- 10.10.2002, 10:54:28
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Auszeichnung an Langer, Ammersfeld und Scheday
Wien (OTS) - Gestern, Mittwoch, wurden drei vielseitige
Künstlerpersönlichkeiten im Wiener Rathaus geehrt: Walter Langer
erhielt das "Silberne Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien",
Anita Ammersfeld und Michaela Scheday das "Goldene Verdienstzeichen
des Landes Wien". Die Verleihung nahm Kulturstadtrat Andreas
Mailath-Pokorny vor, die Festreden hielten Franz Becke,
Zeit-im-Bild-Moderatorin Danielle Spera und der Dramatiker Heinz R.
Unger.****
Ein Staraufgebot war ins Rathaus gekommen, um dem Festakt
beizuwohnen. Unter den zahlreichen Gästen aus Politik und Kultur
befanden sich Stadträtin Renate Brauner, Stadtrat Peter Marboe, Gusti
Wolf, Elfriede Ott, Gerhard Bronner, Leon Zelman, Paul Chaim
Eisenberg, Wilfried Scheutz und Beatrice Frey.
Theater sei die Kunst, die uns Menschen in unserer Tragik, in
unserer Komik, in unserer Banalität, aber auch in unserer
Liebenswürdigkeit darstellt, so Stadtrat Andreas Mailath-Pokorny in
seinen einleitenden Worten. Die Auszeichnungen seien ein symbolischer
Dank an die Ehrengäste, die mit ihrer Kunst leidenschaftlich,
facettenreich und vielschichtig zum Erlebnis Theater beigetragen
hätten.
Walter Langer wurde 1928 in Wien geboren. Er absolvierte das
Max-Reinhardt-Seminar. Danach war er in Kellerbühnen in Wien tätig -
Parkringtheater, Theater der Courage, Theater in der Scala -, bevor
er für neun Jahre an die Komödie Basel engagiert wurde. 1956
wechselte er ans Wiener Volkstheater, wo er vor allem als begnadeter
Nestroydarsteller in der legendären Gustav-Manker-Ära bekannt wurde.
Darüber hinaus überzeugte er in allen großen Rollen der Weltliteratur
- Kleist, Molière, Feydeau, Shakespeare, Schnitzler, Molnár. Seine
Bühnenkarriere schloss er als Mitglied des Burgtheaters (1984-1991).
Populär wurde Walter Langer durch seine Mitwirkung im Fernsehen.
Besonders als Herr Kudernak im Kaisermühlenblues und als ständiger
Nörgler im Seniorenclub hat er die Herzen des Publikums erobert.
Anita Ammersfeld wurde 1950 in Wien geboren. Sie studierte am
Royal Conservatory of Toronto in Kanada und an der Hochschule für
Musik und darstellende Kunst in Wien. 1974 debütierte sie als
Cherubin in der "Hochzeit des Figaro" an der Wiener Volksoper. Darauf
folgten Engagements und Gastspiele in zahlreichen Opern-, Operetten-
und Konzerthäusern in Europa. Darüber hinaus etablierte sich die
vielseitige Sängerin als Interpretin von Chansons und jiddischen
Liedern. Mit der Gründung des "Musikforum Ammersfeld" im Jahr 1988
hatte sie sich die Möglichkeit geschaffen, eigene Produktionen zu
gestalten. Vor allem die Erhaltung der jüdischen und jiddischen Musik
lag ihr in den letzten Jahren sehr am Herzen. Einer breiten
Öffentlichkeit wurde sie durch zahlreiche Fernsehauftritte bekannt -
etwa bei Heinz Conrads, Gerhard Bronner, Heinz Ehrenfreund oder der
Wiedereröffnung des Raimundtheaters.
Michaela Scheday wurde 1953 in Wien geboren. Ihre
Schauspielausbildung erhielt sie in der Schauspielschule Krauss. Ihre
erste künstlerische Heimat fand sie in Dieter Haspels Ensembletheater
am Petersplatz, zu dessen bedeutendster Hauptdarstellerin sie sich in
den folgenden Jahren entwickelte. Sie spielte unter anderen die
weiblichen Hauptrollen in Stücken von Ibsen, Brecht, Schnitzler,
Achternbusch, Unger und Turrini. Ende der 80er Jahre entdeckte sie
ihre Liebe zur Regie. Wichtige Regiearbeiten waren im Vorjahr etwa
die Erich-Fried-Hommage "Von Bis nach Seit", Peter Turrinis "Die
Wirtin" im Ensembletheater und Charlotte Keatleys "Doch die Mutter
spricht" in der Drachengasse. Seit einigen Jahren wird das Schreiben
immer wichtiger für Michaela Scheday. So stammen Texte zu
"Sushi-Connection" und "Ein Fest für Frida Kahlo" von ihr. Mit
Schreiben, Inszenieren und Spielen verkörpert Michaela Scheday die
"Trilogie der bildenden Kunst". Zur Zeit führt Michaela Scheday
wieder einmal Regie. Sie steckt mitten in den Probearbeiten zu dem
Musical "Die Geierwally" von Reinhard P. Gruber mit Beatrice Frey,
Jazz Gitti und Wilfried Scheutz in den Hauptrollen. Das Musical wird
ab 24. Oktober 2002 in der Bühne am Hof in St. Pölten aufgeführt.
rk-Fotoservice: http://www.wien.gv.at/ma53/rkfoto/
(Schluss) rar
Rückfragehinweis:
PID-Rathauskorrespondenz:
http://www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
Dr. Renate Rapf
Tel.: 4000/81 175
mailto:[email protected]
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