traditionellen Geschlechterrollen die Hauptrolle spielen. Gemeinsam
mit der Gewerkschaftsjugend der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten
(GdG) werden heuer nichttraditionelle (Lehr)berufe für Mädchen und
Burschen vorgestellt. "Besonders erfreulich, dass die Anregung zu
dieser Zusammenarbeit von der Gewerkschaftsjugend gekommen ist, denn
sie zeigt, dass Mädchen und Burschen offen für neue Berufsbilder sind
und dass es unsere Aufgabe ist, sie dabei zu stärken und zu stützen",
so Brauner.

Der Kalender wird Ende November erscheinen und kann unter
www.wien.gv.at/ma57/ bestellt werden. Mädchen werden z.B. in den
Berufen Recyclingtechnikerin, Werkstoffprüferin, Bautechnische
Zeichnerin, Informatikerin oder Vermessungstechnikerin zu sehen sein
- Burschen als Krankenpfleger, Bürokaufmann und Kindergartenhelfer.
(Schluss) hk

Rückfragehinweis:
PID-Rathauskorrespondenz:
http://www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
Mag. Heidemarie Kargl
Tel.: 4000/81840
Handy: 0664/140 96 86
mailto:[email protected]

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRK

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel