- 28.10.2002, 11:41:04
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Ärzte fordern Verbesserung der Gesundheitsversorgung von Flüchtlingen
Wien (OTS) - Führende Mediziner kritisieren Gesundheitsversorgung
von Asylwerbern als "miserabel" und fordern "medizinische
Basisversorgung" und "Hilfe für schwer traumatisierte Menschen":
"Wartelisten sind lang".
In einem Aufruf an die politisch Verantwortlichen fordern führende
Ärzte in Österreich wie Univ.Prof Herbert Budka und Univ.Prof. Max
Friedrich "eine Verbesserung der Gesundheitsversorgung von
Flüchtlingen". "Die Wartelisten von Flüchtlingen, die dringend
psychologische und medizinische Hilfe brauchen,sind lang. Der
notwendige Bedarf weit größer als das finanzierte Angebot. Die
Gesundheitsversorgung von AsylwerberInnen ist miserabel. Zwei Drittel
sind nicht krankenversichert", so der Aufruf wörtlich.
Retraumatisierung
Hingegen reaktivieren Schubhaft, sachunkundige Gutachter im
Asylverfahren oder permanente Abschiebungsgefahr das Erlittene aufs
Neue.
Was zu tun ist:
"Ein funktionierendes soziales Netz, stabile verständnisvolle
Beziehungen und gesellschaftliche Anerkennung sind entscheidend für
die Bewältigung des Traumas, so Martin Schenk, Sozialexperte der
Diakonie Österreich," Menschen, die Folter- und
Kriegstraumatisierungen erlitten haben, haben ein Recht auf
medizinische und psychotherapeutische Betreuung -unabhängig von ihrer
finanziellen Situation und von ihrem rechtlichen Status."
Die Forderungen des Aufrufs:
- Medizinische Basisversorgung für Flüchtlinge
- Erhöhung des Angebots kostenloser psychotherapeutischer Betreuung
für Flüchtlinge mit Traumatisierung.
Unterstützung der Gesundheitseinrichtungen für Folterüberlebende.
- Keine Schubhaft für Menschen mit Traumatisierung
- Gutachten im Asylverfahren nur gemäß anerkannter Richtlinien
durch entsprechend ausgebildete und in der Therapie von
Foltertraumata erfahrenen GutachterInnen.
Unterstützer/innen:
Univ.Prof.Dr Herbert Budka, Klinisches Institut für Neurologie,
Wissenschafter des Jahres 1998 Univ.Prof.Max Friedrich, Univ.Klinik
für Neuropsychiatrie des Kindes- und Jugendalters Ass.Prof.Dr.
Alexander Friedmann,Ambulanz für transkulturelle Psychiatrie, AKH
Wien. Dr. Stefan Pöchaker, toxikologische Intensivstation,
Wilhelminenspital Wien. Dr. Beatrix Blaha-Hausner, Fachärztin für
Kinder und Jugendheilkunde OA Dr. Enrique Gutierrez, Dr.Siroos
Mirzaei, Nuklearmedizin, Wilhelminenspital Wien OA Dr. Alexander
Becherer, Univ.Klinik für Nuklearmedizin Dr.Karl Wagner, OA Dr.
Enrique Gutierrez, M.Hossein Tcharmtchi, Assistant Professor of
Pediatrics Dr. Margarida Rodrigues-Ratischat, Dr.Elisabeth Gingrich,
u.a.
Rückfragehinweis:
Martin Schenk, Sozialexperte Diakonie Ö und
Vorstandsmitglied von Hemayat (Betreuung von
Folter- und Kriegsüberlebenden)
Tel.: 01/408 06 95/25 oder 0664/544 55 54
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