"Neues Volksblatt" Kommentar: "Kein Zurück" (Von Franz Rohrhofer)

Ausgabe vom 25. Oktober 2002

Vorwahlzeiten sind in gewisser Weise eine feine Sache. Tatsächlich scheint manches, was bisher festgefahren war, leichter von der Hand zu gehen. Da wird die Inflationsabgeltung für die Beamten beschworen, ebenso für die Pensionisten, und die Kolletivvertragsab-schlüsse erreichen auch akzeptable Höhen. Nun wird der gelernte Österreicher zunächst an die berühmten Wahlzuckerln denken, die eben vor einer Wahl reichlich verteilt werden in der Hoffnung, dass sie andere nach der Wahl einlösen müssen. Nur so einfach wird sich nach der derzeitigen Konstellation die Sache nicht aus der Welt schaffen lassen. Noch nie war in Österreich vor einer Wahl die Frage so offen, wer nach der Wahl die Regierung stellen wird. Wer also jetzt verlangt oder verspricht, ist zu 50 Prozent nach der Wahl gefordert. Das erhöht die Ernsthaftigkeit solcher Zusagen etwa für Beamte oder Pensionisten, glaubwürdig sind sie aber erst, wenn auch der Weg dorthin offen genannt wird. Jede Regierung, wie immer sie aussehen wird, muss in der Verwaltung oder in der Sozialversicherung den Weg der Reformen fortsetzen, da gibt es kein Zurück. Man muss nicht gleich den Begriff "Nulldefizit" strapazieren. Eine dauerhafte Sanierung ist unerlässlich _ auch im Interesse der Beamten und der Pensionisten von morgen.

Rückfragen & Kontakt:

Neues Volksblatt
Chefredaktion
Tel. 0732/7606 DW 782
volksblatt@volksblatt.at
http://www.volksblatt.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NVB0001