Stellungnahme der Israelitischen Kultusgemeinde und des Niederösterreichischen Synagogenvereines in Baden zur Diskussion betreffend Renovierung der Synagoge Baden.

Verhalten der FPÖ-Politikern Christine Witty skandalös!

Wien (OTS) - 1938 wurde die Badener Synagoge so wie 97 andere Bethäuser in Österreich verwüs-tet und zerstört. Die Täter waren nicht nur Nazis aus Deutschland, sondern es waren auch viele Österreicher, auch Badener und Niederösterreicher an diesen Zerstö-rungshandlungen beteiligt. Von 1940-52 war die Stadt Baden Besitzerin der Synago-ge und aller anderen Liegenschaften der Israelitischen Kultusgemeinde. Eine Liegen-schaft hat die Stadt Baden 1942 weiter verkauft. Restitution oder Entschädigung gab es für die Israelitische Kultusgemeinde keine ...

Seit 57 Jahren wartet die Synagogenruine in Baden auf eine Renovierung. Nun end-lich, dank der Initiative von Landeshauptmann Pröll und Bürgermeister Breininger soll das Projekt nach mehr als 15 Jahren Verhandlungen realisiert werden: Land, Stadt, Israelitische Kultusgemeinde und Niederösterreichischer Synagogenverein in Baden haben sich auf eine Planung geeinigt, und ebenso wurde eine Kostenübernahme 50% Land, 25% Stadt, 25% Israelitische Kultusgemeinde sowie eine Kostendecke-lung mit 2,9 Mio. Euro beschlossen. Die endgültigen Kosten sollen in einer öffentli-chen Ausschreibung, die transparent und nachvollziehbar gemacht wird, ermittelt werden.

Spät, aber doch, soll die einzige noch lebendige jüdische Gemeinde Niederösterreichs wieder ein würdiges Gotteshaus erhalten.

Daß Frau Witty jetzt darüber das Volk befragen will, ist ein weiteres Beispiel skanda-löser Politik. Vielleicht will Fr. Witty einige jener Badener suchen, die an der Zerstörung der Synagoge beteiligt waren. Die österreichischen Juden jedenfalls möchten Brücken in die Zukunft bauen und nicht wieder mit ihrem fürchterlichen Schicksal in der Nazizeit konfrontiert und ständig an die Täter erinnert werden.

Frau Witty reiht sich damit perfekt in die Reihe jener ein (Stadler, Windholz, Gaug, Jung, Rosenkranz, etc.), die uns unaufhörlich mit ihren rechtsextremen Ansichten eines Besseren belehren. Dieses Verhalten ist skandalös. Rechtsextreme Standpunkte sollten in der österreichischen Politik des 21. Jahrhunderts nichts verloren haben.

Die Israelitische Kultusgemeinde warnt jedoch davor, diese Personen als Nazis zu verunglimpfen. Damit würden die Greueltaten der Nazis nur verniedlicht. Die Nazis haben Synagogen niedergebrannt und Juden umgebracht. Frau Witty möchte lediglich wissen, ob die Stadt Baden bzw. deren Bevölkerung den Wiederaufbau der Synagoge gutheißt ...

Dr. Ariel Muzicant
Präsident
Israelitische Kultusgemeinde

MMag. Thomas Schärf
Präsident
Niederösterreichischer Synagogenverein in Baden

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MMag. Thomas Schärf
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