Wesentlicher Schritt zu Bau-Pfusch-Bekämpfung in NÖ

Experten-Arbeitsgruppe erstellt Katalog konkreter Maßnahmen

St. Pölten (OTS) - In der wirksamen Bekämpfung der organisierten Schwarzarbeit am Bau wurde in Niederösterreich nun ein wesentlicher Schritt nach vorne getan: Eine aus Experten bestehende Arbeitsgruppe wird umgehend konkrete Vorschläge erarbeiten, "um dem organisierten Pfusch in der Alltagspraxis möglichst effektiv einen Riegel vorzuschieben", wie Landesrat Ernest Gabmann sagte. Ausgangspunkt dazu war eine Gesprächsrunde, zu der Gabmann die Gewerbereferenten aller BH’s, die NÖ Gewerbereferentin Dr. Klaus, den Gewerbereferenten der BH-Konferenz Dr. Haselsteiner und die Landesinnung NÖ Bau sowie Vertreter der Kammern geladen hatte. Der Landesrat gab auch gleich die Marschrichtung vor: "Es muß unser gemeinsames Anliegen sein, die Dinge in den Griff zu bekommen". Denn, so betonte Gabmann, "Schwarzarbeit nützt weder der Volkswirtschaft, noch dem Arbeitsmarkt, sondern bringt enormen volkswirtschaftlichen Schaden." NÖ Bau-Landesinnungsmeister Ing. Manfred Schuster stellte klar, daß "es uns nicht um die Nachbarschaftshilfe geht, sondern um die grundsätzliche Verfolgung illegaler Gewerbeausübung."

1.500-2.000 gemeldete Firmen, die es nicht wirklich gibt

Die umfassenden Einleitungsreferate zweier erfahrener Personen, die im Auftrag der NÖ Bauinnung nach Schwarzarbeit fahnden, verschlugen den BH-Vertretern die Rede: "Wir hatten ja keine Ahnung, welche Dimensionen das hat!" Und auch Gabmann war tief beeindruckt:
"Das hört sich ja an wie ein Krimi!" Was den Nagel auf den Kopf traf:
Denn die Wände des Konferenzraumes waren über und über mit Grafiken von Firmenverflechtungen versehen. Verarbeitet wurden bisher 21.500 Datensätze und das Ergebnis sind "extrem auffällige Firmengeflechte, die zur Annahme führen, daß österreichweit etwa 1.500 bis 2.000 angemeldet sind, die es in Wirklichkeit aber gar nicht gibt".

Konkurs nach 2 Jahren, ähnliche Namen, keiner kennt Chef

Zu diesen Auffälligkeiten zählt: Mehrere Baufirmen sind jeweils an der gleichen Adresse gemeldet, die meisten davon haben nicht einmal einen gemeldeten Telefonanschluß, einige Personen sind an bis zu 40 solcher Firmen beteiligt, keiner der Arbeiter auf der Baustelle kennt den Chef oder den Geschäftsführer, jede Firma zieht innerhalb kurzer Zeit zumindest einmal in einen anderen Bezirk oder wechselt den Geschäftsführer, wodurch der Aktenlauf bei BH- und Gerichtsakten unterbrochen wird und stets hinten nachhinkt, schließlich gehen diese Firmen dann nach etwa zwei Jahren "rechtzeitig" in Konkurs, dies immer nach § 40 (mangels Vermögen), aber schon kurz danach werden stets neue Firmen mit fast gleichem Namen gegründet (z.B. G-T-Bau anstatt GT-Bau). Zusammenfassend meinte der Experte: "Die machen alle nichts strafrechtlich Verfolgbares oder Kriminelles, aber es ist schon sehr sonderbar und am Ende schließt sich stets der Kreis. Verwaltungsrechtlich allein kann man das nicht in den Griff bekommen und damit rechnen diese Leute auch, sie nützen ebenso geschickt wie extrem die Lücken."

Über manches, so erzählt einer der Berufsdetektive, müßte man direkt lachen, wenn es nicht so ernst wäre: Als die Gendarmerie über sein Ersuchen eine Baustelle inspiziert, können alle Arbeiter eine Anmeldung bei der Gebietskrankenkasse vorweisen. Allerdings: Die im Firmenstempel angegebene Gasse gibt es in ganz Wien nicht! Das allerdings ist wiederum nicht Sache der Gendarmerie! In einem anderen Fall hatten die Bauarbeiter Arbeitskleidung einer insolventen Firma an, zu der jede Verbindung bestritten wurde: "Das haben wir den armen Kerlen beim Weihnachtsbasar abgekauft!" (schluss)

Rückfragen & Kontakt:

Die PRofis
Michael Kress
Tel.: 01/894 35 44/11
Mobil: 0664/201 70 45
m.kress.profis@aon.at
NÖ Bau-Pressemeldungen auch abrufbar im Internet:
http://www.bau-noe.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | BAU0001