• 28.10.2002, 11:47:34
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Feministisch Regieren: Was Studentinnen wollen!

ÖH: Aktive Frauenpolitik einer Frauenministerin statt "Zurück-an-den-Herd"-Politik eines Herrn Frauenministers!

Wien, 28.10.2002 (OTS) - Bei der heutigen Pressekonferenz wurde
ein feministisches Regierungsprogramm vorgestellt, das von 25. bis
26. Oktober 2002 von über 25 Frauenorganisationen erarbeitet wurde.
Die Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH) war mit einer
Vertreterin des ÖH-Frauenreferats bei der Erstellung des
feministischen Programms dabei. Die ÖH richtet ihre Forderung im
Bereich der feministischen Bildungspolitik an jede zukünftige
Regierung. Das feministische Grundsatzpapier ist Maßstab und
Mindeststandard und muss von den Parteien berücksichtigt werden.****

Bildung heißt nicht, in kurzer Zeit effektiv möglichst viel für
die Wirtschaft verwertbares Wissen einzusaugen und bei Bedarf
wiederzugeben. Bildung bedeutet Strukturen, Zusammenhänge und
Hintergründe zu durchschauen und zu reflektieren. Trennung von
Forschung und Lehre, Studiengebühren und Verschulung der Studienpläne
werden unkritische und lediglich oberflächlich ausgebildete
AbsolventInnen hervorbringen. "Bildung ist ein Angebot zur Erkennung
und Entwicklung eigener Fähigkeiten, die eine offene und
geschlechtergerechte Gesellschaft ermöglichen", erklärt
ÖH-Vorsitzende Andrea Mautz.

Die ÖH fordert:

- Verpflichtende Aufnahme der Kategorie "Geschlecht" in Bildung und
Ausbildung, um Gender-Kompetenzen sowohl bei Lehrenden als auch
Lernenden zu entwickeln.

- Die Forcierung und Integration feministischer Lehrveranstaltungen
in Studienpläne und die Bekämpfung patriarchaler Strukturen und
struktureller und institutioneller Diskriminierung von Frauen in
allen Bereichen des universitären Raumes.

- Die gesamten Begrifflichkeiten von Bildung müssen auf ihre
Auswirkungen auf die Geschlechterverhältnisse hinterfragt werden. Die
männliche Definitionsmacht muss durchbrochen werden.

- Feministische Forschung und Gender Studies müssen zu zentralen
Säulen der Universität werden. Eine interdisziplinäre Lehre und
Forschung muss das Schubladensystem und -denken ablösen.

Die ÖH lehnt alle Arten von Zugangsbeschränkungen ab. Bildung hat
in unserer Gesellschaft soziale und ökonomische Funktionen. Soziale
Ungleichheit und geschlechtsspezifische Diskriminierung wurden durch
die Bildungspolitik von Ministerin Gehrer mittels formeller und
subtiler Hürden massiv verstärkt. "Aus diesen Gründen fordern wir
einen Stopp der Umsetzung des Universitätsgesetzes und des
Ausverkaufs der Bildung, die Abschaffung der Studiengebühren und eine
tatsächliche Reform unter Einbindung aller Betroffenen", so die
ÖH-Vorsitzende Anita Weinberger.

Rückfragehinweis: Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH)
Michaela Fabian
ÖH-Pressesprecherin
Tel.: 01/310-88-80/59 bzw. 0664/43-56-444
mailto: [email protected]
www.oeh.ac.at

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