BÖHMDORFER: Amtseinführung des neuen Leiters der JA Josefstadt Oberstleutnant Prechtl

Österreichischer Strafvollzug weltweit führend

Wien (OTS) - Anläßlich der Amtseinführung von Oberstleutnant Peter Prechtl als neuer Leiter der Justizanstalt (JA) Josefstadt ging Justizminister Dr. Dieter Böhmdorfer auf die allgemeine Situation im Strafvollzug ein. "Derzeit ist ein stetiges Ansteigen der Häftlingszahlen - bei ständigem Ansteigen des Ausländeranteils - zu verzeichnen." Der Durchschnittsbelag, der über viele Jahre konstant bei 7.000 lag, stieg zuletzt auf 7.900, davon 2.700 Ausländer aus 89 Nationen. Der größte Anteil von Ausländern komme aus Bosnien und Restjugoslawien, so Böhmdorfer.****

"Der österreichische Strafvollzug ist weltweit führend und unterliegt einer sehr differenzierten Aufgabenstellung." Diese bestehe in den verschiedensten Vollzugsformen, z.B. Untersuchungshaft, Strafhaft, Jugendstrafvollzug, Frauenstrafvollzug, Maßnahmenvollzug (für geistig behinderte und suchtabhängige Menschen), Erstvollzug, Entlassungsvollzug, gelockerter Strafvollzug, Strafvollzug für Fahrlässigkeitstäter und Strafvollzug an psychisch auffälligen Personen, führte der Justizminister aus.

Über die gesetzlichen Vorschriften hinaus werden besondere Maßnahmen für Opferschutz, Sicherheit und suchtgiftkranke Menschen getroffen. Weiters gibt es eine Begutachtungsstation zur Begutachtung jener Insassen, die Sexualdelikte begangen haben, um besser beurteilen zu können, ob und unter welchen Bedingungen und Auflagen deren Enthaftung möglich ist. In diesem Zusammenhang richtete Justizminister Dr. Dieter Böhmdorfer einen Appell an alle Mitarbeiter im psychologischen Dienst, ihrer verantwortungsvollen Aufgabe mit besonderer Gewissenhaftigkeit nachzukommen. Ihre Stellungnahmen und Äußerungen seien für die Gewährung von Vollzugslockerungen und die Vorbereitung der bedingten Entlassung von grundlegender Bedeutung, so Böhmdorfer.

Der Justizminister ging auch darauf ein, dass der Jugendstrafvollzug in Wien ab 1.1.2003 im sogenannten E-Trakt der modernst eingerichteten Justizanstalt Josefstadt stattfinden wird. Im Gegensatz zu den menschenrechtswidrigen Hafträumen in der JA Erdberg werden die Jugendlichen und jungen Erwachsenen dort alle Einrichtungen des modernen Strafvollzuges vorfinden, insbesondere Lehrwerkstätten, Freizeitmöglichkeiten, Möglichkeiten zur Berufsaus-und Fortbildung usw. Die Höfe, in denen die Bewegung im Freien erfolgt, bieten keinen Blickkontakt zu den Erwachsenen-Hafträumen. Selbstverständlich übersiedelt auch das gesamte Netzwerk, bestehend aus Jugendgerichtshof, Jugendgerichtshilfe, Jugendstaatsanwaltschaft und dem Verein "Neustart" sowie den Aus- und Fortbildungseinrichtungen für jugendliche Straftäter.

Der Justizminister verwies auch auf den Beitrag der Justiz zur zumindest teilweisen Beseitigung und Minderung der Folgen der Hochwasserkatastrophe vom August dieses Jahres. Häftlinge von verschiedenen Justizanstalten leisteten unentgeltliche (von der Justiz aber bezahlte) Aufräumarbeiten. Es waren 1.865 Insassen beteiligt. 19.500 Einsatzstunden wurden geleistet. Die Katastrophenhilfe seitens des österreichischen Strafvollzuges wird weitergeführt. Er sprach auch den Dank an alle Mitwirkenden, insbesondere dem Koordinator Gruppeninspektor Josef Schmoll, aus. Der Minister hat die Hochwassergeschädigten auch rechtlich beraten und eine Informationsbroschüre verfasst, die in einer Auflage von 2.000 Stk. an die Geschädigten verteilt wurde. (Schluss)

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