Brauner präsentiert Infokampagne "Mädchen stärken"

Information über Angebote für Mädchen in den Bereichen Ausbildung & Beruf, Freizeit, Spiel & Spaß

Wien (OTS) - Mädchen sind in technischen und zukunftsorientierten Ausbildungen immer noch unterrepräsentiert. So betrug etwa der Frauenanteil an Fachhochschulen (FHS) des technischen Zweigs 1998/99 bei den StudienanfängerInnen nur 6,4%. Aus Gesprächen mit ExpertInnen und PraktikerInnen in den Schulen wissen wir, dass regelmäßige Information über Ausbildungsmöglichkeiten von enormer Bedeutung ist. Jede Sensibilisierungsmaßnahme dafür, dass die Berufswahl das ganze restliche Leben von Mädchen und jungen Frauen entscheidend beeinflusst, führt zu merkbar höheren Anmeldezahlen bei zukunftsorientierten Ausbildungseinrichtungen, wie etwa HTLs. Frauenstadträtin Mag. Renate Brauner bei der Präsentation der Infokampagne am Mittwoch: "Mädchen und junge Frauen finden in Wien bereits eine Vielzahl von Angeboten vor, die ganz auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind. Damit sie diese auch nützen können, müssen wir sie regelmäßig darüber informieren. Ich bin zuversichtlich, dass wir mit der sehr auffälligen Infokampagne auf den Straßenbahnen noch mehr Mädchen für unsere Projekte begeistern können." Die Plakate bieten unter dem Motto "Mädchen checken Wien!" Informationen zum Wiener Töchtertag, zur Website http://www.jobs4girls.at und zu Selbstverteidigungsangeboten.****

Ausbildung und Beruf Bei einer im Auftrag des Wiener Frauenbüros (MA57) von IFES im Februar 2002 durchgeführten Befragung zum Thema "Berufswahlmotive von Frauen" wurden 14- bis 20-jährige Wienerinnen sowie Eltern von 14-bis 20-Jährigen befragt. Dabei zeigte sich, dass die Berufswahl deutliche geschlechterspezifische Differenzen aufweist. Die Selbsteinschätzung der eigenen Eignungen und Fähigkeiten fokussiert sich bei den Mädchen auf klassische "weibliche" Kompetenzen wie kommunikatives Talent, sozialer Umgang und Einfühlungsvermögen. Der wichtigste Aspekt bei der konkreten Entscheidung für einen Ausbildungs- und Berufsweg ist zu 83 Prozent der Faktor Freude, Spaß und Selbstverwirklichung. Die Eltern, insbesondere die Mütter (Mutter: 86 Prozent, Vater: 73 Prozent), haben sich als die zentralen Ratgeberinnen für die Berufsfindung erwiesen. Wichtig sind dabei vor allem die Eltern als "Rolemodels": Je weniger diese in "klassischen" Arbeitsteilungen verhaftet sind, desto größer sind die Chancen, dass auch ihre Töchter einen weniger traditionellen Weg wählen werden. Um Mädchen über die traditionellen Berufslaufbahnen hinaus zu bewegen, muss im Elternhaus, in der Schule und in der gesellschaftlichen Öffentlichkeit aktiv informiert und sensibilisiert werden. Frauenstadträtin Renate Brauner hat in diesem Bereich mit dem Internet-Projekt jobs4girls und dem Wienweiten Töchtertag bereits Maßstäbe gesetzt.

http://www.jobs4girls.at ist ein Internet-Projekt, dass Infos über Jobs bietet, die nicht den traditionellen Rollenbildern entsprechen. Über 200 Berufe werden online von Frauen vorgestellt, die in diesen Berufen tätig sind. Hier erfahren Mädchen nicht nur was sie erwartet, sondern sie bekommen konkrete Tipps, können Fragen stellen und den Mut fassen, ihre Chancen zu ergreifen und auf ihre Stärken und Talente zu vertrauen.

Nachdem der erste Wiener Töchtertag als Pilotprojekt gemeinsam mit der Siemens AG und dem Verein Sprungbrett durchgeführt wurde, wird dieses erfolgreiche Projekt am 24. April 2003 auf ganz Wien ausgeweitet. Die erste Ankündigung erfolgt Ende Oktober im Zusammenhang mit der Mädchen-Infokampagne, die den ganzen November auf Straßenbahnen und Inseraten zu sehen sein wird. Der Töchtertag 2003 ist als Kooperation mit der Wiener Wirtschaftskammer geplant. Interessierte können sich unter http://www.toechtertag.wien.at informieren.

Freizeit, Spiel und Unterhaltung

Mädchen mehr (öffentlichen) Raum zu geben, war vor einigen Jahren der Beginn eines Mädchenschwerpunktes des Wiener Frauenbüros -entstanden sind daraus mit großem Erfolg die Mädchenparks oder der Mädchengarten in Simmering.

Mädchen stärken - das ist nun das neue Motto, denn mittlerweile ist es nicht mehr "nur" ein Park, der auf die spezifischen Bedürfnisse von Mädchen Rücksicht nimmt, sondern eine ganze Stadt. Bei der "Eroberung" des öffentlichen Raumes ist es aber ganz besonders wichtig, die Mädchen dafür "fit" zu machen. Denn Mädchen sind in ihrem (Schul)Alltag häufig "Neckereien" ausgesetzt, die aber oft Grenzverletzungen sind. Frauenstadträtin Brauner ermutigt alle Mädchen in solchen Situationen klare Grenzen zu ziehen: "Die Zeiten, in denen es als unweiblich oder nicht "mädchenhaft" galt, sich zu wehren, sind glücklicherweise vorbei".

Neue Infobroschüre und kostenlose Kurse zu Selbstbehauptung

Die neue Publikation des Wiener Frauenbüros "Geschlechtssensible Arbeit in der Schule für Mädchen mit Mädchen" von Hanja Dirnbacher richtet sich an alle LehrerInnen und SchülerInnen, die an ein gleichberechtigtes und gewaltfreies Miteinander in den Schulen interessiert sind.

Darüber hinaus verlost das Wiener Frauenbüro einen 10-stündigen Grundkurs für Mädchen ab 12 Jahren. Für fünf Wiener Schulklassen gibt es die einmalige Möglichkeit die Tipps der Publikation auch praktisch mit Autorin und Trainerin Hanja Dirnbacher zu üben. Dirnbacher kommt in die Schulen und zeigt, wie Mädchen cool und clever auf die täglichen Stänkereien von Buben reagieren können.
Alle interessierten Mädchen und ihre LehrerInnen können einfach ein Email an das Frauenbüro der Stadt Wien frauen@m57.magwien.gv.at schicken. Für alle, die sich melden gibt es Informationspackages zum Thema Selbstbehauptung/Selbstverteidigung.

Die Informations- und Kommunikationstechnologien gelten zurecht als Zukunftsbereich. Sie bestimmen mittlerweile nicht nur in großem Ausmaß unser Freizeitverhalten, sondern haben auch das Berufsleben vieler Menschen revolutioniert. Frauen und Mädchen sollen in diesem Bereich dieselben Chancen wie Männer haben, ihre Potentiale möglichst "gewinnbringend" zu nutzen. Die hinlänglich bekannte Tatsache, dass Frauen und Mädchen die neuen Technologien noch selten als persönliche Chance für berufliche Qualifikationen wahrnehmen, erfordert eine breite Palette an Schulungs-, Aufklärungs- und Informationsmaßnahmen. Männer haben erwiesenermaßen einen spielerischen Zugang, der ihnen einen selbstbewussteren Umgang mit neuen Technologien ermöglicht und eine gute Voraussetzung für spätere Qualifizierungswege ist.

Um dieser Entwicklung eine konkrete Maßnahme entgegen zu setzen hat Frauenstadträtin Brauner die Konzeption eines "Mädchen-Computerspieles" in Auftrag gegeben.

FemCity wird als Computerspiel konzipiert, dass
a) den spielerischen Zugängen von Mädchen Rechnung trägt
b) auf Rollenstereotypisierung verzichtet
c) frauenpolitisch relevante Themen vermittelt
c) eine anspruchsvolle Spielumgebung aufweist.

Das Computerspiel wird für 14-17 Jährige konzipiert und wird insbesondere für den Einsatz in Schulen geeignet sein. Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit Univ.Prof. Dipl.-Ing. Dr. Edeltraud Hanappi-Egger (derzeit an der WU für den Arbeitsbereich "Gender and Diversity in Organizations" verantwortlich) durchgeführt.
FemCity wird voraussichtlich Juni 2003 fertiggestellt.

Der bereits traditionelle Frauenkalender des Wiener Frauenbüros war in den vergangenen Jahren der Kalender im Rahmen des Arbeitsschwerpunktes "Frauen sichtbar machen" historischen Frauen gewidmet. Im Jahr 2003 werden Jugendliche und die Überwindung von traditionellen Geschlechterrollen die Hauptrolle spielen. Gemeinsam mit der Gewerkschaftsjugend der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten (GdG) werden heuer nichttraditionelle (Lehr)berufe für Mädchen und Burschen vorgestellt. "Besonders erfreulich, dass die Anregung zu dieser Zusammenarbeit von der Gewerkschaftsjugend gekommen ist, denn sie zeigt, dass Mädchen und Burschen offen für neue Berufsbilder sind und dass es unsere Aufgabe ist, sie dabei zu stärken und zu stützen", so Brauner.

Der Kalender wird Ende November erscheinen und kann unter www.wien.gv.at/ma57/ bestellt werden. Mädchen werden z.B. in den Berufen Recyclingtechnikerin, Werkstoffprüferin, Bautechnische Zeichnerin, Informatikerin oder Vermessungstechnikerin zu sehen sein - Burschen als Krankenpfleger, Bürokaufmann und Kindergartenhelfer. (Schluss) hk

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Mag. Heidemarie Kargl
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