- 30.10.2002, 12:53:26
- /
- OTS0159 OTW0159
Stellungnahme der Israelitischen Kultusgemeinde und des Niederösterreichischen Synagogenvereines in Baden zur Diskussion betreffend Renovierung der Synagoge Baden.
Verhalten der FPÖ-Politikern Christine Witty skandalös!
Wien (OTS) - 1938 wurde die Badener Synagoge so wie 97 andere
Bethäuser in Österreich verwüs-tet und zerstört. Die Täter waren
nicht nur Nazis aus Deutschland, sondern es waren auch viele
Österreicher, auch Badener und Niederösterreicher an diesen
Zerstö-rungshandlungen beteiligt. Von 1940-52 war die Stadt Baden
Besitzerin der Synago-ge und aller anderen Liegenschaften der
Israelitischen Kultusgemeinde. Eine Liegen-schaft hat die Stadt Baden
1942 weiter verkauft. Restitution oder Entschädigung gab es für die
Israelitische Kultusgemeinde keine ...
Seit 57 Jahren wartet die Synagogenruine in Baden auf eine
Renovierung. Nun end-lich, dank der Initiative von Landeshauptmann
Pröll und Bürgermeister Breininger soll das Projekt nach mehr als 15
Jahren Verhandlungen realisiert werden: Land, Stadt, Israelitische
Kultusgemeinde und Niederösterreichischer Synagogenverein in Baden
haben sich auf eine Planung geeinigt, und ebenso wurde eine
Kostenübernahme 50% Land, 25% Stadt, 25% Israelitische Kultusgemeinde
sowie eine Kostendecke-lung mit 2,9 Mio. Euro beschlossen. Die
endgültigen Kosten sollen in einer öffentli-chen Ausschreibung, die
transparent und nachvollziehbar gemacht wird, ermittelt werden.
Spät, aber doch, soll die einzige noch lebendige jüdische Gemeinde
Niederösterreichs wieder ein würdiges Gotteshaus erhalten.
Daß Frau Witty jetzt darüber das Volk befragen will, ist ein weiteres
Beispiel skanda-löser Politik. Vielleicht will Fr. Witty einige jener
Badener suchen, die an der Zerstörung der Synagoge beteiligt waren.
Die österreichischen Juden jedenfalls möchten Brücken in die Zukunft
bauen und nicht wieder mit ihrem fürchterlichen Schicksal in der
Nazizeit konfrontiert und ständig an die Täter erinnert werden.
Frau Witty reiht sich damit perfekt in die Reihe jener ein (Stadler,
Windholz, Gaug, Jung, Rosenkranz, etc.), die uns unaufhörlich mit
ihren rechtsextremen Ansichten eines Besseren belehren. Dieses
Verhalten ist skandalös. Rechtsextreme Standpunkte sollten in der
österreichischen Politik des 21. Jahrhunderts nichts verloren haben.
Die Israelitische Kultusgemeinde warnt jedoch davor, diese Personen
als Nazis zu verunglimpfen. Damit würden die Greueltaten der Nazis
nur verniedlicht. Die Nazis haben Synagogen niedergebrannt und Juden
umgebracht. Frau Witty möchte lediglich wissen, ob die Stadt Baden
bzw. deren Bevölkerung den Wiederaufbau der Synagoge gutheißt ...
Dr. Ariel Muzicant
Präsident
Israelitische Kultusgemeinde
MMag. Thomas Schärf
Präsident
Niederösterreichischer Synagogenverein in Baden
Rückfragehinweis:
MMag. Thomas Schärf
Tel:0664/210 67 67
OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | IKG






