Garantiezins bei Lebensversicherungen

Wien (OTS) - Die Finanzmarktaufsichtsbehörde (FMA) nimmt Bezug auf die aktuelle Diskussion um das Thema "Garantiezins bei Lebensversicherungsverträgen" und bestätigt, dass auf Basis der jüngsten Entwicklungen am Kapitalmarkt gegenwärtig eine Senkung des Garantiezinssatzes geprüft wird.

Dazu wird von der FMA festgehalten, dass sich keine Schmälerung der Erträge für die Versicherten ergeben muss, da die Gewinnbeteiligung nicht vom Garantiezins, sondern von den tatsächlich erwirtschafteten Erträgen der Lebensversicherungen abhängt. Das VAG sieht in § 18 Abs.4 ausdrücklich vor, dass den Versicherten bei Verträgen mit Gewinnbeteiligung eine angemessene Beteiligung am Überschuss zukommen muss. Die Einhaltung dieser Verpflichtung wird von der FMA genau kontrolliert.

Der Garantiezinssatz - wie der Höchstzinssatz für die Berechnung der Deckungsrückstellung zumeist genannt wird -, wird von der FMA im Rahmen der Höchstzinssatzverordnung festgelegt. Derzeit gilt ein Höchstzinssatz von 3,25%, ausgenommen für die fonds- und indexgebundene Lebensversicherung sowie kurzfristige Verträge gegen Einmalprämie.

Die österreichische Regelung beruht auf Art. 17 der Ersten Lebensversicherungs-Richtlinie, nach der der Garantiezinssatz "höchstens 60% des Zinssatzes der Anleihen des Staates betragen darf, auf dessen Währung der Vertrag lautet". Um allzu häufige Änderungen des Höchstzinssatzes zu vermeiden, wurde bisher als Referenzwert stets die durchschnittliche Sekundärmarktrendite (SMR) der jeweils letzten zehn Jahre herangezogen. Diese beträgt nach Veröffentlichungen der OeNB aktuell 4,03%, aber auch die Rendite bei österreichischen Staatsanleihen (10 Jahre) bewegt sich im Moment bei 4,5 Prozent.

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