- 24.10.2002, 10:38:02
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Schierhuber: Multifunktionale Landwirtschaft für Entwicklungsländer
Richtige und effiziente EU-Strategie in Entwicklungsfrage
Straßburg, 23. Oktober 2002 (ÖVP-PD) "Die Landwirtschaft und die
ländliche Entwicklung sind nicht nur für die EU, sondern auch für die
Entwicklungsländer von zentraler Bedeutung. Deshalb unterstütze und
begrüße ich, dass Ernährungssicherheit und die Schaffung einer
Strategie für eine nachhaltige ländliche Entwicklung eine der
ausdrücklichen sechs Prioritäten der EU-Strategie für die
Entwicklungszusammenarbeit darstellen", sagte die ÖVP-
Europaabgeordnete und österreichische Bauernvertreterin Agnes
Schierhuber in Straßburg.****
Das Modell der Multifunktionellen Landwirtschaft hält Schierhuber
auch in der Entwicklungspolitik für den richtigen Weg: "Wir sollten
diesen Ansatz der nachhaltigen Bewirtschaftung und
nichthandelsbezogener Überlegungen weiter unterstützen und
fortführen." Die EU ist weltweit mit Abstand der größte Importeur von
Agrarprodukten aus armen Ländern. Der Zugang dieser Länder wurde
bereits erheblich verbessert und auch andere Industriestaaten sollten
diesem Beispiel folgen. "Agrarpolitische Maßnahmen in den
Entwicklungsländern dürfen aber nicht ausschließlich auf den Export
ausgerichtet sein, sondern die Ernährungssicherheit der eigenen
Bevölkerung muss auf alle Fälle gewährleistet sein", betonte
Schierhuber.
Oberstes Ziel der Entwicklungspolitik müsse weiterhin die
Bekämpfung der Armut sein, und in diesem Zusammenhang solle auch die
Agrarpolitik und die Politik für den ländlichen Raum gesehen werden.
Dabei sei eine Verbesserung der Infrastruktur eine wichtige
Voraussetzung. "Natürlich braucht es auch verbesserte
Verwaltungssysteme. Good Governance sowie Demokratie und Rechtsstaat
bleiben Grundbedingungen für eine solide Politik, um Kapazitäten
aufbauen und Investitionen anziehen zu können. Eine geeignete
Landreform und der Zugang zu Wasser und Produktionsressourcen muss es
der Landbevölkerung ermöglichen ihren Lebensstandard zu erhöhen und
zur Förderung der wirtschaftlichen Entwicklung beizutragen", so
Schierhuber.
Um den Aufbau geeigneter Kapazitäten in den Entwicklungsländern
zu unterstützen, solle die EU vermehrt technische Hilfe für die
Bauern leisten. Diese könne sich auf technisches Know-How beziehen
oder auf die Bereiche Forschung und Entwicklung, wie z.B. erneuerbare
Energien, resistentes Saatgut oder geeignete Zucht- und
Schlachtmethoden, innovative Agrarprodukte oder Domestizierung von
verschiedenen wildlebenden Tierarten. "In einer geeigneten Politik
für den ländlichen Raum sehe ich eine Möglichkeit, der
Landbevölkerung eine Chance zu geben und eine Abwanderung in die
Slums der Großstädte und dem weiteren Teufelskreis zu verhindern. Der
Gipfel von Monterrey muss zur Finanzierung der
Entwicklungszusammenarbeit, der eine nachhaltige ländliche
Entwicklung, die Bekämpfung der Armut, die Aufwertung der Arbeit der
Frauen sowie die Sicherheit der Versorgung lokaler Märkte besondere
Aufmerksamkeit widmete, auch in die Tat umgesetzt werden", fordert
Schierhuber abschließend.
Rückfragen:
MEP Agnes Schierhuber, Tel.: 0033-3-8817-5741 ([email protected])
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Andrea Strasser
Press Service - Austrian Delegation
EPP-ED Group in the European Parliament
email: [email protected]
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