• 24.10.2002, 11:00:03
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Heinisch-Hosek: Familiensplitting bedeutet Umverteilung von unten nach oben

SPÖ will Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Wien (SK) "Das Modell des Familiensplitting würde Frauen am
Wiedereinstieg in den Beruf hindern", betonte SPÖ-Jugendsprecherin
Gabriele Heinisch-Hosek Mittwoch abend im Rahmen einer
Podiumsdiskussion. Der Katholische Familienverband präsentierte sein
Modell des Familiensplitting und lud aus diesem Grund Vertreterinnen
aller vier im Parlament vertretenen Parteien zu einer
Diskussionsveranstaltung. Weitere Kritikpunkte seien, so die
SPÖ-Abgeordnete, dass dieses Modell besonders Reiche und
Alleinverdiener begünstigen würde und daher eine "Umverteilung von
unten nach oben" bedeuten würde. "Wer mehr verdient soll mehr Steuern
zahlen. Und dazu stehe ich", unterstrich Heinisch-Hosek.****

In Deutschland, wo es das Modell des Ehegattensplitting geben
würde, hätten Untersuchungen gezeigt, dass dadurch dem Fiskus 23
Milliarden Euro entgangen wären, "die andere Familien als
Transferleistungen vielleicht hätten brauchen können", erklärte die
Jugendsprecherin. Viel wichtiger als das Familiensplitting sei,
darüber nachzudenken, wie man wirkliche Armut vermeiden könne. Dazu
gehöre, so Heinisch-Hosek, Frauen zu ermutigen, wieder in den Beruf
einzusteigen. Um dies zu ermöglichen, müssten auch die
Transferleistungen im Dienstleistungsbereich erhöht werden. Noch
immer würden in Österreich 60.000 bis 100.000 Kindergartenplätze
fehlen.

Des weiteren fordere die SPÖ ein Recht auf Teilzeitarbeit nach Ablauf
der Karenzzeit und eine Modifizierung des Kindergeldes. Auch müsse
daran gearbeitet werden, dass die Einkommensschere zwischen Männern
und Frauen beseitigt werde. Um Frauen Berufschancen zu ermöglichen
müsse auch für eine gute Ausbildung gesorgt werden. Junge Frauen
würden sich noch immer vorrangig für traditionelle Lehrberufe
interessieren und die Studiengebühren würden dazu beitragen, dass in
Mehrkindfamilien "eher der Bursch studiert". "Wir von der SPÖ wollen
Frauen wie Männern eine Vereinbarkeit von Familie und Beruf
ermöglichen", hielt Heinisch-Hosek fest. Allerdings könne man diese
Vereinbarkeit erst dann ermöglichen, wenn "die Menschen überhaupt
einen Job haben." Daher müsse man vor allem die Arbeitslosigkeit von
30.000 Jugendlichen bekämpfen, um diesen Menschen
Zukunftsperspektiven zu ermöglichen. (Schluss) sw

Rückfragehinweis: Pressedienst der SPÖ
Tel.: (++43-1) 53427-275
http://www.spoe.at

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