ORF-RadioCafe: Verlag Kremayr und Scheriau präsentierte Tom Matzeks Buch "Das Mordschloss"

Auf der Spur von NS-Verbrechen in Schloss Hartheim

Wien (OTS) - Für die "Brennpunkt"-Dokumentation "Das Mordschloss", die der ORF am 24. Oktober 2001 ausstrahlte, beschäftigte sich ORF-Redakteur Tom Matzek mit den NS-Verbrechen im Schloss Hartheim bei Linz. Gestern, am Mittwoch, dem 16. Oktober 2002, präsentierte der Verlag Kremayr und Scheriau im ORF-RadioCafe Matzeks gleichnamiges Buch. Das Vorwort zum Buch schrieb ORF-TV-Chefredakteur Werner Mück, der bei der Veranstaltung von ORF-Redakteur Andreas Novak vertreten wurde. Novak ist Gestalter zahlreicher Aufsehen erregender Zeitgeschichts-Dokumentationen und Rennerpreisträger. An der Veranstaltung nahmen neben Autor Tom Matzek unter anderem auch Kremayr-und-Scheriau-Verlagsleiterin Dr. Maria Seifert, Hauptabteilungsleiterin Bildung und Zeitgeschehen, Dr. Gisela Hopfmüller, Dr. Wolfgang Neugebauer, Leiter des Dokumentationsarchivs des Österreichischen Widerstands, und Dr. Michael Hubenstorf, Vorstand des Instituts für Geschichte der Medizin an der Universität Wien, teil. Durch das Programm führte ORF-Radio-Wissenschaftsredakteurin Birgit Dalheimer. "Das Mordschloss" ist seit Ende September 2002 um 23,60 Euro im Handel erhältlich.

Andreas Novak zur Buchpublikation: "Wie so viele ORF-Journalisten zuvor liefert auch Tom Matzek den Beweis für die gelungene Symbiose zwischen dem Medium Fernsehen und dem Medium Buch. Matzek hat die lange verdrängte Auseinandersetzung mit den Euthanasiemorden im oberösterreichischen Schloss Hartheim bereits erfolgreich in einer 'Brennpunkt'-Dokumentation thematisiert. So trägt der Autor und der ORF der zunehmenden gesellschaftlichen und politischen Brisanz zeitgeschichtlicher Themen Rechnung."

"Im Mordschloss war Wirklichkeit, was sich Menschen vorher nicht einmal in ihren schlimmsten Fantasien vorstellen konnten. Selbst in der blutigen Geschichte des Dritten Reichs nimmt Hartheim eine Sonderstellung ein. Es war ein real gewordenes Schattenreich. Die historische Spurensuche offenbart, was Menschen anderen Menschen antun können. Das Mordschloss ist eine ewig gültige Warnung, denn es geht um nichts weniger als die brutale Konsequenz aus der Beurteilung von menschlichem Leben als 'lebenswert' oder 'lebensunwert'", sagt Autor Tom Matzek über den Inhalt seines Buches.

Schloss Hartheim im Schatten der Vergangenheit - von der Heil- zur Mordanstalt

Die Geschichte von Schloss Hartheim, der als "Geheime Reichssache" geltenden Vernichtungsanstalt für "unwertes Leben" im Dritten Reich, wies bis dato eine ganze Reihe unbekannter "weißer" Flecken auf. Drei Jahre lang sammelte der 1964 in Wien geborene Autor Tom Matzek, der nach dem Studium der Publizistik und Politikwissenschaft als Journalist für diverse Printmedien arbeitete und seit 1989 als Redakteur beim ORF tätig ist, Daten und Fakten und liefert nun in seinem Buch erstmals eine Analyse der historischen Vorgänge rund um Hartheim. Als Grundlage dienten ihm dabei nicht zuletzt die Schicksalsgeschichten von Familien, die ihre Väter, Mütter, Söhne und Töchter verloren haben, und von Familienvätern, die durch Ehrgeiz und Karrierewillen zu Massenmördern wurden.

Rückfragen & Kontakt:

http://presse.ORF.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | GOK0002