Schierhuber: Multifunktionale Landwirtschaft für Entwicklungsländer

Richtige und effiziente EU-Strategie in Entwicklungsfrage

Straßburg, 23. Oktober 2002 (ÖVP-PD) "Die Landwirtschaft und die ländliche Entwicklung sind nicht nur für die EU, sondern auch für die Entwicklungsländer von zentraler Bedeutung. Deshalb unterstütze und begrüße ich, dass Ernährungssicherheit und die Schaffung einer Strategie für eine nachhaltige ländliche Entwicklung eine der ausdrücklichen sechs Prioritäten der EU-Strategie für die Entwicklungszusammenarbeit darstellen", sagte die ÖVP-Europaabgeordnete und österreichische Bauernvertreterin Agnes Schierhuber in Straßburg.****

Das Modell der Multifunktionellen Landwirtschaft hält Schierhuber auch in der Entwicklungspolitik für den richtigen Weg: "Wir sollten diesen Ansatz der nachhaltigen Bewirtschaftung und nichthandelsbezogener Überlegungen weiter unterstützen und fortführen." Die EU ist weltweit mit Abstand der größte Importeur von Agrarprodukten aus armen Ländern. Der Zugang dieser Länder wurde bereits erheblich verbessert und auch andere Industriestaaten sollten diesem Beispiel folgen. "Agrarpolitische Maßnahmen in den Entwicklungsländern dürfen aber nicht ausschließlich auf den Export ausgerichtet sein, sondern die Ernährungssicherheit der eigenen Bevölkerung muss auf alle Fälle gewährleistet sein", betonte Schierhuber.

Oberstes Ziel der Entwicklungspolitik müsse weiterhin die Bekämpfung der Armut sein, und in diesem Zusammenhang solle auch die Agrarpolitik und die Politik für den ländlichen Raum gesehen werden. Dabei sei eine Verbesserung der Infrastruktur eine wichtige Voraussetzung. "Natürlich braucht es auch verbesserte Verwaltungssysteme. Good Governance sowie Demokratie und Rechtsstaat bleiben Grundbedingungen für eine solide Politik, um Kapazitäten aufbauen und Investitionen anziehen zu können. Eine geeignete Landreform und der Zugang zu Wasser und Produktionsressourcen muss es der Landbevölkerung ermöglichen ihren Lebensstandard zu erhöhen und zur Förderung der wirtschaftlichen Entwicklung beizutragen", so Schierhuber.

Um den Aufbau geeigneter Kapazitäten in den Entwicklungsländern zu unterstützen, solle die EU vermehrt technische Hilfe für die Bauern leisten. Diese könne sich auf technisches Know-How beziehen oder auf die Bereiche Forschung und Entwicklung, wie z.B. erneuerbare Energien, resistentes Saatgut oder geeignete Zucht- und Schlachtmethoden, innovative Agrarprodukte oder Domestizierung von verschiedenen wildlebenden Tierarten. "In einer geeigneten Politik für den ländlichen Raum sehe ich eine Möglichkeit, der Landbevölkerung eine Chance zu geben und eine Abwanderung in die Slums der Großstädte und dem weiteren Teufelskreis zu verhindern. Der Gipfel von Monterrey muss zur Finanzierung der Entwicklungszusammenarbeit, der eine nachhaltige ländliche Entwicklung, die Bekämpfung der Armut, die Aufwertung der Arbeit der Frauen sowie die Sicherheit der Versorgung lokaler Märkte besondere Aufmerksamkeit widmete, auch in die Tat umgesetzt werden", fordert Schierhuber abschließend.

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Andrea Strasser
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