• 30.10.2002, 10:12:32
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Gehrer: Diskussion über Qualität der Bildung - nicht über Organisationsform führen

Wien (OTS) - Erstaunlich wenig informiert zeigte sich gestern in der
TV-Konfrontation der Grüne Spitzenkandidat Prof. Van der Bellen über
das von ihm hochgelobte finnische Bildungssystem.

Dazu einige Fakten:
In Finnland werden die Kinder bis zur 6. Schulstufe (2. Klasse
Hauptschule bzw. AHS) nur von einer Lehrperson unterrichtet. Außerdem
kommen auf einen Lehrer um zwei Schüler mehr als in Österreich
(Finnland 16,9, Österreich 14,3 Schüler pro Lehrer in der
Grundschule). Auch die Förderung der Begabten und der Schwächeren ist
vom Klassenlehrer mitzuleisten. Schüler, die schwere Probleme haben,
werden in so genannte "Lösungsgruppen" überwiesen.
Für weiterführende Schulen gibt es anspruchsvolle
Einstiegsvoraussetzungen und Aufnahmeprüfungen. Dies gilt auch für
die Universitäten.

"Was wir heute in Europa und in Österreich brauchen, um die richtigen
Schlüsse und Maßnahmen aus der vorliegenden PISA-Studie zu ziehen,
ist eine Diskussion um Qualitätssicherung und Inhalte im
Bildungssystem und nicht eine Diskussion um längst überholte und
ideologisierte Organisationsformen", erklärte Bundesministerin
Elisabeth Gehrer. "Dies lässt sich auch aus den innerdeutschen
Ergebnissen der PISA-Studie herauslesen, in denen jene CDU
Bundesländer, die ein vielfältiges Schulangebot aufweisen, wie
Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen, wesentlich besser abschneiden,
als die SPD-Bundesländer, wo es die Gesamtschule gibt."

Das vielfältige und differenzierte Schulsystem in Österreich trägt
ganz wesentlich dazu bei, dass Österreich die zweitniedrigste
Jugendarbeitslosigkeit in der EU mit 7,4 % aufweist. Im EU-Schnitt
sind es 15,3 %. Auch das bildungspolitisch von Prof. Van der Bellen
so hoch gelobte Finnland weist eine Jugendarbeitslosigkeit von 21,4 %
auf.

"Es steht für mich im Vordergrund, die Qualität im Bildungssystem zu
steigern. Gerade mit der Bildungsoffensive der österreichischen
Bundesregierung haben wir die Grundlage dazu gelegt, dass unsere
Jugendlichen die besten Chancen für die Zukunft haben und auch
entsprechende qualifizierte Arbeitsplätze erhalten", schloss Gehrer.

nnn
(Schluss)

Rückfragehinweis: Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft
und Kultur
Tel.: 01/531 20/5003

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | MUN

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