Gehrer: Diskussion über Qualität der Bildung - nicht über Organisationsform führen

Wien (OTS) - Erstaunlich wenig informiert zeigte sich gestern in der TV-Konfrontation der Grüne Spitzenkandidat Prof. Van der Bellen über das von ihm hochgelobte finnische Bildungssystem.

Dazu einige Fakten:
In Finnland werden die Kinder bis zur 6. Schulstufe (2. Klasse Hauptschule bzw. AHS) nur von einer Lehrperson unterrichtet. Außerdem kommen auf einen Lehrer um zwei Schüler mehr als in Österreich (Finnland 16,9, Österreich 14,3 Schüler pro Lehrer in der Grundschule). Auch die Förderung der Begabten und der Schwächeren ist vom Klassenlehrer mitzuleisten. Schüler, die schwere Probleme haben, werden in so genannte "Lösungsgruppen" überwiesen.
Für weiterführende Schulen gibt es anspruchsvolle Einstiegsvoraussetzungen und Aufnahmeprüfungen. Dies gilt auch für die Universitäten.

"Was wir heute in Europa und in Österreich brauchen, um die richtigen Schlüsse und Maßnahmen aus der vorliegenden PISA-Studie zu ziehen, ist eine Diskussion um Qualitätssicherung und Inhalte im Bildungssystem und nicht eine Diskussion um längst überholte und ideologisierte Organisationsformen", erklärte Bundesministerin Elisabeth Gehrer. "Dies lässt sich auch aus den innerdeutschen Ergebnissen der PISA-Studie herauslesen, in denen jene CDU Bundesländer, die ein vielfältiges Schulangebot aufweisen, wie Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen, wesentlich besser abschneiden, als die SPD-Bundesländer, wo es die Gesamtschule gibt."

Das vielfältige und differenzierte Schulsystem in Österreich trägt ganz wesentlich dazu bei, dass Österreich die zweitniedrigste Jugendarbeitslosigkeit in der EU mit 7,4 % aufweist. Im EU-Schnitt sind es 15,3 %. Auch das bildungspolitisch von Prof. Van der Bellen so hoch gelobte Finnland weist eine Jugendarbeitslosigkeit von 21,4 % auf.

"Es steht für mich im Vordergrund, die Qualität im Bildungssystem zu steigern. Gerade mit der Bildungsoffensive der österreichischen Bundesregierung haben wir die Grundlage dazu gelegt, dass unsere Jugendlichen die besten Chancen für die Zukunft haben und auch entsprechende qualifizierte Arbeitsplätze erhalten", schloss Gehrer.

nnn
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