Erfolgreiche Wiener AbfallmanagerInnen gekürt

Auszeichnung für effiziente Maßnahmen zur Abfallvermeidung in Wiener Betrieben

Wien (OTS) - Die Wiener Umweltschutzabteilung (MA 22) hat am
Montag die besten zehn Abfallbeauftragten mit dem Preis "Abfallmanager 2002" im Wiener Rathaus ausgezeichnet. Gleichzeitig wurde an diesem Abend das 10-jährige Jubiläum des "Clubs der Wiener Abfallbeauftragten" gefeiert.

Umweltstadträtin Dipl. Ing. Isabella Kossina: "Durch die Arbeit der Abfallbeauftragten gelingt es Jahr für Jahr, tausende Tonnen Abfälle in den Wiener Betrieben einzusparen. Das ist ein wertvoller Beitrag für Wiens Umwelt- und Lebensqualität". Dass die Zusammenarbeit zwischen Behörde und Abfallbeauftragten bestens funktioniert, bestätigt auch Dr. Karin Büchl-Krammerstätter, Leiterin der Wiener Umweltschutzabteilung: "Die Abfallbeauftragten sind wichtige Partner der Umweltschutzabteilung, wenn es darum geht, in den Wiener Betrieben wirkungsvolle Maßnahmen zur Abfallvermeidung zu realisieren. Oft wirken sich diese Maßnahmen ganz im Sinne eines integrativen Umweltschutzes auch positiv auf die Luftreinhaltung oder den Klimaschutz aus."

Die besten AbfallmanagerInnen bzw. Abfallmanagerteams 2002 kommen vom Gottfried von Preyer'sches Kinderspital, Henkel Austria, IKEA, Medtech Plus, VAMED - Krankenhausmanagement und Betriebsführung, Liska Entsorgungsmanagement, Fernwärme Wien, Österreichische Nationalbank, Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft und von den ROTE NASEN Clowndoctors. Nebst Urkunde bekamen die Preisträger eine aus Abfallresten gefertigte Auszeichnungstrophäe überreicht. Moderator der Auszeichnungsveranstaltung war Mag. Andreas Jäger, bekannt aus dem "Ö3-Wecker".

Tausende Tonnen Abfälle eingespart oder wiederverwertet

Die ausgezeichneten AbfallmanagerInnnen haben durch ihre Arbeit tausende Tonnen Abfälle vermieden oder wiederverwertet. Wie erfolgreich sich die Maßnahmen sich in der Praxis bewährt haben, lässt sich an konkreten Beispielen des Preyer'schen Kinderspitals, Henkel Austria oder der Firma Medtechplus demonstrieren.

Gottfried von Preyer'sches Kinderspital: Fast 50 Tonnen weniger Abfall

Mit Maßnahmen wie den weitgehenden Verzicht auf Einzelverpackungen, der Reduktion des Verbrauches von Einmalartikel, der Speisereste, des Sperrmülls und der Reinigungsmittel erzielte das Team um Eva Wallerer (Umweltmanagerin) und Ing. Johann Danhofer (Umweltverantwortlicher) im Preyer'schen Kinderspital beindruckende Ergebnisse: Die Gesamtabfallmenge des Spitals konnte von 270 Tonnen im Jahr 2000 auf 224 Tonnen im Jahr 2001 verringert werden. Der Verbrauch an Reinigungsmittel ist um rund 11 % gesunken. Die krankenhausspezifischen gefährlichen Abfälle ("Schwarze Tonne") wurde in den letzten vier Jahren von 0,090kg/Pflegetag auf 0,038 kg/Pflegetag reduziert. Außerdem werden mit Hilfe einer Datenbank die abfallintensivsten Produkte, deren Gewicht und Entsorgungsweg erfasst. Das macht eine genaue Abfallanalyse möglich, die wiederum als Basis für weitere wirkungsvolle Maßnahmen dient.

Henkel Austria Gesmbh: Kunststoffflaschen werden recycelt

Ein weiterer Abfallmanager des Jahres ist Ing. Alexander Rammel, der für Henkel Austria arbeitet. Die wichtigsten Maßnahmen für die er geehrt wurde: Die Abfüllanlage für Flüssigprodukte im Markenartikelbereich wurde von PE-Flaschen auf PET-Flaschen umgestellt. So konnten Materialausschuss und Produktionsabfälle um 60.000 Kilogramm pro Jahr verringert werden. Außerdem sind die Flaschen nun um 15 Prozent und die Waschmittelverpackungen um 10 Prozent leichter geworden. Das Kunststoffverpackungsmaterial wird in einer firmeneigenen Anlage zu Kunststoffgranulat gemahlen. Aus 80 Tonnen dieses Materials pro Jahr wird die 100 Prozent-Recyclingflasche für das Produkt "Substral" erzeugt. 800 weitere Tonnen Granulat werden an kunststoffproduzierende Betriebe geliefert. Durch die Umstellung auf Mehrwegpaletten können jetzt jährlich 9 Prozent Holzabfälle gespart werden. Weiters macht eine neue Anlage zur Erzeugung von Weichspülern und Haushaltsreinigern das Reinigen der Produktionskessel beim Wechsel des erzeugten Produktes überflüssig. So wird verhindert, dass wie früher 140 Tonnen jedes einzelnen Produktes im Reinigungsprozess verloren gehen.

Medtech Plus: Gebrauchte medizinische Geräte für Entwicklungsländer

Der sozial-ökonomische Betrieb Medtech Plus beschäftigt sich mit dem Recycling von medizinischen Geräten, mit der medizinischen Versorgung von Ländern in der dritten Welt und beschäftigt außerdem Langzeitarbeitslose. Im Jahr 2001 wurden 1.500 Stück ausgedienter medizinischer Geräte mit einem Gesamtgewicht von 81 Tonnen zur Reparatur übernommen. Geräte werden instand gesetzt, auf die Bedürfnisse der Projektländer abgestimmt und geprüft. Danach werden sie bei Entwicklungshilfeprojekten - nach dem Motto "Hilfe zur Selbsthilfe" - eingesetzt. Dem ausgezeichneten Abfallmanagerteam gehören Ing. Peter Gluchi, Mag. Peter Horatschek, Ing. Franz Schweighofer, Martina Ettlinger-Höller und Monika Weinrichter an.

Preis wird alle zwei Jahre vergeben

Mit der Auszeichnung der besten AbfallmanagerInnen hat die Wiener Umweltschutzabteilung im Jahr 2000 begonnen. Alle zwei Jahre werden diese Preise verliehen. Viele Betriebe haben heuer ihre Maßnahmen eingereicht. Eine Expertenjury beurteilt die Projekte. Mit der Auszeichnung in feierlichem Rahmen im Wiener Rathaus wollen sich die Wiener Umweltexperten bei allen Abfallbeauftragten bedanken für ihre Ideen, ihre Leistungen, ihr Engagement und für die Bereitschaft in einer guten Partnerschaft mit dem Umweltschutz in Wien zusammenzuarbeiten. Das nächste Mal wird diese Auszeichnung im Jahr 2004 vergeben werden. Informationen: Georg Patak, MA 22 -Umweltschutz, 4000/88268.

Allgemeine Informationen:
o MA 22: http://www.wien.gv.at/ma22/index.htm

(Schluss) vit/gat

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Wolfgang Gatschnegg (MA 22)
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