Kinder brauchen Sicherheit im Straßenverkehr!

Schon gewusst, dass sich vor jedem Kind am Straßenrand ein unsichtbarer Schutzweg entrollt?

Wien (OTS) - Jeder Fahrzeuglenker hat Kindern gegenüber besondere Regeln zu beachten. Das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) fasst die vom Gesetzgeber festgelegten Grundregeln zusammen:

Erschreckende Unfallbilanz
4000 Kinder sind pro Jahr an Straßenverkehrsunfällen beteiligt, sei es auf dem Schulweg, als Fußgänger, mit dem Fahrrad oder im Auto. Die Exekutive verzeichnete im vergangenen Jahr 26 getötete Kinder im Alter bis zu 14 Jahren.

Unsichtbarer Schutzweg vor Kindern
Sobald ein Kind (oder mehrere) erkennbar die Straße überqueren will (wollen) - auch wenn kein Schutzweg vorhanden ist - hat jeder Lenker die Verpflichtung, das Überqueren an dieser Stelle zu ermöglichen. Dies gilt selbst dann, wenn die Kinder von Erwachsenen begleitet werden.

Verantwortung trägt immer der Fahrzeuglenker
Grundsätzlich wird von jedem Verkehrsteilnehmer ein verkehrsangepasstes Verhalten erwartet, die Ausnahme bilden hier die Kinder. Im Falle eines Unfalls trägt der KfZ-Lenker die volle Verantwortung. Wer sich einem Kind am Straßenrand nähert, sollte seine Fahrgeschwindigkeit verringern und bremsbereit an dem Kind vorbeifahren. Vor allem spielende Kinder stellen eine große Gefahr dar. Durch Anhalten und deutliche Handzeichen kann man sich in missverständlichen Situationen mit den Kindern verständigen.

Verhaltensanpassung
Das Gefahrenzeichen "Achtung Kinder" zeigt jene Stellen, an denen sich vermehrt Kinder aufhalten - wie zum Beispiel im Nahbereich einer Schule, eines Kindergartens oder eines Spielplatzes. Jeder Autofahrer trägt in solchen Bereichen besondere Sorgfaltspflichten. Die Fahrgeschwindigkeit gehört daher auf ein Tempo gedrosselt, so dass das Fahrzeug im gegebenen Fall rechtzeitig zum Stillstand kommen kann.

Mag. Armin Kaltenegger, Leiter der Rechtsabteilung des Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) hält fest: "Schätzen Sie vor Ihrer nächsten täglichen Fahrt in die Arbeit, Schule, usw., wie viele Gefahrenzeichen "Achtung Kinder" Ihren Weg säumen, danach fahren Sie die Strecke ab und zählen mit. Sie werden verblüfft sein, wie viele Zeichen es tatsächlich sind."

Rücksicht auf Schülerlotsen
Wenn jemand Kindern beim Überqueren der Straße behilflich ist, darf diese Person (Schülerlotsen, Lehrer, Eltern, etc.) auf der Fahrbahn bleiben, solange sich Kinder darauf befinden. Jeder Fahrzeuglenker sollte sich in dieser Situation rücksichtsvoll verhalten.

Vorsicht bei Bushaltestellen
Ein- und Ausstiegsstellen öffentlicher Verkehrsmittel erweisen sich immer wieder als besondere Gefahrenquellen. Kinder tollen am Straßenrand herum oder laufen nach dem Aussteigen vor dem Bus über die Straße und sind daher für Autolenker unsichtbar. An Schulbussen darf daher erst vorbeigefahren werden, wenn die Alarmblinkanlage und die gelbrote Warnleuchte erloschen sind.

5 km/h in Wohnstraßen
Wohnstraßen dienen dem friedvollen Nebeneinander von Fußgängern und Fahrzeuglenkern. Sowohl das Betreten der Fahrbahn, als auch das Spielen und Rollschuhfahren ist gestattet. Für Fahrzeuglenker ist daher nur eine Geschwindigkeit von 5 km/h zugelassen, allerdings nur für das Zu- und Abfahren, die Durchfahrt ist untersagt.

Strenge Sanktionen
Wer ein Kind beim Queren der Fahrbahn in Gefahr bringt oder behindert, dem droht eine Geldstrafe von bis zu 726 Euro. Will das Kind dazu erkennbar einen Schutzweg benutzen, droht sogar ein Strafbetrag zwischen 72 und 2180 (!) Euro. Durch ein derartiges Herbeiführen einer Gefahrensituation kann einem Autofahrer sogar der Entzug der Lenkberechtigung drohen.

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Kuratorium für Verkehrssicherheit
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