- 15.10.2002, 09:46:17
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Medikamente - zu kostbar für den Sondermüll
St. Pölten (OTS) - Gesundheitstag der NÖGKK in Herzogenburg. Eine
Station ist die Altmedikamente-Rückgabestelle. Bereits am frühen
Nachmittag quellen die Container über. Der zuständige
NÖGKK-Abteilungsleiter Herbert Feichter: "Da gibt es Packungen, die
ungeöffnet sind bzw. es fehlen nur ein oder zwei Tabletten - die sind
dann doch zu kostbar für den Sondermüll."
Ein ähnliches Bild zeigen Apotheken, die als
Altmedikamente-Sammelstellen fungieren. Im Laufe eines Monats werden
häufig 15, manchmal sogar 20 oder 30 Kilo Altmedikamente bei einer
einzigen Apotheke abgegeben!
Selbstverständlich sollen Medikamente nach Verfall des
Ablaufdatums weggeworfen werden. Wenn aber Präparate im Wert von
vielen tausend Euro - teils noch originalverpackt - im Sondermüll
landen, dann ist es höchst notwendig, das bisherige Vorgehen zu
hinterfragen.
Spezialisten der NÖGKK haben daher schon seit einigen Jahren ein
sehr wachsames Auge auf die Medikamentenkosten. Sie sind um ein gutes
Gesprächsklima mit der Ärzteschaft und einen möglichst ökonomischen
Mitteleinsatz im Bereich der Heilmittel bemüht. Schwerpunkte sind die
verstärkte Information und Beratung der Vertragspartner (z. B. Ärzte)
sowie die Beobachtung der Kostenentwicklung, um geeignete Maßnahmen
setzen zu können. "Unser Ziel ist es, die Steigerung der
Heilmittelkosten langfristig in den Griff zu bekommen, ohne dass das
auf Kosten der Qualität oder gar auf dem Rücken der Patienten
passiert", resümiert die ressortverantwortliche
Direktor-Stellvertreterin Dr. Martina Amler.
Um angesichts der massiv steigenden Kosten die Aufrechterhaltung der
bisher auf höchstem medizinischen und finanziellen Niveau
stattfindenden Medikamentenversorgung auch künftig zu ermöglichen,
bedarf es eines Umdenkprozesses; auch die Mithilfe der Patienten ist
nötig.
Daher bittet die NÖGKK ihre Kunden:
- Ein wirksames Rezept gegen die explodierenden Medikamentenkosten
sind Generika (= gleichwirkende preisgünstige Alternativen zu
gängigen Präparaten). Heißt: gleiche Qualität, gleiche Wirkung,
jedoch anderer Name und geringerer Preis. Vertrauen Sie darauf,
dass Ihnen Ihre Ärztin/Ihr Arzt keinesfalls ein "schlechteres"
Präparat verschreibt. Bedenken Sie, dass das beste Medikament
nicht immer das teuerste sein muss.
- Um Verträglichkeit und Nebenwirkungen eines neu verschriebenen
Präparates zu testen, ist es sinnvoll, wenn Ihre Ärztin/Ihr Arzt
Kleinpackungen verordnet. Oft genügen auch schon kleine Mengen,
um wieder gesund zu werden.
- Behalten Sie immer im Auge, dass eine Lebensstiländerung nicht
nur Ihre Gesundheit fördert, sondern auch die Einnahme des einen
oder anderen Medikaments verzichtbar machen kann. Wer für seine
Gesundheit Verantwortung übernimmt, sich gesund ernährt und
ausreichend bewegt, tut seinem Körper etwas Gutes und hilft mit,
unser ausgezeichnetes Gesundheitssystem auf Dauer zu sichern.
Rückfragehinweis:
NÖ Gebietskrankenkasse
Dr. Elisabeth Heinz
Tel.: 02742/899-5122
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