• 24.10.2002, 18:52:42
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"Neues Volksblatt" Kommentar: "Kein Zurück" (Von Franz Rohrhofer)

Ausgabe vom 25. Oktober 2002

Vorwahlzeiten sind in gewisser Weise eine feine Sache. Tatsächlich
scheint manches, was bisher festgefahren war, leichter von der Hand
zu gehen. Da wird die Inflationsabgeltung für die Beamten
beschworen, ebenso für die Pensionisten, und die Kolletivvertragsab-
schlüsse erreichen auch akzeptable Höhen. Nun wird der gelernte
Österreicher zunächst an die berühmten Wahlzuckerln denken, die eben
vor einer Wahl reichlich verteilt werden in der Hoffnung, dass sie
andere nach der Wahl einlösen müssen. Nur so einfach wird sich nach
der derzeitigen Konstellation die Sache nicht aus der Welt schaffen
lassen. Noch nie war in Österreich vor einer Wahl die Frage so
offen, wer nach der Wahl die Regierung stellen wird. Wer also jetzt
verlangt oder verspricht, ist zu 50 Prozent nach der Wahl gefordert.
Das erhöht die Ernsthaftigkeit solcher Zusagen etwa für Beamte oder
Pensionisten, glaubwürdig sind sie aber erst, wenn auch der Weg
dorthin offen genannt wird. Jede Regierung, wie immer sie aussehen
wird, muss in der Verwaltung oder in der Sozialversicherung den Weg
der Reformen fortsetzen, da gibt es kein Zurück. Man muss nicht
gleich den Begriff "Nulldefizit" strapazieren. Eine dauerhafte
Sanierung ist unerlässlich _ auch im Interesse der Beamten und der
Pensionisten von morgen.

Rückfragehinweis: Neues Volksblatt
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Tel. 0732/7606 DW 782
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